1. kreisbote-de
  2. Auto

Spritpreise in Deutschland: Sorgt Ölembargo für neue Rekorde?

Erstellt:

Von: Simon Mones

Kommentare

Die Spritpreise in Deutschland könnten ein neues Rekordhoch erreichen. Grund dafür ist ein neues Sanktionspaket gegen Russland – inklusive Ölembargo.

Berlin – Lange hatte sich Deutschland gegen ein Ölembargo gegen Russland ausgesprochen. Inzwischen gab es jedoch auch in Berlin ein Umdenken, wohl auch weil es binnen weniger Wochen gelungen ist, den Anteil am Ölverbrauch von 35 auf 12 Prozent zu senken. Eine Abkehr vom Import von russischem Öl wird damit immer wahrscheinlicher, da auch die EU-Kommission einen schrittweisen Ausstieg empfohlen hat. Dieser könnte die Spritpreise erneut in die Höhe trieben und die Rekordwerte aus dem März übertreffen.

In Deutschland will man jedoch nicht von heute auf morgen den Import einstellen. Ohnehin soll das Embargo laut der EU erst im Verlauf von mehreren Monaten greifen, sollte das Sanktionspaket gegen Russland beschlossen werden. Das berichtet „tagesschau.de“. Das Bundeswirtschaftsministerium geht derweil davon aus, dass ein Ausstieg im Spätsommer realistisch sei.

Die Spritpreise in Deutschland könnten ein neues Rekordhoch erreichen. Grund dafür ist ein neues Sanktionspaket gegen Russland – inklusive Ölembargo.
Sorgt ein mögliches Ölembargo gegen Russland für neue Rekorde bei den Spritpreisen in Deutschland? (Symbolbild) © Wolfgang Maria Weber/Imago

Spritpreise in Deutschland: Sorgt Ölembargo für neue Rekorde?

Dieser Schritt dürfte besonders die PCK-Raffinerie in Schwedt hart treffen. Diese gehört noch mehrheitlich dem russischen Konzern Rosneft. Entsprechend dürfte ein schneller Umstieg auf andere Erdölsorte nicht wahrscheinlich sein, womit die Produktion von Diesel und Benzin im Osten deutlich niedriger ausfallen dürfte. Das Defizit müsste dann durch Einkäufe im restlichen Deutschland sowie im Ausland ausgeglichen werden. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburger Commercial Bank, rechnet daher mit höheren Spritpreisen in Deutschland.

Und auch Manuel Frondel, Energieexperte vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, geht davon aus, dass die Spritpreise in Deutschland noch einmal steigen werden. Möglicherweise sogar über die Drei-Euro-Marke. „Dauerhafte Benzinpreis-Höhen von drei Euro pro Liter sollten eher unwahrscheinlich sein“, betont der Energieexperte im Gespräch mit der Rheinischen Post. Der ADAC geht indes davon aus, dass es nur regional in Teilen Ostdeutschlands zu höheren Spritpreisen kommen dürfte.

Spritpreise in Deutschland: Anstieg oder nicht? Experten sind sich uneinig

Der Mineralöl-Wirtschaftsverband Fuels und Energie erklärte, dass es „eher unwahrscheinlich“ sei, dass das Ölembargo gegen Russland keine Auswirkungen auf die Preise an den Tankstellen haben werde. Klaus-Jürgen Gern vom Kieler Institut für Weltwirtschaft kommt indes zu einer anderen Einschätzung.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in dem kostenlosen Newsletter von 24auto.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

„Drastische Preisanstiege wären gar nicht zwangsläufig“, betonte der Energieexperte gegenüber „zdf.de“. Dies gelte jedoch nur für ein Embargo mit Übergangsfrist. So sei der schrittweise Ausstieg aus den Importen von russischem Öl schon länger bekannt und daher schon in den aktuellen Rohölpreisen berücksichtigt. Sollte Russland den EU-Sanktionen zuvor kommen und den Gashahn zudrehen, könnte sich das jedoch deutlich auf die Rohöl- und Spritpreise auswirken.

Das Ölembargo stößt auch auf Kritik, so fürchtet vor allem die Wirtschaft drastische Folgen. Mercedes-Chef Ola Källenius warnte daher auf der Online-Hauptversammlung vor den Folgen. Diese könnte indirekt die Produktion treffen. Und auch Teslas Gigafactory ist von der Gasversorgung abhängig.

Auch interessant

Kommentare