Kraftprotz mit 200 PS: Horex mit Auferstehung

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Der Prototyp der neuen Horex

München - In München ist der Mythos "Horex" auferstanden. Am Dienstag haben die Entwickler einen Kraftprotz mit 200 PS enthüllt. Die Experten sind begeistert.

Geheimnisumwittert gaben sie sich, und nur Stück für Stück ließen die Entwickler Informationen über ihr neues, angeblich revolutionäres Motorrad an die Öffentlichkeit. Biker und Fachpresse lechzten schon nach der Enthüllung der Maschine, bis sie dann am Dienstag um 18 Uhr in der Flugwerft Oberschleißheim über die Bühne ging.

Kraftprotz mit 200 PS: Bilder von der neuen Horex

Kraftprotz mit 200 PS: Bilder von der neuen Horex

Es kam ein richtiger Kraftprotz zutage, mit dem die traditionelle Motorradmarke „Horex“ wieder auferstand – zunächst einmal als Prototyp. Seit Anfang Mai kursierten die Gerüchte. Damals tauchte im weltweiten Datennetz eine Seite auf, die „Das neue Motorrad“ versprach – hinter dem eine starke Marke stecken sollte. Steckt BMW dahinter? Oder vielleicht Volkswagen, rätselten Fans.

Erst wurden von den Entwicklern Clemens Neese und Frank Fischer nur die Initialen gezeigt – bis die Fachzeitschrift „Motorrad“ sie mit der Entwickler-Bude „compact bike“ aus der Kemnatenstraße in Nymphenburg in Verbindung brachte. Diese Hinhaltetaktik als Werbemasche scheint momentan „der Zeitgeist“ der Hersteller zu sein, sagte Motorrad-Redakteur Uwe Seitz, bevor er sich am Dienstagnachmittag in Stuttgart auf die Autobahn nach München begab.

„BMW hat bei seiner S 1000 RR drei Jahre lang Informationen scheibchenweise rausgelassen“, erzählt er. „Geauso machen es Yamaha und Kawasaki.“ Woche für Woche stellten Neese und Fischer neue Infos auf die Homepage. Der Spitzenmotor solle „Leistung in allen Lagen“ bringen, mit einem breiten Drehmomentband und vergleichsweise niedrigen Drehzahlen ausgestattet sein. Nach und nach tauchten Detail-Fotos auf sowie Skizzen des Designers Peter Naumann, Professor an der Hochschule München.

Erst kurz vor der Enthüllung gaben die Entwickler Pressemappen und Fotos des Motorrads aus der Hand. Sperrfrist: Dienstag, 15. Juni, 18 Uhr. Hier waren erstmals die Details zu lesen. Als Revolutionär preist Neese den Motor an, an dessen Entwicklung der studierte Wirtschaftsingenieur gearbeitet hat. Mitgearbeitet haben Firmen wie VW und Bosch aber auch das Fraunhofer Institut und die Hochschule München. „Ganz schön ordentlich“, urteilte Technik-Experte Uwe Seitz.

Unter der Haube hat die Maschine einen VR-Sechszylinder-Motor mit 1200 Kubikzentimeter Hubraum, der 175 bis 200 PS schafft und der mit einer Drehzahl von 8500 pro Minute auf vergleichsweise niedrigen Touren läuft. Mit 240 Kilo ist dieses „Big Bike“ schon recht schwer – aber für seine Größenordnung doch relativ kompakt.

Das gerade ist, so Experten, das Besondere: Der Motor ist so schmal gebaut wie ein Vierzylinder, schnurrt aber daher wie ein Sechszylinder. Das Horex-Symbol prangt deutlich sichtbar auf dem Tank. Mit der 1960 aufgelösten deutschen Traditionsmarke hat die neue Maschine jedoch fast nur gemein, dass sie gen gleichen klingenden Namen trägt. 2009 hat die „Compact Bike“ die Namesrechte gekauft. Die Entwickler firmieren jetzt als „Horex GmbH“ in Garching. Um 20 000 Euro wird die Maschine wohl kosten.

Ob die neue Horex Chancen auf dem Markt hat, wagte Motorrad-Journalist Uwe Seitz kurz vor der Präsentation noch nicht abzuschätzen. „In einer kleinen Serie eher als wenn der große Auflschlag geplant ist.“ Dafür seien in der letzten Zeit zu viele neue Modelle gefloppt. Anfang 2011 sollen die ersten Serienmodell auf den Markt kommen und zuerst in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft werden. Später will die „Horex GmbH“ auch in ganz Europa, Japan und de USA angreifen.

Kolja Kröger

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