Schnell, rassig, cool

Gute Laune inklusive: Seat Ibiza Cupra

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Ein Sportpaket ohne Kompromisse: Der Seat Ibiza Cupra und Tester Michael Knippenkötter.

Rauf auf die Autobahn, wieder runter zum nächsten Parkplatz, erneute Beschleunigung, abfahren, umdrehen, wieder rauf auf die Autobahn … Man könnte es den ganzen Tag lang machen.

Wenn die Sonne sich immer seltener blicken lässt und die natürlichen Energieschübe somit ausbleiben, ist eine Tour mit dem Seat Ibiza Cupra genau die richtige Sache. Der kleine Sportler fackelt nicht lange, er ist ein Gute-Laune-Lieferer an guten wie an verregneten Tagen. 180 PS auf schlanke 1169 Kilogramm verteilt, dazu ein straffes Fahrwerk – damit lässt sich gut über Land und Kurven cruisen, aber auch die wenigen Verkehrslücken der Großstadt ausnutzen. Der Cupra zieht ordentlich an und verkürzt den Abstand zum Vordermann schneller, als dieser seine Bremslichter anwerfen kann.

Seat Ibiza Cupra

Leistung: 180 PS bei 6200 U/min
Höchstgeschw.: 225 km/h
0 auf 100 km/h: 7,2 sek.
Hubraum: 1390 ccm
Max. Drehmoment:250 Nm bei 2000 U/min
Verbrauch EU Drittelmix: 6,4 l/100km
CO2: 154 g/km
Leergewicht: 1169 kg
Basispreis: 23.840 Euro

Die Konzept-Reihe Cupra (zusammengesetzt aus „Cup-Racing“) soll den angestaubten Seat-Modellen eine wilde Jugendlichkeit verleihen. Für den Ibiza heißt es von dem Autobauer selbst: „Die neue Generation einer Ikone“. Das klingt nicht nach Kompromiss, und das Ergebnis sieht auch nicht so aus. Der Ibiza Cupra hat ein dynamisches Erscheinungsbild abbekommen, der große Lufteinlass in der Frontschürze sagt sofort: Der Kleine hat viel vor! Über die zwei großen Türen und eine schnittige Form bis hin zum mittigen Auspuffrohr im Heck wirkt alles sportlich-stimmig, einen Hauch mehr Kante hätten die Ingenieure dem Halb-Spanier vielleicht noch verleihen können. Aber auch mit der ein oder anderen Rundung kann man auf der Länge von 4,05 Metern sehr gut leben, vor allem, wenn man erst mal drin sitzt und sich in Ruhe umschaut.

Das Cockpit: auf das Wesentliche konzentriert.

Der Innenraum ist klar angeordnet, kein Knopf zu viel, kein verrückter Schwung an den Armaturen. Besonders der direkte Blick auf Drehzahlmesser und Tacho erfreut, in der Mittelkonsole ist alles klar aufgeteilt. Etwas störend und unnötig wirkt der insgesamt dritte Hebel links vom Lenkrad, wo ein langer Finger die Lautstärke regeln kann und den Sender verändern darf. Da liegt der kurze Arm zur Mittelkonsole doch irgendwie näher – zumal die Finger an den wesentlichen Knöpfen hängen sollten – den Schalthebeln. Seat hat hier das von VW entwickelte Direktschaltgetriebe (DSG) eingebaut, der Fahrer kann die Gänge also per Fingerübung hoch oder runter gehen. Das Fahrerlebnis soll dadurch noch mal offensiver, aggressiver, intensiver werden. Auch ohne die Fingerschaltung soll der Ibiza Cupra laut Werksangaben in 7,2 Sekunden auf 100 km/h kommen, die Spitze liegt demnach bei 225 km/h. Der Vierzylinder mit Kompressor- und Turboaufladung leistet damit ganze Arbeit.

Was die Laune letztlich nicht ganz so rasant in die Höhe treibt, ist der mit 23.840 Euro hohe Preis. Da kommt der deutsche Bruder VW Polo GTI etwas günstiger um die Kurve.

Fazit

Der Ibiza Cupra ist ein gelungenes Sport-Paketchen und für den Single oder das Pärchen in der Stadt mit dem Hang zum Rausfahren besonders gut geeignet. Einziger Wermutstropfen: der Preis. Aber wer den Spanier wirklich mag, lässt sich davon nicht abhalten.

Michael Knippenkötter

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