Neue Test-Regeln

Kindersitze sollen noch sicherer werden

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Kindersitze sollen noch sicherer werden

Frankfurt/Main - Um Kindersitze in Autos in Zukunft noch sicherer zu machen, soll eine neue Regelung in Kraft treten, die zusätzliche Tests erforderlich macht.

Die meisten Kindersitze für Autos sind nach einem Test von ADAC und Stiftung Warentest einwandfrei, demnächst sollen sie noch sicherer werden. Voraussichtlich zum 9. Juli treten neue Regelungen in Kraft, wonach die Sitze unter anderem einem Seitenaufpralltest unterzogen werden müssen, wie der ADAC am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. „Damit werden unsere Forderungen umgesetzt“, sagte der ADAC-Verkehrsexperte Alexandro Melus.

Bisher werden die Sitze lediglich auf einen Frontalcrash getestet. Wie Melus erläuterte, schnitten die beiden Testverlierer zwar beim Frontalzusammenstoß gut ab, beim seitlichen Crash hingegen nicht. Nach der neuen europaweit geltenden Regelung müssen Kinder bis zum Alter von 15 Monaten zudem entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Momentan gilt dies nur bis zu einem Gewicht von 13 Kilo. Als Auswahlkriterium ist das Gewicht des Kindes in Zukunft nach Angaben des ADAC nicht mehr entscheidend, sondern die Körpergröße.

Melus appellierte an die Eltern, ihre Kinder im Auto ausreichend zu sichern. Kontrollen hätten gezeigt, dass in rund 20 Prozent der Fälle Kinder innerorts falsch oder überhaupt nicht gesichert gewesen seien. Nach ADAC-Angaben verunglücken in Deutschland jährlich mehr als 10 000 Kinder als Mitfahrer. Der Experte empfahl, nicht zu früh einen größeren Sitz zu kaufen. „Solange der Kopf des Kindes noch in der Schale ist, ist alles gut.“

dpa

Für die Sicherheit: Richtig Sitzen im Auto

Auto Sicherheit Sitzen Gurt Airbag
Gurt und Airbag müssen sich laut ADAC an das individuelle Gewicht des Insassen und an seine Sitzposition anpassen. © ADAC/dpa
Auto Sicherheit Sitzen Gurt Airbag
Die richtige Sitzposition: Beim Unfall kann das Sitzen hinterm Steuer entscheidend sein. Die Rückhaltesysteme schützen besser, wenn extreme Sitzpositionen vermieden werden. © ADAC/dpa
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GUT: Mit der entspannten Sitzhaltung lässt sich das Fahrzeug am besten beherrschen. Der Abstand zum Airbag ist ausreichend. © ADAC/dpa
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Schlecht: Die verkrampfte Haltung stört beim Fahren. Beim Frontalunfall ist mit höheren Belastungen im Brustbereich zu rechnen. © ADAC/dpa
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Schlecht: Die lässige Sitzposition erschwert schnelle Ausweichmanöver. Das Gurtband liegt bei manchen Autos nicht exakt an Schulter und Brust an. © ADAC/dpa
Auto Sicherheit Sitzen Gurt Airbag
Verletzungsrisiko bei Personen außerhalb der Norm: Brustverletzungen. Bei Frauen wurden in 62 Prozent der Fälle schwere Verletzungen in der Brustregion festgestellt. Bei Männern liegt der Anteil mit 46 Prozent deutlich niedriger. Ein Grund dafür ist, dass Frauen häufiger als Männer direkt am Lenkrad sitzen, also knapp vor der Stelle, an der der Front-Airbag mit einer hohen Anfangsgeschwindigkeit von über 300 km/h in den Innenraum des Fahrzeugs schnellt. © ADAC/dpa
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Airbag Ausstattungsquote © ADAC/dpa
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Die Rückhaltesysteme für den Notfall sind auf den sogenannten „Norm-Mann“ ausgelegt. Er wiegt 75 Kilogramm und ist 1,75 Meter groß. Personengruppen, die diesem Standard nicht entsprechen, haben im Fall eines Crashs entsprechend schlechtere Karten. © ADAC/dpa
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Der ADAC fordert deshalb die Entwicklung von intelligenten Gurten und Airbags, die sich auch auf Personen außerhalb der Norm einstellen lassen und diese so besser schützen. © ADAC/dpa

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