Neues Kanzler-Auto

So sicher fährt es sich im Mercedes S 680 Guard

Mercedes S 680 Guard
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Zum Fuhrpark des Kanzleramts wird demnächst auch der Mercedes S 680 Guard gehören. Seine Eignung wurde mit 300 Schüssen aus Feuerwaffen und 12 Kilo Plastiksprengstoff geprüft.

Biden fährt im „Beast“, Macron im DS7. Und worin wird der neue Bundeskanzler unterwegs sein? Pünktlich zum Regierungswechsel schickt Mercedes den neuen S 680 Guard nach Berlin. Ein Anlass, sich die Sonderschutzlimousine mal genauer anzuschauen.

Berlin - Wenn Olaf Scholz nun ins Kanzleramt einzieht, wird es auch in der Garage der Behörde einen Neuzugang geben: Pünktlich zum Regierungswechsel bietet Mercedes die neue S-Klasse wieder als Sonderschutzlimousine an.

S680 Guard heißt die Staatskarosse, die beim Steuerzahler mit mindestens 547.400 Euro zu Buche schlägt. Doch muss man nicht unbedingt ein hochrangiges Amt bekleiden, um einsteigen zu dürfen, auch private Unternehmer oder Prominente können das Sondermodell erwerben.

Hightech aus Handarbeit

Dass die Edellimousine etwa fünfmal so teuer ist wie eine gewöhnliche S-Klasse, liegt an der aufwändigen Produktion und der besonderen Technik. Während die normale Version weitgehend automatisiert in 50 Stunden gebaut wird, entsteht der Guard in 50 Tagen in Handarbeit.

Von außen unterscheidet sich der Mercedes S 680 Guard kaum von der normalen S-Klasse.

In dieser Zeit bauen die Spezialisten einen Tresor aus Panzerstahl, Kohlefaser und mit schusssicherer Folie laminiertem Glas, das zehn Zentimeter dick ist. Drum herum drapieren sie dann die Serienkarosserie. Das Ergebnis ist eine Schutzzelle, die die höchsten Standards erfüllt: Über 300 Schüsse haben die staatlichen Prüfer auf die Limousine abgefeuert und 12 Kilo Plastiksprengstoff daneben gezündet, bevor sie ihr das Siegel „VR10“ gegeben haben.

Neben dem ballistischen Schutz bietet die S-Klasse aber auch noch Reifen, die den Guard auch nach dem Einschlag einer Gewehrsalve noch aus der Gefahrenzone tragen, einen automatischen Feuerlöscher sowie eine Druckluftanlage, die das Eindringen giftiger Gase verhindern kann.

Von außen gut getarnt

Zwar gibt es unter dem Blech kaum ein Bauteil aus der gewöhnlichen S-Klasse, allein eine Tür wiegt 180 Kilo und bekommt deshalb Elektromotoren, um sie mühelos zu öffnen. Doch von außen gibt sich das Hochsicherheitsfahrzeug eher unscheinbar. Während General Motors für den US-Präsidenten eine lastwagengroße Limousine gebaut hat, die nicht umsonst „The Beast“ heißt und überall aus dem Verkehr heraussticht, ist der Guard für flüchtige Betrachter eine S-Klasse wie jede andere auch. Schließlich gehört Unauffälligkeit zum Schutzkonzept. Denn das Gros der dreistelligen Jahresproduktion verkauft Mercedes an Kunden, die ähnlich gefährdet sind wie Staatschefs, in der Öffentlichkeit aber unerkannt bleiben wollen.

Auch für die Insassen ist der Guard eine typische S-Klasse. Wenn sie erst einmal die schwere Tür ins Schloss gezogen haben, genießen die Hinterbänkler deshalb den gleichen Luxus wie jeder andere Besserverdiener. Und den Fahrer überzeugt die S-Klasse mit einer einer souveränen Performance. Allerdings muss er sich mit weniger Tempo begnügen: Während die normale S-Klasse mühelos 250 km/h schafft, ist hier bei 190 Sachen Schluss. Da fordern die vier Tonnen Leergewicht und die speziellen Reifen ihren Tribut.

Der Kanzler fährt V12

Dabei spendiert Mercedes dem Guard schon den größten und stärksten Motor im Programm. Denn unter der Haube steckt der sechs Liter große und 450 kW/612 PS starke V12-Motor, der sonst dem Maybach vorbehalten ist und bei maximal 830 Nm gut zurecht kommt mit dem Koloss. Dass er dabei schon im Mittel 19,5 Liter (CO2-Ausstoß 442 g/km) braucht, mag nicht ganz in die Zeit passen, lässt sich aber bei dem Gewicht kaum vermeiden. Solange sich der Guard durch entspannten Verkehr bewegt, ist er gut zu händeln. Erst wenn es brenzlig wird, spürt der Fahrer das gewaltige Gewicht. Denn in schnellen, engen Kurven drängt die Limousine etwas weiter nach außen und beim Bremsen baucht sie etwas mehr Auslauf. Nicht ohne Grund verkauft Mercedes den Guard gleich auch mit einem speziellen Fahrer-Training.

Fazit: Auf Nummer sicher

Mercedes geht bei dieser ganz besonderen S-Klasse auf Nummer sicher. Obwohl die Schwaben schon die Normalversion als „bestes Auto der Welt“ bewerben, haben sie hier noch einmal nachgelegt und für Politik und Prominenz einen Luxus-Panzer auf die Räder gestellt.

Mercedes hat die S-Klasse für den ganz besonderen Einsatz aufgerüstet. S 680 Guard heißt die neue Sonderschutzlimousine.

Datenblatt: Mercedes S 680 Guard

Motor und Antrieb:V12-Benziner
Hubraum:5980 ccm
Max. Leistung:450 kW/612 PS
Max. Drehmoment:830 Nm
Antrieb:Allradantrieb
Getriebe:9-Gang-Automatik
Maße und Gewichte
Länge:5489 mm
Breite:1954 mm
Höhe:1508 mm
Radstand:3216 mm
Leergewicht:4255 kg
Zuladung:585 kg
Kofferraumvolumen:k.A.
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:190 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:8,3 s
Durchschnittsverbrauch:19,5 Liter/100 km
Reichweite:390 km
CO2-Emission:455 g/km
Kraftstoff:Super
Schadstoffklasse:Eu6D
Energieeffizienzklasse:G
Kosten:
Basispreis der Mercedes S-Klasse:100.543 Euro
Grundpreis des Mercedes S 680 Guard:547.400 Euro
Typklassen:k.A.
Kfz-Steuer:k.A.
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:Gepanzerte Karosserie, schusssichere Reifen, Reinluft-System
Komfort:Einzelsitze im Fond, Abstandsregel-Tempomat, Sprachsteuerung, elektrische Türen

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke dpa

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