Mercedes AMG GT

Der Herausforderer

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Der Mercedes AMG GT beschleunigt dank V8-Aggregat mit 510 Biturbo-PS in 3,8 Sekunden von null auf Tempo 100.

Jetzt ist es also wirklich ernst! Porsche, jahrzehntelang verwöhnter Alleinherrscher in der gehobenen Sportwagenklasse, hat einen echten Herausforderer bekommen.

Und zwar aus deutschen – und noch pikanter – ausgerechnet aus schwäbischen Landen. Er hört auf den Namen AMG GT und soll die mit dem SLS in der Supersportwagenklasse schon extrem erfolgreiche Submarke von Mercedes nun auch in die prestigeträchtigen 911er- Gefilde bringen. Welche Chance hat er? Oder ist die Zuffenhausener Porsche- Ikone zu stark für den Mercedes-Neuling aus Affalterbach? Eine erste Ausfahrt mit dem AMG GT in der S-Version.

Aussehen

Schön steht er ja schon mal da auf der Straße, das zweite komplett von den Affalterbachern entwickelte Auto. Lange, kräftige Schnauze, mächtige Powerdomes auf der Haube, weit nach hinten gezogene Fahrerkabine, kräftige Hinterbacken, durchtrainiert, wie bei einem Langstreckenläufer. Ein echter Kerl. Dynamisch, aber schick.

Klang

Zum Glück kann man den kernigen, von Auspuffklappen gesteuerten Sound, der auch bei einem ausgewachsenen Metal-Konzert als Horsd’oeuvre eingespielt werden könnte, per Knopfdruck regulieren. Also leise aus der Garage rollen, die Nachbarn schlafen noch, und erst auf der Landstraße krachen lassen. Sportwagen soft, zugegebenermaßen aber süchtig machender Höllensound auf Verlangen. Punkt für AMG.

Komfort & Sportlichkeit

Der 911er-Herausforderer hat zwei Seiten. Die Komfortable eines echten Mercedes. Das Hineinplumpsen in die Luxuswolke, das sanfte unaufgeregte Gleiten im Alltagsbetrieb. Rückzugsraum Auto. Und dann das Tier! Mit einem frechen Fauchen und dann einem tiefen Grollen erwacht der AMG GT aus seinem Schlaf. Aus dem anständigen Dr. Jekyll wird der schmutzige Mister Hyde. Und dafür verantwortlich sind …

…Motor und Antrieb

Das komplett neu entwickelte V8-Aggregat mit 510 Biturbo- PS ist ein kleiner böser Bastard (null auf 100 km/h in 3,8 Sekunden, 650 Nm Drehmoment, Höchstgeschwindigkeit: 310 Stundenkilometer, Verbrauch 9,4 Liter).

Als Frontmittelmotor eingebaut, sorgt er für einen entsprechenden und Sportwagen typischen Tiefpunkt. Die Kraftübertragung erfolgt im sogenannten Transaxle- Prinzip, das heißt, das Getriebe liegt auf der Hinterachse und somit hat der AMG GT eine perfekte Gewichtsverteilung von 47 Prozent vorn und 53 Prozent hinten. Damit ist der extrem leichte Spitzensportler (1570 Kilo Leergewicht dank 93-prozentiger Aluminiumkarosse) von AMG extrem agil und dynamisch in den Kurven unterwegs. So wie eine ausgehungerte Katze, der gerade eben eine fette Maus über den Weg gelaufen ist. Gebaut von Rennfahrern für die Rennstrecke. Aber: Wer das klare, direkte und puristische Handling eines Porsches schätzt, wird im AMG GT nicht die direkte Entsprechung finden. Hier ist alles einen Tick weicher, aber nichtsdestoweniger genauso sportlich.

Der Preis

Mit 115.430 Euro liegt der AMG GT (462 PS und erst in circa einem halben Jahr lieferbar) auf Augenhöhe eines vergleichbaren 911er Porsches. Der AMG GTS, den es als Erstes zu kaufen gibt, schlägt mit 134.351 Euro zu Buche. Ebenfalls eine klare Kampfansage an die Kollegen aus Zuffenhausen.

Einen GT 3 für den Kundenrennsport, so weit hat es AMG-Chef Tobias Moers durchblicken lassen, wird es auf alle Fälle geben, von weiteren Derivaten, zum Beispiel einem Cabriolet, ist auszugehen.

Fazit

Wem die zeitlose und immer nur behutsam weiterentwickelte Schönheit des 911er nicht mehr den Kick der Einzigartigkeit gibt (vielleicht auch weil die Porsche-Dichte wie zum Beispiel in München zu hoch ist), der sattelt aus diesen Beweggründen auf den Herausforderer um. Oder er lässt sich von der jetzt schon zeitlosen Ästhetik eines ganz neuen und frischen Sportwagens beeindrucken, dessen Interpretation von Sportlichkeit und Dynamik mit einem kräftigen Schuss Eleganz gewürzt ist.

Sinnlicher Supersportler: Mercedes AMG GT

Mercedes AMG GT
Imposante, grimmige Optik, gewaltige Power: der Mercedes AMG GT mit 462 PS. © Mercedes
Mercedes AMG GT
Extrem kraftvoll: Mercedes AMG GT sprintet in 3,8 Sekunden von null auf Tempo 100 und fährt Höchstgeschwindigkeit 310 km/h. Für die Performance sorgt ein neu entwickelter AMG 4,0-Liter-V8-Biturbomotor. © Mercedes
Mercedes AMG GT
Flache und breite Leuchten mit neuen Lauflichtblinkern am Heck des Mercedes AMG GT. © Mercedes
Mercedes AMG GT
Sein „Kampfgewicht“ liegt bei 3,08 Kilogramm pro PS. Die Chassis inklusive Greenhouse und Karosserie sind aus Leichtmetall gefertigt, der Heckdeckel aus Stahl und das Front-Deck aus Magnesium. Das Rohbaugewicht beträgt 231 Kilogramm. © Mercedes
Mercedes AMG GT
Mit einem Tastendruck startet das neue High-Performance-Triebwerk im Mercedes-AMG GT: Schon der Sound beim Starten erzeugt Gänsehaut. Der 4,0-Liter-V8-Biturbomotor wurde speziell für den GT entwickelt. © Mercedes
Mercedes AMG GT
Dank der praktischen Heckklappe und dem Kofferraum ist der Mercedes AMG GT - auch als Zweisitzer, laut seinen Erbauern - besonders gut als Reisemobil geeignet. © Mercedes
Mercedes AMG GT
Der Preis für den Mercedes AMG GT soll bei etwa 115.000 Euro liegen. © Mercedes

RDF

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