Mini Coupé: Ein Lausbub zum Verlieben

+
Das Mini Coupé: Hinschauen und Fühlen machen Riesenspaß. Auch die Fahrfreude kommt nicht zu kurz

Ja, so ein Lausbub! Frech dreinschauend, aufmüpfig grinsend, die Baseballkappe falsch herum aufgesetzt – so wirkt das jüngste Mitglied der Mini-Familie, das Mini Coupé.

Wir haben den Lauser getestet. Das Ergebnis: Außen Lümmel, innen Stilikone und Raumwunder – so etwas kann wirklich kein anderes Auto.

Mini und doch maxi. Das Platzangebot ist die erste Überraschung: Im Fond haben Fahrer und Beifahrer fast so viel Freiheit wie in einer großen Limousine. Kein Wunder schließlich besteht diese Auto ja nur aus Fond, der aber so geräumig ist, dass sogar noch ein überraschend großer Kofferraum (280 Liter) drin ist. Hier bringt man wahlweise alle Einkäufe für ein Party-Wochenende unter, kann aber auch (natürlich auch abhängig vom Kleidungsbedarf der Partnerin) einen ein- bis zweiwöchigen Italien-Urlaub daraus bestreiten.

Das Dach erinnert an eine umgedrehte Baseballkappe.

Zweite faustdicke Überraschung: Beim Mini ist der optische Spaß, getreu dem Motto „das Auge fährt mit“ ohnehin ja schon Programm. Und auch beim Coupé haben die (Retro-)Designer wieder hingelangt. Ob die gebürsteten Chromteile, ob die an ein Flugzeug erinnernden Kippschalter – da macht Fühlen und Hinschauen Spaß. Absolut genial jedoch ist das Ambiente-Licht, das von Frühlingsgrün über Eisblau bis hin zu Feuerrot nahezu jede Lebenssituation im Auto auch leuchttechnisch abbilden kann. Unübertroffen bleibt der ausfahrbare Heckspoiler, ein zugegebenermaßen pubertäres und für diese Fahrzeugklasse ungewöhnliches Spielzeug.

Mini Coupé

Bilder vom ersten Mini-Zweisitzer

Rechts der ausfahrbare Heckspoiler

Wahnsinn! Da ist man noch keinen Meter unterwegs gewesen mit dem Lauser – und schon verliebt. Ein wunderbares Bauchgefühl, das sich beim Fahren noch vertieft. Wir hatten das Dieselmodell Cooper SD (Preis ab 26.300 Euro) mit 143 PS (0 auf 100 in 8,1 Sekunden, Testverbrauch knapp 6 Liter auf 100 Kilometer). Der Motor verbreitet mit einem Drehmoment von 305 NM mindestens Formel-3-Feeling. Die extrem direkte Lenkung, der noch tiefer liegende Schwerpunkt als beim Viersitzer und das stramme Fahrwerk vermitteln das Gefühl, einer der legendären tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten zu sein. Motzig, frech, manchmal ungestüm, doch nie ungezogen: Diesen Lausbub muss man mögen.

Bei soviel Fahrspaß und optischem Hochgenuss fallen die Nachteile des Coupés kaum ins Gewicht. Aber es gibt sie: Zum Beispiel der schlechte Überblick nach hinten. Das kleine Fenster hinten und die ausgeprägte C-Säule verstellen den Blick. Da wird das Rückwärtsfahren aus der Ausfahrt zum Abenteuer. Noch ein Pfui: Die schönen Kippschalter aus Plastik???? Hallo, so wichtig kann Gewichtsparen auch wieder nicht sein.

Dennoch: Der Lauser wird in kürzester Zeit ein Kumpel, den man ungern ziehen lässt. Am liebsten würde man die Gummischleuder wieder in die Hosentasche stecken, die Baseballkappe aufsetzen und auf die Straße laufen. Aber leider, leider ist das Mini Coupé zwar eine tolle Kiste – aber (noch) keine Zeitmaschine.

RDF

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die verrücktesten Leichenwagen der Welt
Das sind die verrücktesten Leichenwagen der Welt
Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos
Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos
Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family?
Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family?
X-Klasse: Macht Mercedes den Pickup salonfähig?
X-Klasse: Macht Mercedes den Pickup salonfähig?

Kommentare