Peugeot 807 im Alltagstest

Löwenstarker Familienvan

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Das Auto, der Papa & seine Töchter: Autor Oliver Menner ist sehr angetan.

Ein Auto als zweites Wohnzimmer. Der komfortverliebte Franzose macht’s mit dem Peugeot 807 möglich. Redakteur Oliver Menner ist den Familienvan gefahren: 

Die Mischung aus Retro-Look und Moderne im Cockpit ist vielleicht Geschmacksfrage, hat aber ihren eigenen Charme. Hat man sich ans reichhaltige Bedienungsangebot im Cockpit gewöhnt, steht dem Fahrspaß im Familien-Flaggschiff nichts mehr im Wege.

Familientauglich heißt: Platz für alle und alles, viel Komfort und Sicherheit für bequemes Reisen auch auf langen Strecken. Und das bietet der 807er reichlich: Um alle clever im ganzen Fahrzeug verteilten Ablageflächen (über 80) zu finden und zu nutzen, könnte man Stunden verbringen.

Einige Highlights: Die breite gerippte und damit rutschsichere Ablage in der großzügigen Amaturenbank, die Getränke-Kühlbox in der Mittelkonsole, die ausklappbaren Tabletts für die Kids in der zweiten Reihe oder die großzügigen Fächer unter den Sitzen. Zusätzlich gibt’s reichlich Platz im Kofferraum für Gepäck – selbst wenn alle sieben Sitze (für noch mehr Stauraum sind die hinteren Reihen umklappbar bzw. herausnehmbar) belegt sind: Auf zur großen Fahrt!

Raumwunder: In den französischen Familienvan passt jede Menge rein.

Für die sorgt ein 2.0-Liter-HDi-Motor mit 136 PS (bzw. 120 kW). Der Motor zieht dieseltypisch kräftig von unten heraus und bleibt spritzig: Egal ob auf der linken Autobahnspur oder bergauf mit Maximalbeladung – dem 807er gehen Kraft und Puste nicht aus. Dabei liegt der Verbrauch sagenhaft niedrig (laut Werk 5,9 Liter kombiniert) und ermöglicht Reichweiten von über 1200 Kilometern pro Tankfüllung. Geschaltet wird der 1,6-Tonner mittels „Joystick“ an der Mittelkonsole. Allerdings ist der recht gewöhnungsbedürftig. Mit deutlich hörbarem Knacken rastet die Schaltung auf dem (recht weiten) Weg vom Zweiten in den Dritten und dito vom Vierten in den Fünften ein. Ausgemachte Schaltästheten sollten sich den Aufpreis für die sequenzielle Sechsstufen-Automatik, die für die 136-PS-Variante angeboten wird, zumindest überlegen (Verbrauch dann kombiniert: 7,2 Liter).

Entspannt durchstarten: Das übersichtliche Cockpit (hier in der Automatikversion).

Davon abgesehen, kann man aber beim besten Willen nicht maulen. Zumal die französische Familienkutsche in der für 2012 erweiterten Serienausstattung – ohne Aufpreis – jede Menge anbietet: WIP-Bluetooth und eine praktische Einparkhilfe, die das 4,37 Meter lange Gefährt bequem in Parklücken gleiten lässt und dabei die etwas knappe Sicht nach hinten wettmacht. Dazu elektrisch anklappbare Außenspiegel, Geschwindigkeitsregler mit -begrenzer, eine gut funktionierende Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lederlenkrad und WIP-Sound-Audioanlage. Die von uns getestete Allure-Variante bietet zusätzlich noch elektrische Schiebetüren auf den Seiten hinten, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Reifendrucksensoren sowie den variablen Dachträger, der mit wenigen Handgriffen auf den jeweilien Bedarf eingestellt werden kann. Inklusive sind zudem ein Sicht-Paket mit automatisch abblendendem Innenspiegel und ein Regensensor.

So lässt es sich aushalten: Die flexiblen Rücksitze im 807er.

Für ein angenehmes Sicherheitsgefühl sorgen sechs Airbags (neben Front- und Seiten-Airbag seitlich verlaufende „Vorhangairbags“ entlang der gesamten Seite, die auch der dritten Reihe noch zusätzlichen Schutz bieten), ESP sowie ASR mit Notbremsassistent. Zudem wirbt Peugeot mit der besonders steifen Karosserie des 807ers, die sich in Crash-Tests bewährt hat. Und auch unter Umweltgesichtspunkten kann er sich sehen lassen: Peugeot hat auf Materialien gesetzt, die sich zu 90 Prozent recyceln lassen.

Fazit

Couchverdächtiger Fahrkomfort mit ordentlich Kraft unter der Haube, reichlich Bequemlichkeit und Platz. Ein Familien-Van der Oberklasse, der seine 31.100 (Active) bis 34 400 Euro (Allure) durchaus wert ist.

Oliver Menner

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