Fahrbericht

Lexus LS500h im Test: "Omotenashi" in der Oberklasse

Luxuriöser Exot: Lexus bringt die fünfte Generation des LS heraus. Mindestens 93 300 Euro sind für den LS500h fällig. Foto: Sebastien Mauroy/Lexus/dpa
1 von 6
Luxuriöser Exot: Lexus bringt die fünfte Generation des LS heraus. Mindestens 93 300 Euro sind für den LS500h fällig. Foto: Sebastien Mauroy/Lexus/dpa
Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger ist die neue Limousine flacher und sieht sportlicher aus. Foto: Sebastien Mauroy/Lexus/dpa
2 von 6
Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger ist die neue Limousine flacher und sieht sportlicher aus. Foto: Sebastien Mauroy/Lexus/dpa
Die Passagiere erwartet innen ein luxuriöses Ambiente. Das lässt sich schon an den von Hand gefalteten Türverkleidungen erkennen. Foto: Lexus/dpa
3 von 6
Die Passagiere erwartet innen ein luxuriöses Ambiente. Das lässt sich schon an den von Hand gefalteten Türverkleidungen erkennen. Foto: Lexus/dpa
Zum Verwöhnprogramm des LS500h gehören auch eine aufwendige Klimaanlage und Liegesitze im Fond. Foto: Lexus/dpa
4 von 6
Zum Verwöhnprogramm des LS500h gehören auch eine aufwendige Klimaanlage und Liegesitze im Fond. Foto: Lexus/dpa
Das Assistenzpaket ist modern. Der LS folgt automatisch seiner Spur, hält Abstand und Tempo. Er verfügt zudem über eine Elektronik, die Fußgängern aktiv ausweicht. Foto: Lexus/dpa
5 von 6
Das Assistenzpaket ist modern. Der LS folgt automatisch seiner Spur, hält Abstand und Tempo. Er verfügt zudem über eine Elektronik, die Fußgängern aktiv ausweicht. Foto: Lexus/dpa
Der Lexus LS500h soll sich gegen Mercedes S-Klasse, Audi A8 und BMW 7er behaupten. Auch wenn er auf der Höhe der Zeit ist und ein Verwöhnprogramm an Bord hat, wird das in Europa schwer. Foto: Sebastienmauroy.com/Lexus/dpa
6 von 6
Der Lexus LS500h soll sich gegen Mercedes S-Klasse, Audi A8 und BMW 7er behaupten. Auch wenn er auf der Höhe der Zeit ist und ein Verwöhnprogramm an Bord hat, wird das in Europa schwer. Foto: Sebastienmauroy.com/Lexus/dpa

Sie kämpfen auf verlorenem Posten, aber sie tun es mit Würde und Anmut. Auch die fünfte Generation des Lexus LS wird gegen Mercedes S-Klasse, Audi A8 und BMW 7er keine Chance haben. Wer sich trotzdem für die Luxuslimousine entscheidet, wird umso liebevoller umsorgt.

Berlin (dpa-infocom) - Eines muss man den Japanern lassen: Sie haben einen langen Atem. Seit bald 30 Jahren rennt Toyota mit seiner Luxusmarke Lexus und deren Flaggschiff LS gegen Mercedes, Audi und BMW an - und ist dabei gegen S-Klasse, A8 und 7er über einen Achtungserfolg nicht hinausgekommen.

Die Japaner bringen die fünfte Generation des LS an den Start - und haben sich dabei mehr Mühe gegeben als je zuvor. Wer sich ab Mitte Januar für 93 300 Euro aufwärts die asiatische Alternative zu den deutschen Anzug-Autos bestellt, der wird zwar weiterhin einen Exoten fahren. Aber er fährt ein Auto, das mit mehr Verstand und Herzblut entwickelt wurde als die meisten anderen Modelle am Markt. Und eines, in dem er liebevoller umsorgt wird als bei Mercedes und Co.

Gastfreundschaft für Fremde

Das Schlüsselwort dafür heißt "Omotenashi" und steht für die japanische Gastfreundschaft, die einem Fremden jeden Wunsch erfüllen möchte, bevor er überhaupt ausgesprochen ist. Im neuen Lexus LS beginnt das lang vor dem Losfahren.

Sobald man den Wagen entriegelt, hebt er sich um vier Zentimeter an, damit man sich beim Einstiegen nicht so anstrengen muss. Während das indirekte Licht in den Türtafeln in der Wärme japanischer Papierlaternen strahlt, öffnen sich die Seitenwangen der 28fach verstellbaren Sitze, und selbst das Gurtschloss reckt sich den Insassen um fünf Zentimeter entgegen, um das Anschnallen zu erleichtern.

Takumi für alle Sinne

Diese Willkommenskultur ist nicht die einzige japanische Eigenheit. Auch beim Ambiente hält sich der Lexus an die Tradition und setzt auf "Takumi" - besonders kunstfertiges Handwerk, das der Limousine einen ganz eigenen Charakter gibt.

Der auf 5,24 Meter gestreckte und deshalb entsprechend geräumige Luxusliner sieht von außen mit seinem wie aus einem Manga-Comic übernommenen Kühlergrill und einer fast schon sportlichen Coupé-Silhouette frisch und modern aus. Dagegen wirkt er innen mit den von Hand im Origami-Stil gefalteten Stoffen auf den Türtafeln, Kristallglas in den Konsolen und aufwendig verarbeiteten Hölzern sehr traditionell.

Verstaubtes Cockpit

Das ist Geschmackssache und wird deshalb nur optional angeboten. Doch selbst im konventionellen Business-Trimm wirkt die Limousine innen weniger frisch als außen. Denn so üppig die Komfortausstattung auch sein mag, so bequem man auf den First-Class-Sesseln mit Ottomane und Shaihazu-Massage im Fond liegt und so feinfühlig die Klimaanlage sich auf jeden Fahrgast individuell einstellt, so altbacken wirkt der Platz rund um das Lenkrad: Die Bildschirme zu klein und ohne Touchfunktion, das Trackpad auf der Mittelkonsole antiquiert und die Schalter bei aller Finesse irgendwie angestaubt - die Generation Smartphone kann man damit nicht ködern. Und für Traditionalisten ist die Limousine trotzdem zu modern.

Dabei ist der Lexus sonst auf der Höhe der Zeit - oder sogar voraus. Schließlich bietet er ein ganzes Heer von Assistenzsystemen und kommt dem autonomen Fahren dabei so nahe wie Mercedes und Co. Und in Sachen Sicherheit geht er sogar noch weiter: Statt für Fußgänger nur zu bremsen, weicht er ihnen sogar aus.

359 PS und trotzdem kein Spaß

Das aus der Zeit gefallene Cockpit ist nicht der einzige Grund, weshalb man im Lexus LS hinten rechts besser aufgehoben ist als vorne links. Das liegt vor allem am Motor. Denn auch da bleiben sich die Japaner treu und setzen auf einen klassischen Hybrid-Antrieb. Der mag vielleicht im Alltag besonders sparsam sein. Aber als Kombination aus einem V6-Benziner, zwei E-Motoren und einem relativ kleinen Akku bietet er nicht die elektrische Performance der Konkurrenten mit Plug-In-Hybrid und kann nur wenige hundert Meter ohne Sprit fahren. Und mit 264 kW/359 PS hat er auch lange nicht so viel Dampf wie die V8-Modelle, die bei Audi, BMW und Mercedes auch weiterhin den Ton angeben.

Natürlich fährt der LS500h nicht schlecht. Immerhin wuchtet der Tandem-Antrieb die Luxuslimousine in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, schafft die standesgemäßen 250 Sachen und braucht im Mittel bestenfalls nur 6,2 Liter (CO2-Ausstoß: 148 g/km). Die Option auf Allradantrieb sowie die serienmäßige Hinterachslenkung garantieren auch in Kurven eine gewisse Dynamik. Doch wer Fahrspaß sucht, wird bei der Konkurrenz schneller fündig.

Fazit: Sonderling im Smoking

Auch in der fünften Auflage mag der Lexus zumindest in Europa ein Außenseiter bleiben. Aber mehr denn je beweist er dabei Charakter und eine eigene Note. Wer sich für den Sonderling im Smoking entscheidet, bekommt deshalb keine Kopie von S-Klasse und Co., sondern ein Original.

Datenblatt: Lexus LS 500h AWD

Motor und Antrieb: Hybrid-Antrieb mit V6-Benziner und 2 E-Motoren
Hubraum: 3456 ccm
Systemleistung: 264 kW/359 PS
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 3100 U/min
Antrieb: Allradantrieb
Getriebe: Stufenlose Automatik
Maße und Gewichte
Länge: 5235 mm
Breite: 1900 mm
Höhe: 1450 mm
Radstand: 3125 mm
Leergewicht: 2250 kg
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: 430 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,5 s
Durchschnittsverbrauch: 7,1 Liter/100 km
Reichweite: k.A.
CO2-Emission: 169 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU6
Energieeffizienzklasse: D
Kosten
Basispreis der Lexus LS500h: 93 300 Euro
Grundpreis des Lexus LS500h AWD: 96 600 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: 218 Euro/Jahr
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: Zehn Airbags, LED-Scheinwerfer, Spurhalteassistent
Komfort: Klimaautomatik, Klimatisierte Ledersitze, adaptives Fahrwerk
Öko-Technik: Hybrid-Antrieb

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Rasende Motorradfahrer: So erwischt die Polizei Biker mit Blitzerfotos
Rasende Motorradfahrer: So erwischt die Polizei Biker mit Blitzerfotos
Diese Kombinationen sind auf Ihrem Kennzeichen verboten
Diese Kombinationen sind auf Ihrem Kennzeichen verboten
So reinigen Sie Ihre Autositze mit Hausmitteln
So reinigen Sie Ihre Autositze mit Hausmitteln
Was diese Studentin in der Garage ihrer Oma findet, haut alle aus den Socken
Was diese Studentin in der Garage ihrer Oma findet, haut alle aus den Socken

Kommentare