Testfahrt

Quadro 4: Der erste Vierradroller der Welt

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Zwei vorn, zwei hinten: Autor Volker Pfau auf Testfahrt.

Mit einer Weltneuheit unterwegs zu sein, hat schon was. Denn bei fast jedem Stopp mit dem Quadro 4 gibt’s eine Schau, die nach derselben Choreografie abläuft.

Erst blickt der Passant/Radler/Autofahrer ein bisserl gelangweilt auf den Scooter nebenan, dann tut’s plötzlich einen innerlichen Ruck, dann wird leise gezählt, und dann folgt das Aha-Erlebnis: Der hat ja vier Räder! Zwei vorne und zwei hinten. Das exklusive Vergnügen hat jedoch seinen Preis: Der erste Vierradroller der Welt kostet 11.295 Euro.

Scooter mit vier Rädern

Das Prinzip der dreirädrigen Roller haben in den vergangenen Jahren mehrere Hersteller umgesetzt, so auch die Schweizer Firma Quadro Vehicles. Attraktiv sind diese Modelle für all diejenigen, die den Autoführerschein vor dem 19. Januar 2013 gemacht haben, denn sie benötigen keine weitere Fahrerlaubnis und dürfen sofort umsteigen. Dass die Fahrt auf solchen Dreirädern deutlich sicherer ist, steht außer Zweifel – und nun gibt es den ersten Scooter mit vier Rädern. Anfangs ist diese Tatsache etwas gewöhnungsbedürftig, spielt aber bereits nach wenigen Kilometern keine Rolle mehr.

So fährt sich der Quadro 4

Denn je länger man mit dem Vierradler unterwegs ist, desto sicherer fühlt man sich. Rutschige Tramgleise, Gullydeckel und Längsrillen verlieren ihren Schrecken, im Zweifel verleiht ja immer ein zusätzliches Rad Stabilität. Die Kurven werden immer flotter durcheilt, und auch wenn der 30-PS-Einzylinder etwas Mühe hat, den 257 Kilogramm schweren Scooter auf Trab zu bringen, ist man bei Bedarf doch recht flott unterwegs. Zum Anhalten muss ordentlich zugelangt werden, die vier Scheibenbremsen erfordern einen harten Griff. Wer vom Motorrad umsteigt, wird die Motorleistung als etwas zäh empfinden, wer ansonsten nur das Autogaspedal drückt, erlebt keine böse Überraschung, denn der Quadro 4 beschleunigt beim Ampelstart wie das Gros der Autowelt.

Der Hersteller setzt auch bei diesem Modell auf die hydraulisch-pneumatische Neigetechnik HTS, die dafür sorgt, dass das Vierrad stets satt auf der Straße liegt. Mit etwas Übung und innerer Ruhe kann man dank der Eigenstabilität an die rote Ampel heranfahren, stoppen und bei Grün Gas geben, ohne dass der Fuß einmal den Boden berührt hat. Um den Roller abzustellen, muss zweierlei Hebelwerk bedient werden: Die Parkbremse, deren Hebel etwas weit absteht, sichert das Gefährt vorm Wegrollen, die Neigungssperre sichert vorm Umkippen.

Positiv ins Gewicht fällt die hohe Zuladung von 221 Kilogramm. Als Verbrauch ermittelten wir nach über 1000 Kilometern einen Schnitt von ziemlich genau vier Litern auf 100 Kilometer. Theoretisch sind mit dem 15-Liter-Tank also Etappen von 375 Kilometer möglich – die Reserveleuchte mahnt jedoch schon deutlich früher zum Nachfüllen. Kein Problem, denn auch beim Stopp an der Zapfsäule hat der Quadro 4 seinen Auftritt: zwei vorne, zwei hinten.

Volker Pfau

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