Man spricht wieder Deutsch

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Am Limit: Mit der S 1000 RR geht BMW nun auch bei den supersportlichen Bikes an den Start.

Der hiesige Motorradmarkt ist seit Jahren Kummer gewöhnt und blickte stets neidisch auf die europäischen Nachbarn, wo sich die Zweiräder noch bestens verkauften. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Die Verkaufszahlen sind jetzt weltweit geradezu eingebrochen, Deutschland ist mit einem Minus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr im internationalen Vergleich sogar noch gut dran. Da passt es ins für Schwarz- Rot-Gold positive Bild, dass Marktführer BMW für 2010 die spektakulärste Neuheit präsentiert hat – und noch nachlegen wird.

Mit der komplett neu entwickelten S 1000 RR wollen die Bayern nun auch im Segment der supersportlichen Bikes Käufer finden. Eine Top- Leistung von 193 PS/142 kW sowie 299 km/h als Höchstgeschwindigkeit ergeben zum Preis von 15 500 Euro ein attraktives Paket. Obendrein spendiert BMW der R 1200 GS/Adventure und der R 1200 RT den neuen Boxermotor mit zwei obenliegenden Nokkenwellen.

Reisetauglich: Sporttourer Honda VFR 1200 F.

Außerdem ist es kein großes Geheimnis mehr, dass im Herbst auf der Motorradmesse Intermot ein Luxustourer mit dem Ende 2009 vorgestellten Sechszylindermotor präsentiert wird – zumal im vergangenen Jahr der Reisedampfer K 1200 LT aus dem Programm genommen wurde. Beachtenswert sind aber auch die Neuheiten der italienischen Hersteller. Die Aprilia RSV 4 R kann als Supersportler ebenfalls mit spektakulären Leistungsdaten (180 PS/132 kW) aufwarten. Ducati betreibt mit der neuen Multistrada und der Erweiterung der Hypermotard- Baureihe konsequente (und halbwegs erfolgreiche) Nischenpolitik.

Neu am Start: Yamaha FZ8

Die Neuheiten aus Japan sind schnell aufgezählt: Einzig Honda präsentiert mit dem komplett neuen Sporttourer VFR 1200 F und dem puristischen Cruiser VT 1300 CX zwei echte Hingucker, Yamaha erweitert das Modellprogramm sehr sinnvoll und schließt mit der neuen FZ8-Baureihe eine Lücke im Segment. Ansonsten verlegen sich die Hersteller aus Nippon auf mehr oder weniger intensive Modellpflege. Am Erfreulichsten ist dabei noch, dass vor allem Einsteiger- und Mittelklassemotorräder aufgewertet werden – in diesen Segmenten holt man zwar weniger Lorbeeren an Stammtischen, dafür aber wirtschaftlich notwendige Verkaufserfolge.

US-Kraftpaket: Victory V2 Cruiser Hammer

Bemerkenswert: Mitten in der Krise versucht sich mit dem amerikanischen Hersteller Victory eine neue Marke auf dem deutschen Markt. Mit vorerst fünf mächtigen V2-Cruisern will der Zweiradableger des Polaris- Konzerns hierzulande Harley-Anhänger und weitere Freunde hubraumstarker Straßenkreuzer gewinnen. Beim Thema Sicherheit ist eine erfreuliche Entwicklung im Gange: Es gibt immer mehr Modelle mit ABS. Vorreiter sind BMW und Honda, deren komplette Palette (einzige Ausnahme ist die Honda Shadow 750 Black Spirit) zumindest optional mit automatischem Blockierverhinderer erhältlich ist.

Puristisch schön: Honda Cruiser VT 1300 CX

Und auch wenn die 200-PS-Grenze seit der Yamaha Vmax gefallen ist, so tut sich in diesem Jahr bei den kleinen Bikes, insbesondere den 125ern, einiges – mit irgendetwas muss der heiß ersehnte Nachwuchs ja schließlich anfangen. Noch relativ wenig Auswahl gibt es bei Motorrädern mit alternativem Antrieb. Zwar wurden in den letzten Monaten einige Modelle mit Elektro- oder Hybridantrieb präsentiert, denen aber wegen extrem geringer Reichweite bei zumeist extrem hohem Preis noch kein durchschlagenden Erfolg beschieden ist. Das wird eine der interessantesten und wichtigsten Herausforderungen der nächsten Jahre.

Volker Pfau

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