Studie: Elektroautos nur mit Subvention

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Elektroautos sind noch zu teuer.

Die Zukunft fährt elektrisch - das wünschen sich jedenfalls viele Autohersteller. Doch, ob sich der Massenmarkt für Elektromobilität begeistern kann, hängt, laut einer Studie vom Geld ab.

Der Staat müsse den Fahrzeugkauf mit 5000 Euro subventionieren, erläuterte Geschäftsführer Michael Bergmann, Fahrzeugbewerter EurotaxSchwack. Nach dem Ergebnis einer Studie werden, Elektroautos nur dann für den Massenmarkt attraktiv, wenn deren enormer Wertverlust von Staat und Industrie abgefangen wird.

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Zudem müssten die Hersteller das Risiko frühzeitig alternder und teurer Batterien für den Kunden abpuffern. EurotaxSchwacke hat zusammen mit dem Prognoseinstitut BDW Automotive analysiert, wie sich in Europa der Markt für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben entwickeln wird. Sie kalkulieren in ihrer Untersuchung, dass in Deutschland im Jahr 2020 bei einem Gesamtabsatz von 3 Millionen Pkw 671.000 oder 23 Prozent davon einen Hybrid- oder Elektroantrieb haben werden.

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Bergmann verwies aber auf zwei klare Grundbedingungen, damit diese Zahlen zu schaffen sind. “Ohne staatliche Subventionen auf die Zulassung eines Elektroautos geht die Rechnung nicht auf“, sagte er. Das liege an den höheren Anschaffungspreisen bei geringerem Wiederverkaufswert. Zum anderen müsse die Industrie dem Privatkunden die Sorge über einen teuren Batterieaustausch abnehmen. Der könne nämlich bei einem Mittelklassefahrzeug rund 10.000 Euro kosten. EurotaxSchwacke empfahl den Herstellern, ihre “Kunden durch Garantie- und Leasinglösungen mindestens acht Jahre sorgenfrei fahren zu lassen“.

Trend zu Diesel-Hybrid-Fahrzeugen

Klarer Punktsieger wird im Jahr 2020 laut Bergmann das Hybridfahrzeug sein, das statt heute 0,2 Prozent dann einen Marktanteil von 14 Prozent haben wird. Besonders Diesel-Hybrid-Pkw würden beim Wiederverkauf die besten Preise erzielen. Ihre Betriebskosten seien besonders niedrig und die Reichweite entspreche der eines rein benzingetriebenen Fahrzeugs. Dementsprechend attraktiv seien sie für den Massenmarkt.

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Aber auch bei den Sportwagen werde der Vollhybrid punkten, denn dort müsse der Verbrauch besonders stark gedrosselt werden, um die Vorgaben der EU beim Kohlendioxid-Ausstoß zu erreichen. Für das Jahr 2020 hat die EU-Kommission ein Ziel von 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer im Durchschnitt der Kfz-Flotte eines Herstellers vorgeschrieben. Dieses Ziel soll in Stufen erreicht werden, doch sämtliche Hersteller sind weit von diesen Vorgaben entfernt, was teuer werden könne. Bergmann rechnete exemplarisch vor, welche Strafen etwa Volkswagen drohen könnten. Wenn man die Verkaufszahlen von VW aus dem Jahr 2007 als Basis heranzöge und die Strafgebühren wegen zu hohen Kohlendioxidausstosses, die künftig drohen, in der Theorie schon heute kalkuliere, würde man auf eine Strafe von rund 2,2 Milliarden Euro kommen.

Hersteller sollen Standards vereinheitlichen

Nur durch Umdenken bei der Fahrzeugflotte könnten die Hersteller bis 2020 die CO2-Vorgaben erreichen, erklärte Bergmann. “Wir sind der Meinung, das schafft man nur, wenn man ein Massenprodukt auf den Markt bringt mit einem erheblich geringeren Ausstoß.“ Derzeit entwickle nahezu jeder seine eigenen neuen Antriebssysteme, um sich von der Konkurrenz durch technologischen Vorsprung abzuheben. Besonders bei den Elektroautos sei hier eine Standardisierung der Ladelogistik und des Batterie-Austausches nötig. Bergmanns Fazit für die E-Mobilität lautet: “Wir gehen davon aus, dass der Kunde keine Kompromisse akzeptiert. Das Elektroauto muss alltagstauglich, zuverlässig, praktisch und uneingeschränkt nutzbar sein.“ Der Schlüssel zum Erfolg sei deswegen die staatliche Subventionierung bei der Anschaffung, sonst machten die Kunden beim Wiederverkauf zu großen Verlust, und die Übernahme des Batterierisikos durch die Hersteller, sonst “werden die Autos nicht gekauft“.

DAPD

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