Studie: Kopfhörer sind für Fußgänger gefährlich

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Die Zahl Kopfhörertragender Fußgänger, die von Autos oder Zügen erfasst werden, hat sich laut Forschern der University of Maryland seit 2004 mehr als verdreifacht.

Baltimore - Ohne Musik gehen viele Teenager kaum mehr aus dem Haus. Die Technik für den Sound zum Mitnehmen gehört schon zum Lifestyle. Doch der Beat im Ohr ist gefährlich, wie eine Studie zeigt.

Die Zahl der Fußgänger mit Kopfhörern an den Ohren, die von Autos oder Zügen erfasst werden, hat sich laut Forschern der University of Maryland seit 2004 mehr als verdreifacht.

Vor allem junge erwachsene Männer werden häufig in Unfälle verwickelt, die tödlich enden. Denn diese Fußgänger können Hupgeräusche von Autos und Zügen nicht hören.  

Dr. Lichenstein und seine Kollegen von der University of Maryland untersuchten Unfälle in nachträglich erstellten Fallstudien.

"Runter vom Gas"- das sind die neuen Warnplakate

Neue Motive "Runter vom Gas"
Oft sind es Bruchteile von Sekunden, in denen Ablenkung, nicht angepasste Geschwindigkeit oder zu dichtes Auffahren im Straßenverkehr alles auf den Kopf stellen und schöne Momente zu Tragödien werden lassen. © DVR/BMVS
Neue Motive "Runter vom Gas"
Die Motive der Autobahnplakate 2014 setzen auf diesen starken Kontrast. © DVR/BMVS
Neue Motive "Runter vom Gas"
Ein Paar genießt den Sonnenuntergang im Cabrio ... doch der Text "Einer rast, zwei sterben" warnen davor, die Gefahren auszublenden. © DVR/BMVS
Neue Plakate Runter vom Gas
Pro Tag sterben auf deutschen Straßen zehn Menschen bei Verkehrsunfällen. Ursache für die Tragödien ist oft leichtsinniges Verhalten der Fahrer. Jeden Tag werden Unfallhelfer mit den oft schweren Folgen konfrontiert. Deswegen appellieren auf den neuen Plakaten der Kampagne "Runter vom Gas" Lebensretter an die Verantwortung jedes Einzelnen. Benjamin Maley ist Rettungssassistent bei den Maltesern in Erftstadt. © DVR
Neue Plakate Runter vom Gas
Fast 20 Prozent aller bei Verkehrsunfällen getöteten Fahrzeuginsassen waren 2011 laut einer DVR-Umfrage bei den Bundesländern nicht angeschnallt. Frank Scholz, freiwilliger Feuerwehrmann in Berlin-Hohenschönhausen ermahnt deshalb eindringlich, sich im Auto auch auf der Rückbank immer anzuschnallen. © DVR
Neue Plakate Runter vom Gas
Kurze SMS hinterm Steuer oder eine neue Adresse ins Navi eintippen - die kleinste Ablenkung kann dramatische Konsequenzen haben. In einer Sekunde legt ein Autofahrer bei Tempo 50 schon 14 Meter quasi im Blindflug zurück, bei 100 Stundenkilometer sind es fast 28 Meter. Dr. Insa Matthes ist Chirurgin am Unfallkrankenhaus Berlin ist eins der drei Gesichter, die auf den neuen Plakaten „Runter vom Gas“ zu sehen sind. © DVR
"Lass Dir Zeit" ist eine der neuen Botschaften der Kampagne "Runter vom Gas!". Die neuen Plakate thematisieren die Ablenkung durch Handys, Zigaretten oder Navigationsgeräte, gefährliches Überholen, insbesondere auf Landstraßen, rücksichtsloses Drängeln und das Fahren unter Alkoholeinfluss. © DVR
Rund 800 Plakate werden mit Unterstützung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in den nächsten Wochen an den Autobahnen und Rastplätzen für eine sichere Fahrweise werben. © DVR
Eines der Motive wird auf 150 Lkws zu sehen sein, die quer durch Deutschland unterwegs sein werden. © DVR
Schockplakate an den Autobahnen
„Abgelenkt? Risiko raus!“ - war der Titel der vierten Unfallpräventionskampagne. Die Motive sehen aus wie Kinderzeichnungen. Die Bilder wurden in enger Absprache mit Kinderpsychologen den Zeichnungen nachempfunden, die Kinder im Vorschul- bzw. Grundschulalter malen, die ein schweres Unfallereignis in der Familie erleben mussten. © DVR
Schockplakate an den Autobahnen
Im Jahr 2010 wurden nach vorläufigen Zahlen auf Deutschlands Straßen 3.651 Personen getötet. Das waren zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. © DVR
Schockplakate an den Autobahnen
„Risiko raus!‘ soll egoistische Raser und Drängler ebenso an ihre Verantwortung erinnern wie Verkehrsteilnehmer, die sich durch Ablenkung wie Mobiltelefon und Radio oder durch Selbstüberschätzung, Leichtsinn, Zeitdruck oder Müdigkeit riskant verhalten. © DVR
„Die neuen Plakate werben eindringlich für mehr Aufmerksamkeit am Steuer. Sie führen vor Augen: Jeder Fehler, jede Ablenkung kann schreckliche Folgen haben...", so Bundesverkehrsminister Ramsauer bei der Präsentation der neuen Plakate. © DVR
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
Es sind Bilder, die wir nicht sehen wollen: Die Plakatmotive von „Runter vom Gas!“  setzt sich mit dem Schicksal nach dem Unfall von Verkehrsopfern auseinander. © DVR/ BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
Rund 70.000 Menschen erleiden jedes Jahr bei Verkehrsunfällen schwere oder schwerste Verletzungen. Die neuen Plakatmotive zeigen das Schicksal der Verletzten. © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
Die neuen Motive der Kampagne „Runter vom Gas!“ sollen die Menschen aufrütteln und das Bewusstsein für die Folgen überhöhter Geschwindigkeit schärfen. © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
Die Unfallstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt: Unangepasste Geschwindigkeit ist immer noch eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle mit Todesfolge. © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
Von den insgesamt 4.152 Verkehrstoten haben im letzten Jahr 1.632 Menschen ihr Leben bei Unfällen infolge von unangepasster Geschwindigkeit verloren. Insgesamt ist 2009 die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland um 7,3 Prozent gesunken – das sind 325 Verkehrstote weniger als noch 2008. © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
Die Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“ läuft seit im März 2008.  © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
„Runter vom Gas!“ © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
 „Runter vom Gas!“ © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
„Runter vom Gas!“ © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
„Runter vom Gas!“ © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
„Runter vom Gas!“ © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
„Runter vom Gas!“ © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
„Runter vom Gas!“ © DVR/BMVBS
Plakatmotive Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“
„Runter vom Gas!“ © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS
"Runter vom Gas!" © DVR/BMVBS

Dabei überprüften die Wissenschaftler auch insgesamt 116 Unfälle aus den Jahren 2004 bis 2011, bei denen Fußgänger nachweislich von Kopfhörern Gebrauch machten. 70 Prozent der insgesamt 116 Unfälle endeten für den Fußgänger tödlich. Mehr als zwei Drittel aller Unfallopfer (68 Prozent) waren männlich und unter 30 Jahre alt (67 Prozent).

"Jeder ist sich des Risikos bewusst, das der Gebrauch von Mobiltelefonen oder das Verfassen von Textmitteilungen im Straßenverkehr mit sich bringt. Trotzdem sieht man immer mehr Teenager, die sich Kopfhörer tragend mit ihrem neuesten Gerät beschäftigen und abgelenkt sind", so Dr. med. Richard Lichenstein.

Die über die Jahre gestiegene Unfallhäufigkeit geht mit der nachweislich steigenden Beliebtheit von akustischen Technologien mit Kopfhörerunterstützung einher.

Lesen Sie mehr:

Ramsauer gegen Kopfhörer im Straßenverkehr

Laut Dr. Lichenstein sei die Studie nach der Überprüfung eines tragischen pädiatrischen Unfalls eingeleitet worden, bei dem ein einheimischer Teenager bei der Überquerung von Bahnschienen verunglückt ist. Der Teenager habe Kopfhörer getragen und sei dem sich nähernden Zug trotz akustischer Warnsignale nicht ausgewichen.

ml

"Runter vom Gas"- Neue Plakate an den Autobahnen

Fotostrecke

Quelle: Lichenstein R, Smith D, Ambrose J, Moody L. "Headphone use and pedestrian injury and death in the United States: 2004-2011" (z. Dt.: "Kopfhörergebrauch von Fussgängern und damit verbundene Verletzungen und Todesfälle in den Vereinigten Staaten von 2004-2011"). Injury Prevention. Onlinepublikation vom 17. Januar 2012

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