Mercedes: Eine Klasse für sich

+
Sparsamer Bestseller: Seine kräftige Motorisierung und ein Verbrauch von 6,5 Litern Benzin dürfte auch das jüngere Publikum locken und die Absatzzahlen weiter steigern

Es ist vermutlich das charakterstärkste Coupé, das Mercedes je gebaut hat. Mit der gedrungenen und lang gestreckten Eleganz der Frontpartie und dem bullig abrupt...

...abgeschnittenen Heck ist den Designern ein echtes Ausrufezeichen gelungen. Kein Wunder, dass sich dieser Mercedes verkauft wie geschnitten Brot. Von der gesamten C-Klasse wurden seit Jahresbeginn 321.200 Fahrzeuge verkauft – ein Plus von 13,7 Prozent. Dr. Joachim Schmidt, Mitglied der Geschäftsleitung Mercedes-BenzCars, Vertrieb und Marketing: „Getragen wurde das Wachstum insbesondere von der neuen Generation.“ Tendenz steigend. Eine Probefahrt im Coupé:

Rassig: Das Heck des Zweitürers ist bulliger geworden.

Beim Einsteigen in die Fahrgastzelle, respektive in diesem Fall in die Fahrer-Lounge (gibt es doch mittlerweile sogar Porzellanlack-Eleganz), stellt sich die Frage: Bin ich noch in der C- oder doch schon in der E-Klasse? Bei der Technik gibt es nur ein paar feine Unterschiede, und auch bei der Größe schlagen lediglich 11 Zentimeter weniger bei der C-Klasse zu Buche. Am auffälligsten vielleicht: Die E-Klasse wirkt seitlich etwas filigraner, was an der fehlenden B-Säule liegt. Und auch beim Preis gibt es zwar eine Differenz, aber keinen Klassen-Unterschied. Der C 250 Blue Efficiency liegt mit 41.174 Euro um knapp 5.000 Euro unter dem vergleichbaren E 250 Coupé.

Lounge-Gefühl: Das Cockpit wirkt fast wie das der E-Klasse.

Ebenfalls auffällig: Bei den Motoren bietet die C-Klasse nach oben mehr. Mit dem C 63 AMG (457 PS – mit Performance Package sogar 485 PS) haben die Stuttgarter sogar eine Vollblut-Rennmaschine im Stall. Doch bevor wir auf die Spitze schielen, Testfahrt mit dem C 250. Aus dem Vierzylinder-Mini-Benziner (1,8 Liter Hubraum) lassen sich zwar „nur“ 204 Pferdestärken herauskitzeln, die Maschine ist jedoch dank Turbo durchzugskräftig, und in Kombination mit der schnell ansprechenden Siebengang-Automatik wirkt der Sprint von 0 auf 100 schon recht ordentlich. In 7,8 Sekunden schafft es der 250er, zwar nicht ganz so gelassen wie die Mercedes-Sechszylinder-Motoren, aber die Power ist ausreichend. Dabei setzt sich dieses Triebwerk bei den internen Spritsparmeisterschaften von Mercedes in die Spitzengruppe. 6,5 Liter auf 100 Kilometer. Noch weniger braucht übrigens die Dieselvariante 220 CDI. Hier will der Motor nur 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Wie am Motor lässt sich auch am Fahrwerk des kleinen C nichts aussetzen. C wie Comfort ist beim dynamischen Fahrwerk jene Stufe, die sportliche Fahrer allenfalls beim langen Tempo-130-Gleiten auf der Autobahn brauchen. Schon bei S fühlt sich das Auto wie ein echtes Coupé an: Um 15 Millimeter tiefer gelegt, hart und straff abgestimmt lässt einem dieses Fahrwerk die Straße spüren, wie es sich gehört.

Mercedes-Benz: Die neue Generation der C-Klasse

Mercedes-Benz: Die neue Generation der C-Klasse

Bei der AMG-Ausstattungsvariante fühlt sich das noch besser an. Doch Vorsicht! Was so aussieht wie ein AMG ist kein echter. Denn der ist ein ganz anderes Kaliber. Aber noch einmal kurz in die Mecker-Ecke: Alles gut beim C-Klasse Coupé, doch weil es ein echter Mercedes ist, hat es leider auch das umständliche Command-System. Man würde sich wünschen, dass die Stuttgarter das von Apple überarbeiten lassen.

Nun aber mindestens in die Königs-, wenn nicht sogar in die Kaiserklasse der Coupés. Der C 63 AMG ist ein echter Hammer. Angetrieben von der gleichen Maschine wie der SLS, allerdings mehr als 100 PS schwächer (457 PS), ist er ein echtes Höllengerät (0 auf 100 in 4,3 Sekunden). Mit dem Diffusor unter dem Heck, der einst die Formel fast zum Einstürzen brachte, wirkt er wie ein Muscle Car, aber eines das mit der Eleganz von Mercedes gekreuzt wurde. Also nicht Fleisch gewordener Kleiderschrank im peinlichen weißen, ärmellosen Shirt, sondern ein Muskelprotz im Armani-Anzug. Entsprechend ist auch der Preis. Ohne das Performance Package (zusätzliche 30 PS) kostet der C 63 ab 72.590 Euro. Fazit: Die neue C-Klasse darf umbenannt werden – in die hohe C-Klasse.

RDF

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Auch Benziner sind Feinstaub-Schleudern
Auch Benziner sind Feinstaub-Schleudern
Das ist der neue Suzuki Swift
Das ist der neue Suzuki Swift
Darauf müssen Wohnwagen-Besitzer achten
Darauf müssen Wohnwagen-Besitzer achten
Cannabis am Steuer macht Führerschein-Gutachten unwirksam
Cannabis am Steuer macht Führerschein-Gutachten unwirksam

Kommentare