Streckenabhängige Abrechnung

Geheime Pläne: Zahlen Vielfahrer bei der Maut doch drauf?

Werden Vielfahrer und Pendler bei der Maut doch zur Kasse gebeten?
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Werden Vielfahrer und Pendler bei der Maut doch zur Kasse gebeten?

Eigentlich sollten deutsche Autofahrer bei der Maut nicht draufzahlen. Das hat Verkehrsminister Dobrindt verkündet. Doch ist das wirklich so?

Kommt die Maut nun doch für die deutschen Autofahrer? Zumindest für alle Pendler und Autobahn-Fahrer könnte dies der Fall sein. Das Bundesfinanzministerium will nämlich die geplante PKW-Maut an die zurückgelegten Kilometer auf der Autobahn koppeln. So vermeldet es zumindest das Magazin "Stern" unter Berufung auf eine Stellungnahme des Bundesrechnungshofs.

"Streckenabhängige Maut": Was steckt dahinter?

Dem Bericht zufolge zitiert der Rechnungshof aus einer Ministeriumsvorlage, in der es heißt: "Danach strebt es (das Ministerium) überdies an, die Infrastrukturabgabe in eine streckenabhängige Maut umzuwandeln."

Da eine streckenabhängige Maut sich nicht mit der Kfz-Steuer verrechnen lasse, würde damit das Versprechen gebrochen, keinen Autofahrer zur Kasse zu bitten.

Bundesregierung dementiert Stellungnahme zur PkW-Maut für Vielfahrer

Die Bundesregierung hat den Bericht über umstrittene Pläne zurückgewiesen. "Eine streckenbezogene PKW-Maut ist weder geplant noch politisch gewollt. Die Bundesregierung verfolgt keine Pläne für eine streckenbezogene PKW-Maut", teilten Bundesverkehrsministerium und Bundesfinanzministerium mit. "Es bleibt dabei: Durch die Infrastrukturabgabe wird es keine Mehrbelastung deutscher Autofahrer geben."

PkW-Maut wird 2019 eingeführt

Der Bundesrat machte Ende März nach jahrelangem Streit den Weg für die Maut auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen frei. Danach müssen alle inländischen Autobesitzer eine Jahresmaut zahlen, die vom Konto abgebucht wird.

Sie richtet sich nach Größe und Umweltfreundlichkeit des Motors. Im Schnitt kostet sie 67 Euro, maximal 130 Euro. Benziner sind günstiger als Diesel. Für Ausländer gibt es neben der genauso berechneten Jahresmaut auch zwei Kurzzeittarife.

dpa/mil

Pkw-Maut: Das müssen Sie wissen

Mehr als 20 europäische Staaten bitten Autofahrer für die Benutzung von Autobahnen, Brücken oder Tunnels zur Kasse. © ap
Maut-Systeme gibt es unter anderem in Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Mazedonien, Polen, Portugal, Serbien und Spanien. © dpa
In Europa gibt es unterschiedliche Maut-Abrechnungssysteme. © dpa
VIGNETTEN: Bei diesem System zahlen Autofahrer einen Pauschalbetrag für die Straßennutzung - neben Österreich zum Beispiel in Bulgarien, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien sowie in Tschechien und Ungarn. © dpa
Viele Länder bieten neben Jahresgebühren auch kostengünstigere Wochen- oder Monats-Vignetten an. © dpa
Nur die Schweiz erhebt immer eine Pauschalgebühr von 31,50 Euro. Die Jahresgebühren in anderen Staaten sind unterschiedlich hoch - von 28 Euro in Rumänien bis hin zu 148 Euro in Ungarn. Bei Ländern ohne Euro kommen Wechselkursschwankungen hinzu. © ADAC
ABRECHNUNG NACH STRECKE: Viele europäische Länder kassieren Maut beim Einfahren auf oder Verlassen von Autobahnen oder Schnellstraßen. Die Gebühr für das Ticket berechnet sich nach den zurückgelegten Kilometern. © dpa
SONDERMAUT: In einigen Ländern werden Brücken-, Tunnel- oder City- Sondermaut fällig. In Norwegen gibt es 140 solcher Mautstationen. © dpa
Auf dem Weg zwischen Kopenhagen (Dänemark) und Malmö (Schweden) kostet zum Beispiel die Nutzung der Öresund-Brücke Maut. Auch einige Tunnel in den Alpen sind gebührenpflichtig. © dpa
STRAFEN: Verstöße gegen die Maut-Regelungen können teuer werden. In der Slowakei ist beispielsweise eine Strafe bis zum Zehnfachen des Jahresvignetten-Preises möglich: 500 Euro. Slowenien kann bis zu 800 Euro kassieren, wenn Autofahrer nicht sofort 150 Euro Bußgeld zahlen. © dpa
Auch Österreich versteht bei Mautprellern keinen Spaß. Hier wird eine Ersatzmaut von 120 Euro fällig. Zahlt ein Autofahrer nicht sofort, können Bußgelder mindestens 300 Euro kosten. Die Schweiz verlangt den Preis einer Jahresvignette und 70 Euro zusätzlich. © dpa

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