Kymco K-XCT 300i

Ein neuer 300er: Klein, aber oho!

+
Es muss nicht immer ein 500er sein: Tester Volker Pfau.

Es muss nicht immer ein 500er sein. Der Kymco K-XCT 300i überzeugt im Test. In den Kurven ist der Kymco wieselflink und sportlich.

Auf dem Rollermarkt zeichnet sich eine Neuordnung ab: Die 500er-Klasse stirbt aus. Stattdessen werden einerseits Großroller mit 650 bis 850 Kubikzentimeter angeboten - oder auf der anderen Seite kleinere 300er, die zwar nicht ganz die Leistung der Dickschiffe erreichen, dafür aber teilweise nur die Hälfte kosten. So gesehen passt der neue Kymco K-XCT 300i perfekt ins Bild, denn der Sportroller kostet gerade mal 4899 Euro. Als Nachfolger des Xciting ist der Neue noch konsequenter auf Sportlichkeit getrimmt. Der Radstand wurde um fast zehn Zentimeter verkürzt, was noch mehr Handlichkeit ermöglichen soll. Angetrieben wird der Taiwan-Scooter vom bekannten Einzylindermotor mit 299 Kubikzentimeter Hubraum und einer Leistung von 28 PS (20 kW), der gleich nach dem Anlassen mit aggressivem Knurren vermeldet, wofür er gebaut wurde. Er will rennen. Dreht man dann am Gasgriff, dauert es allerdings erst mal einen Wimpernschlag, bevor das 185 Kilogramm schwere Zweirad voranstürmt. Aber dann geht die Post ab.

Der K-XCT ist konsequent auf Sportlichkeit ausgelegt, und dementsprechend zügig wieselt er in atemberaubender Schräglage durch Kurven, flitzt flott voran und versetzt einen immer wieder in Staunen angesichts der Leichtigkeit, mit der man unterwegs ist. Auf der Autobahn rennt er stolze 130 Stundenkilometer schnell. Aber auch andersrum ist der Kymco konsequent sportlich: Die Bremsen greifen bissig, aber gut beherrschbar zu. ABS gibt es aber derzeit bei diesem Modell noch nicht. Konsequent sportlich ist der Roller aber auch in Bezug auf Sitzposition, Federung und Komfort. Mit 1,80 Metern Körpergröße findet man gerade noch Platz auf der Sitzbank und freut sich, dass die Kymco-Ingenieure einen Zündschlüssel mit Scharnier entwickelt haben, der die rechte Kniescheibe schont. Rundrücken wegen des knappen Platzangebots und malträtierte Wirbelsäule wegen der bescheidenen Dämpfung muss man fürs Fahrvergnügen in Kauf nehmen. Andererseits sorgt die Körperspannung dafür, dass man stets konzentriert unterwegs ist, und das ist wegen der recht schmalen Silhouette überlebensnotwendig - selten wurde ein von uns gefahrenes Zweirad so konsequent unterschätzt und überraschte andere Verkehrsteilnehmer wie der Kymco K-XCT. Der Verbrauch richtet sich nach der Fahrweise: Auf flotten Überlandfahrten konsumierte der Sportroller 3,3 Liter auf 100 Kilometer, bei Vollgas waren es vier Liter. Auf jeden Fall sind dank des Elf-Liter-Tanks längere Etappen auch ohne Tankstopp drin. Lob verdienen auch sinnvolle Extras wie LED-Scheinwerfer, Warnblinker, ein (leider nicht abschließbares) Staufach mit Steckdose in der Verkleidung sowie zwei Tageskilometer-Zähler im ansonsten mit allem Notwendigen ausgestatteten Cockpit. Der Kleine hat einen ganz schön großen Oho-Effekt.

Volker Pfau

Auch interessant

Meistgelesen

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family?
Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family?
Mann fährt Radfahrer um - und hat aberwitzige Ausrede parat
Mann fährt Radfahrer um - und hat aberwitzige Ausrede parat
Von der Masse abheben: Autofolien für Lackierung auf Zeit
Von der Masse abheben: Autofolien für Lackierung auf Zeit
Porsche Panamera Sport Turismo im Test: Der Eil-Transporter
Porsche Panamera Sport Turismo im Test: Der Eil-Transporter

Kommentare