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Österreicherin mit Charakter

KTM 690 Duke: Die will doch nur spielen

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Der stärkste Single der Welt macht richtig Spaß

Motorräder mit nur einem Zylinder werden von einem großen Teil der Biker oft eher belächelt und nicht so richtig ernst genommen.

Weil sie zu schwach auf der Brust sind, zu klein, um richtig Spaß zu machen. Wer so denkt, sollte mal die KTM 690 Duke unter die Lupe nehmen: Mit 68 PS (50 kW) ist sie neben ihrer Sportschwester 690 Duke R der derzeit stärkste in Serie produzierte Single der Welt.

Man braucht nicht viel Fantasie, um sich bei einem Gewicht von gerade mal 163 Kilogramm vorzustellen, dass da ganz gewaltig was abgehen kann. Zwar muss die Nadel des Drehzahlmessers die 3000er-Markierung erreichen, bis tatsächlich was Nennenswertes passiert, aber dann zieht die KTM vehement los. Sobald freies Geläuf erreicht ist, tänzelt die Duke locker und lässig um jede Kurve, egal wie eng oder weit diese ist. Die forsche Fahrt erfordert naturgemäß fleißiges Schalten, doch da sich die sechs Gänge leicht und locker wechseln lassen, steht jederzeit die richtige Fahrstufe parat.

7695 Euro verlangt der Händler für die KTM 690 Duke

Das spielerisch-leichte Handling darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die 690 Duke auch ernst machen kann. Wer zu sorglos Gas gibt und mit der Kupplung nicht sensibel genug hantiert, muss schon mal ein auskeilendes Hinterrad oder ein himmelwärts strebendes Vorderrad unter Kontrolle bringen. Die Bremsen werden im Normalbetrieb mit der Leistung und den dadurch fälligen Aufgaben souverän fertig, aber auch hier sind immer wieder Erfahrung, Coolness und eine ruhige Hand gefragt, um sich nicht unversehens vor schweißtreibenden Problemen zu sehen.

Charakter zeigt die Österreicherin auch bei der Ausstattung – wenn man sie wohlwollend betrachtet. Dazu gehören die spärliche Ausstattung des Cockpits, das sich mit Informationen eher zurückhält, die kleinen und vibrationsanfälligen Rückspiegel und die für größere Fahrer auf Dauer unbequeme Sitzposition. Dafür kann man die Duke auch mit einem Verbrauch von 3,8 Liter auf 100 Kilometer bewegen, ohne Abstriche am Genuss machen zu müssen. Dass die Höchstgeschwindigkeit mit 188 km/h angegeben ist, mag Statistiker und Stammtischdiskutierer interessieren, in der Praxis ist diese Zahl unwichtig. Mehr Aufmerksamkeit gilt dem Preis: 7695 Euro verlangt der Händler für die KTM 690 Duke. Dafür gibt’s ein Motorrad, das zwar nicht in die Hände von Anfängern gehört, aber wer das Spiel mit ihr beherrscht, wird mit diesem Motorrad jede Menge Spaß haben.

Volker Pfau

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