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Leistung lohnt sich wieder

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Imposanter Anblick: Triumph Rocket III Roadster mit drei Zylindern und 148 PS.

Es ist eine gute Nachricht, auch wenn sie erst einmal unglaublich klingen mag: Die neue Triumph Rocket III Roadster ist stärker als ihre Vorgängerin, hat mehr Drehmoment, bessere Bremsen – und ist billiger.

Ob sie tatsächlich wilder aussieht als die erste Generation, wie der britische Hersteller betont, ist letztlich Geschmackssache. Ob sie tatsächlich auch besser ist als die Vorgängerin, sollte ein ausführlicher Test beweisen.

Schweres Stück Eisen: Trotzdem kann man die Triumph Rocket III Roadster ganz schön um die Ecken fliegen lassen.

Noch einmal die Eckdaten: 148 PS (109 kW) leistet der Dreizylindermotor – mit 2294 Kubikzentimetern das hubraumgrößte Serienmotorrad der Welt – und hat ein maximales Drehmoment von 221 Nm, das ist zumindest hierzulande der Spitzenwert. Dabei war die Vorgängerin mit 140 PS und 200 Nm keineswegs von Pappe. Doch auf der Roadster des Jahrgangs 2010 sitzt man deutlich aufrechter, der Fahrersitz ist üppiger gepolstert, die Fußrasten liegen nun weiter hinten und als Konsequenz daraus hat die Rocket eine deutlich größere Schräglagenfreiheit. Wer auf dem mächtigen Sattel Platz genommen hat und die beiden Griffe packt, fühlt automatisch sein Kreuz in die Breite wachsen. Das liegt nicht nur daran, dass der Lenker von einem Ende zum anderen stolze 96 Zentimeter misst, sondern das gesamte Motorrad dank einem Gewicht von 367 Kilogramm und 2,50 Metern Länge einfach Respekt einflößt – dem Fahrer und dem staunenden Publikum. Also sollte man auch einen dementsprechenden Abgang hinlegen: ersten Gang rein, Kupplung kommen lassen und Vollgas, dass der Hinterreifen wimmert. Dann geht die Post ab.  

Bei einem Radstand von 1695 mm ist ein perfekter Geradeauslauf zu erwarten. Den hat die Rocket. Dass sie aber auch ganz behende um Kurven gewuchtet werden kann, erstaunt dann doch. Wer die mächtigen Lenkerenden im Griff hat, ordentlich Gas gibt und mit einer Portion Mumm ausgestattet ist, kann die massige Triumph ganz schön um die Ecken fliegen lassen, zumal sie dank geänderter Fußrastenstellung erst sehr spät aufsetzt.

Wer so unterwegs sein will, freut sich darüber, dass die fünf Gänge spielerisch leicht raufund runtergeschaltet werden können und staunt, wie kräftig man dann am Bremshebel ziehen muss, um die Fuhre zu verzögern. Und man staunt weiter beim Blick auf die Reichweitenanzeige: Der Benzinvorrat im 24-Liter-Tank scheint zu schmilzen wie Eis in der Sahara. Die putzig kleine Anzeige übertreibt zwar ein wenig, doch bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,6 Liter Super ist das Spritfass viel zu schnell leer. Klar, die Rocket III Roadster ist nicht zum Sparen gebaut, was bei einem Basispreis von 16 990 Euro auch kaum wundert. Dafür gibt’s aber eine affenscharfe Maschine, die extrem viel Dampf unterm Hintern hat, jede Menge Chrom zum Polieren und die dem Fahrer ein richtig breites Kreuz verpasst. Aufpreisfrei.

Volker Pfau

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