Mehr Sicherheit

Google patentiert Klebefalle für Fußgänger

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Fußgänger sollen bei einem Unfall am Auto festkleben, um nicht auf die Straße geschleudert zu werden.

Um Fußgänger vor den Folgen eines Crash mit einem selbstfahrenden Auto zu schützen, hat Google eine ungewöhnliche Idee zum Patent angemeldet: eine Klebefalle.   

Nach dem Patent sind Motorhaube und Kotflügel quasi unter einer Eischale mit einer klebrigen Substanz bedeckt. Bei einem Crash bricht diese Hülle auf und der Kleber entfaltet seine Wirkung. Bei einem Aufprall bleibt der Fußgänger am Fahrzeug kleben.

Der Vorteil: Das Unfallopfer schleudert nicht auf die Straße oder in den Gegenverkehr. Im schlimmsten Fall ist der zweite Aufprall nämlich oft heftiger als der erste. 

Unter der Patentnummer 9340178 hat Google seine "klebende Fahrzeugfront zur Abschwächung einer sekundären Auswirkung auf Fußgänger" angemeldet, berichtet das Onlineportal thedrive.com.

Wie lange ein Fußgänger dann am Fahrzeug klebt, ist laut der Patentbeschreibung unklar. Nach einer gewissen Zeit würde sich der Klebstoff wohl lösen, um die Entfernung des Verunglückten vom Auto zu ermöglichen.

Die Klebefalle soll Fußgänger bei Unfällen mit autonomen Fahrzeugen schützen, obwohl Sensoren und Software das Autofahren in Zukunft absolut sicher machen sollen. Warum der US-Internetkonzern Google seine Idee gerade jetzt patentieren lässt, wirft Fragen auf. Natürlich ist es lobenswert bei aller Technik für ein Auto auch an die Passanten zu denken. 

Volvo hat schon vor Jahren einen Fußgänger-Airbag entwickelt. Der Airbag ist beispielsweise beim V40 serienmäßig zwischen der Motorhaube und der Windschutzscheibe platziert. Im Notfall soll das Luftkissen Leben von Passanten retten.

Gerade Fußgänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Fußgänger erleiden bei Unfällen mit Autos häufig schwere Kopfverletzungen, berichtet die Unfallforschung der Versicherer (UDV). In Crashtest zeigte sich, dass die Aufprallgeschwindigkeit bei einer Kollision für das Verletzungsrisiko bei Fußgängern ausschlaggebend ist. 

Googles selbstfahrendes Auto

Google Self-Driving Car Project
Google Self-Driving Car Project: Ein selbstfahrendes Google-Auto parkt in Mountain View, Kalifornien. © AFP
Google Self-Driving Car Project
Bei der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View (USA) gibt Google erstmals Einblick in den Innenraum seiner selbstfahrenden Autos. © dpa
Google Self-Driving Car Project
Das Google-Auto kommt ohne Lenkrad aus. © dpa
Google Self-Driving Car Project
Ein selbstfahrende Zweisitzer von Google ist auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View (USA) zu sehen. © dpa
Google Self-Driving Car Project
Seit über fünf Jahren arbeite der US-Internetkonzern am Google Self-Driving Car Project.  Seitdem sind die selbstfahrenden kleinen Autos des Internetriesen schon mehr als 2,4 Millionen Kilometer gefahren. © dpa
Google Self-Driving Car Project
Seit 2015 sind selbstfahrende Google-Autos in den Straßen von Mountain View in Kalifornien (USA) unterwegs. © dpa

ml

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