Mehr als 148 000 Fahrer haben keine Punkte in Flensburg mehr

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"0 Punkte in Flensburg": Darüber freuen sich nun etliche Autofahrer in Deutschland. Foto: Carsten Rehder

Berlin (dpa) - Am 1. Mai trat die "Punktereform" für schwere Verstöße am Steuer in Kraft. Die Folgen für die Verkehrssicherheit müssen sich noch zeigen. Für tausende Wagenlenker waren die Neuerungen aber schon erfreulich.

Dank des neuen Punktesystems für Verkehrssünder haben etliche Autofahrer in Deutschland keinen Eintrag in Flensburg mehr. Rund 148 000 Fahrer wurden bei der Umstellung zum 1. Mai allein aus dem digitalen Bestand des Kraftfahrt-Bundesamts gelöscht, wie aus einer ersten Auswertung des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht. Inzwischen werden im wesentlichen nur noch sicherheitsgefährdende Verstöße gespeichert. Punkte für leichtere Ordnungswidrigkeiten wurden deswegen gelöscht - etwa für das Fahren in einer Umweltzone ohne Plakette, das auch nicht mehr mit einem Punkt geahndet wird.

Elektronisch sind 6,1 Millionen Autofahrer in Flensburg erfasst und damit 71 Prozent des gesamten Bestands. Die digitalen Daten wurden zum Stichtag 1. Mai auf das neue System umgestellt. Daneben gibt es ältere Papierakten zu weiteren 2,5 Millionen Fahrern. Diese Konten werden schrittweise bei der nächsten aktuellen Bearbeitung jeweils rückwirkend zum 1. Mai umgestellt. Angaben dazu, wie viele Einträge aus dem Papierbestand herausfielen, wurden vorerst nicht gemacht.

Existierende Punkte wurden ins neue System umgerechnet. Anstelle der vorherigen Skala von 1 bis 7 Punkten gibt es jetzt je nach Schwere des Vergehens 1, 2 oder 3 Punkte. Der Führerschein wird bei 8 statt 18 Punkten entzogen. Punkte verjähren nun getrennt, und zwar je nach Schwere nach zweieinhalb, fünf oder zehn Jahren. Zuvor verhinderte jeder neue Verstoß, dass die erfassten Punkte insgesamt verschwinden.

Die Umrechnung bedeutet zum Beispiel, dass gefährliche Überholmanöver mit einem Punkt statt mit zwei Punkten bewertet werden. Wer innerorts 31 bis 40 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt, bekommt 2 statt 3 Punkte. Bei einem Alkohol-Vollrausch am Steuer sind 3 statt der bisherigen 7 Punkte fällig.

Rund um die Umstellung erkundigten sich deutlich mehr Bürger nach ihrem Punktekonto. Von Mai bis Ende Oktober erteilte das Bundesamt in Flensburg 242 000 Auskünfte zum Register, das waren 57 000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Am stärksten war der Ansturm im April und Mai. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit verlängerte sich zeitweise auf bis zu zwölf Werktage, pendelte sich ab Juli dann aber wieder auf zwei bis drei Werktage ein.

Insgesamt sind in Flensburg derzeit rund 8,6 Millionen Autofahrer wegen schwerer Verstöße am Steuer erfasst, die meisten sind Männer. Im November vergangenen Jahres waren es 8,9 Millionen gewesen.

Auskunft über ihren aktuellen Punktestand im Fahreignungsregister und die jeweiligen Tilgungsfristen für einzelne Einträge erhalten Verkehrssünder auf Antrag. Die Information gibt es jeweils kostenlos.

Der Antrag über das Internet setzt einen Personalausweis voraus, der nach dem 1. November 2010 ausgestellt wurde und bei dem die Online-Ausweisfunktion (eID-Funktion) aktiviert ist. Für die elektronische Authentifizierung brauchen Nutzer ein Lesegerät für den Chip im Ausweis und die passende App auf ihrem Computer.

Für den Antrag per Post steht auf der KBA-Homepage ein Formular zum Download bereit, das der Antragsteller mit Angaben zu seiner Person ausfüllt und unterschreibt. Als Identitätsnachweis muss eine Kopie des Personalausweises (Vorder- und Rückseite) beziehungsweise Reisepasses beigefügt werden, oder eine siegelführende Stelle wie etwa eine Gemeindeverwaltung beglaubigt die Unterschrift.

Für die Auskunft vor Ort reicht es, einen gültigen Ausweis vorzulegen. Die Information über den Punktestand gibt es dann sofort, beim Antrag online oder per Brief antwortet das KBA auf dem Postweg.

Von sich aus informiert das KBA ab einem bestimmten Punktestand das jeweils zuständige Straßenverkehrsamt, das die Information an den Betroffenen weiterreicht: Bei vier bis fünf Punkten kommt eine Ermahnung mit dem Hinweis, durch die Teilnahme an einem Fahreignungsseminar einen Punkt abbauen zu können. Bei sechs bis sieben Punkten folgt die Warnung, dass der Führerscheinentzug droht, bei acht Punkten die Information über die Führerscheinsperre.

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