Ostern: Experten warnen vor Mega-Staus

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Experten warnen vor Oster-Staus - A7 bei Hamburg gesperrt

Osterzeit ist Reisezeit: Vor allem am Gründonnerstag könnte es auf den Autobahnen voll werden. Einen Vorgeschmack auf die erwarteten Staus gab die Vollsperrung der Autobahn 7 bei Hamburg.

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Die Vollsperrung der stark befahrenen Nord-Süd-Autobahn 7 bei Hamburg hat viele Autofahrer auf den Reiseverkehr zu Ostern eingestimmt. Dann drohen Experten zufolge bundesweit Staus auf vielen Strecken. Vor dem gesperrten Teilstück der A7 stauten sich die Autos am Samstag kilometerweit. Auch auf den Ausweichstrecken ging es nur langsam voran. Grund waren Arbeiten an einer Brücke, um zusätzliche Fahrbahnen zu schaffen. Am Sonntag normalisierte sich die Lage laut Polizei wieder.

Das Wichtigste zum Thema Stau

Meist sind es nur Sekunden, die plötzlich einen Mega-Stau verursachen. "Oft genug bremsen Autofahrer vor Autobahnwegweisern, weil sie sich unsicher sind oder doch nochmal hecktisch auf die Karte schauen", weiß Verkehrsforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Deswegen rät der Experte: Trotz Navigationssystem - vor Reisebeginn einen Blick auf die gute alte Straßenkarte zu werfen. © dpa
Nachtfahrten bieten Vorteile: "Es sind weniger Lkws auf den Straßen und viele Fahrer trauen sich in der Dunkelheit auch nicht zu fahren", weiß Schreckenberg. Wer mit den Kindern in den Urlaub fährt, könne sich nachts zudem über mehr Ruhe im Auto freuen. "Und die große Hitze bleibt einem auch erspart." Eine Nachtfahrt sei jedoch nur etwas für ausgeruhte Fahrer. © dpa
Vorausschauendes Fahren ist Trumpf: "Genügend Abstand zum Vordermann sorgt dafür, dass plötzliches Bremsen selten von Nöten ist", so der Stauforscher. Dadurch wird nicht nur Stillstand auf der Autobahn vermieden, das Auto verbraucht auch weniger Sprit. © dpa
Beim Thema "Reißverschlussverfahren" sind viele deutsche Autofahrer offenbar überfordert: "Als vor 40 Jahren das System eingeführt wurde, funktionierte es ganz gut. Aber mittlerweile haben es die Leute scheinbar wieder verlernt", bedauert der Verkehrsexperte. Wichtig sei es, bei Spurverengungen erst ganz zum Schluss die Fahrbahn zu wechseln, alles andere wirkt sich Schreckenbach zufolge kontraproduktiv aus. © dpa
Spurwechsel zwecklos: Laut Schreckenberg bringt es nichts, bei zähflüssigem Verkehr die Fahrbahn zu wechseln: "Es ist sogar absolut hinderlich für den Verkehrsfluss. Die Menschen haben immer das subjektive Gefühl, der restliche Verkehr sei stets schneller. Wir haben das ausführlich getestet: Als Kolonnenspringer hat man am Ende kaum eine Minute gewonnen und stattdessen erhöhten Stress." © dpa
Umfahrungen lohnen sich meist nicht: "Nur bei Vollsperrung sollte man von der Autobahn abzufahren. Stau hat immer noch eine bestimmte Geschwindigkeit, mit der man weiter voran kommt", so Schreckenberg. Navigationssysteme würden gerne übereifrig Ausweichrouten empfehlen, die dann genauso überlastet seien. "Folgen der Empfehlung ihres Navis nur 10 Prozent der Fahrer, kommt auch dort der Verkehr zum Erliegen." © dpa
Wer sich einem Stauende nähert, sollte umgehend den nachfolgenden Verkehr durch Einschalten der Warnblinkanlage aufmerksam machen. Nach einem Urteil des Landgerichts Memmingen kann dem Fahrer bis zu 25 Prozent Haftung auferlegt werden, sollte es im Stau zu einem Auffahrunfall wegen nicht eingeschaltetem Warnblinker kommen. © dpa
Kommt der Verkehr zum Erliegen, sollte rechtzeitig der Motor abgestellt werden. Der Umwelt zuliebe, und auch dem eigenen Auto: So vermeiden Sie, dass Ihr Wagen mit einem leeren Sprittank oder überhitzten Kühler selbst zum Verkehrshindernis und Stauverursacher wird. © dpa
"Autofahrer machen viel zu selten eine Pause. Im Urlaubsverkehr kommt es aber in der Regel nicht auf eine Stunde an", meint der Experte. Es gehe ja nicht darum, als Erster anzukommen, sondern entspannt an sein Reiseziel zu gelangen. Deswegen einfach mal Rasten. "Mit Stress auf der Straße versaut man sich nur gleich den Urlaubsstart." © dpa
Wenn nichts mehr vorwärts geht, müssen die Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Jede Hilfe sollte den Unfallort schnell erreichen können. Die Rettungsgasse ist immer zwischen der äußersten linken und der zweiten Spur von links zu bilden, ganz gleich wie viele Fahrstreifen vorhanden sind. In der Mitte liegt sie nur bei einer zweispurigen Fahrbahn. Der Standstreifen dient übrigens nur dazu, liegen gebliebene Fahrzeuge aufzunehmen. © dpa
An die sicherste Methode, um Stau und Stress mit dem Urlaubsauto zu umgehen, denken nur wenige Reisende: Mit dem Autoreisezug können viele hundert Kilometer zurückgelegt werden, ohne auch nur einen einzigen Stau zu erleben. Bucht man zu bestimmten Zeiten, ist die Kombination aus Straße und Gleis unter Umständen sogar günstiger. © dpa

Osterreisende müssen sich auf den Autobahnen auf viel Verkehr und Staus einstellen. Vor allem auf der A8 und A5 im Südwesten könnten Urlauber, Ausflügler und Pendler vor den Feiertagen in die Staufalle fahren: „Gründonnerstag-Nachmittag wird die Hölle los sein“, sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes Baden-Württemberg voraus. In Niedersachsen und Bremen begannen die Osterferien schon an diesem Wochenende. So richtig losgehen dürfte der Verkehr eine Woche später (ab 30./31. März), wenn fast überall in Deutschland schulfrei ist.

Die Staustrecken

  • Großräume Hamburg, Berlin, Köln und München
  •  A 2 Hannover – Dortmund – Köln
  • A 3 Frankfurt – Würzburg – Nürnberg
  • A 5 Frankfurt – Karlsruhe – Basel
  • A 6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
  • A 7 Hamburg – Hannover – Würzburg – Füssen

  • A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg

  • A 9 Berlin – Nürnberg – München

  • A 61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen

  • A 81 Stuttgart – Singen

  • A 93 Inntaldreieck – Kufstein

  • A 95 München – Garmisch-Partenkirchen

„Staus aus allen Richtungen“ erwartet der Verkehrsexperte vor den Osterfeiertagen auf der A8 bei Stuttgart-Leonberg, am Stuttgarter Flughafen und am Kreuz Walldorf, wo sich die A5 und A6 treffen. Langsam vorangehen könnte es für Autofahrer auch auf der A96 Memmingen-Lindau, der Strecke vom Allgäu zum Bodensee. „Rund um den Bodensee wird ordentlich was los sein - wenn das Wetter stimmt“, schätzt der Stuttgarter Fachmann.

Zu den stauanfälligen Strecken zählen zudem das Karlsruher Dreieck, wo A5 und A8 zusammenkommen sowie der Albaufstieg bei Aichelberg (A8), wo Gründonnerstag Richtung München und Ostermontag Richtung Stuttgart viel los sein könnte. Lastzüge dürften immerhin kaum die Fahrt behindern: Am Karfreitag sowie am Ostersonntag und Ostermontag gilt ein Fahrverbot für die allermeisten Lastwagen.

Schon an diesem Wochenende rollte in Niedersachsen mehr Verkehr auf den klassischen Reisestrecken A2 und A7. Viele seien Richtung Süden unterwegs, um in den Osterferien noch Ski zu fahren. „Die Situation haben wir zu Ferienbeginn immer“, sagte ein Polizeisprecher. Richtig viel Verkehr werde es erst in der Osterwoche geben. Polizei und ADAC empfehlen: Stoßzeiten wie den Berufsverkehr vermeiden und möglichst nicht freitags und samstags reisen.

Die Erneuerung der Brücke über der Autobahn 7 bei Hamburg ging am Sonntag rasch voran. „Mit den Baumaßnahmen kommen wir sogar ein bisschen schneller voran als gedacht“, sagte Bauleiter Christian Rohde am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Die neue, größere Brücke ist nötig, weil die Autobahn auf sechs beziehungsweise acht Spuren verbreitert wird. Zeitgleich fanden im Elbtunnel Wartungsarbeiten statt. Bis Montag früh um 06.00 Uhr sollte alles fertig sein. Auf der A7 werden dort täglich bis zu 130 000 Fahrzeuge gezählt.

Für die Autofahrer waren die Arbeiten nervenaufreibend. Am Samstagnachmittag staute sich der Verkehr auf der A7 in Richtung Norden auf drei Kilometern. In Richtung Süden kam es zu zwei Kilometern Stau. Auf der Entlastungsstrecke, der Autobahn 1 stockte der Verkehr in Richtung Norden aufgrund kleinerer Unfälle auf acht Kilometern. Manche Autofahrer steckten stundenlang fest. Am Sonntag normalisierte sich die Lage wieder.

Positiv überrascht zeigte sich der ADAC. „Die Autofahrer scheinen unsere Ratschläge ernst genommen zu haben und sind an dem schönen Frühlingswochenende Zuhause geblieben oder haben andere Verkehrsmittel genutzt“, sagte der Sprecher des ADAC Hansa, Matthias Schmitting. Viele Urlauber hätten zudem die großräumige Umfahrung genutzt. Das habe sich am zähfließenden Verkehr auf der A1 zwischen Maschener Kreuz und Harburg gezeigt. „So viel Verkehr haben wir an einem normalen Samstag dort nicht“, sagte Schmitting.

dpa

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