Tauerntunnel im Vollausbau eröffnet

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Blick vom Südportal in die sanierte Röhre des Tauerntunnels

Wien/Salzburg - Entnervte Autofahrer, stundenlange Wartezeiten, Frust zu Urlaubsbeginn: Damit soll nun Schluss sein. Der Tauerntunnel auf der A10 südlich von Salzburg hat eine zweite Röhre bekommen.

Jetzt können doppelt so viele Autos pro Stunde die Radstädter Tauern überqueren. Außerdem gibt es keinen Gegenverkehr mehr, die Fahrt ist sicherer geworden. Politiker und Autobahnbetreiber jubeln - aber nicht alle Probleme sind gelöst, meinen Kritiker.

An gewöhnlichen Tagen dürfte tatsächlich freie Fahrt in den Süden herrschen, erklären österreichische Automobilclubs. “Ganz aufhören werden die Staus wohl kaum, aber sie werden mit Sicherheit kürzer und seltener werden“, sagt etwa Thomas Haider vom Autofahrerclub ARBÖ. An extrem starken Reisewochenenden, wenn etwa in Bayern und Baden-Württemberg gleichzeitig Ferienbeginn ist, könne es aber weiter zu Engpässen kommen.

Auch Christian Dachs vom Kraftfahrerverband ÖAMTC ist ein wenig skeptisch. “Die Megastaus von 30, 40 Kilometern Länge gehören sicher der Vergangenheit an“, räumt er ein. Doch er befürchtet einen neuen Engpass bei den Mautstellen. Urlaubern empfiehlt er daher, sich eine Video-Mautkarte zu besorgen und den Samstag als Reisetag zu meiden.

Einig sind sich die Experten in der Bewertung der Sicherheit. Allein, dass nun kein Gegenverkehr mehr herrscht, werten die Clubs als großen Gewinn. “Hier wurden langjährige Forderungen erfüllt“, meint ÖAMTC-Sprecher Dachs. Alle Tests des Clubs verliefen positiv: “In Sachen Sicherheit ist der Tunnel auf dem neuesten Stand der Technik.“

Damit hat die Autobahngesellschaft Asfinag als Bauträger eine wesentliche Forderung von Politik und Autofahrerclubs erfüllt. Denn von Beginn an gab es eine heftige Sicherheitsdebatte um den Tunnel. Ursprünglich waren zwei Röhren vorgesehen, doch aus Kostengründen und aus Angst vor einem weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens wurde nach dem Bau der ersten Röhre ein Ausbau immer weiter vertagt. Erst eine Katastrophe führte zum Umdenken.

In den Morgenstunden des 29. Mai 1999 verursachte ein Lastwagenfahrer im Sekundenschlaf eine Massenkarambolage, es kam zu einem verheerenden Brand. Fluchtwege fehlten. Zwölf Menschen wurden getötet, über 40 verletzt. Ein Unfall, dessen Folgen heute nach Einschätzung von Experten zumindest glimpflicher ausfallen würden. “Beleuchtung und Fluchtwege sind sehr gut, und bei einem Unfall sind die Sicherheitskräfte schnell vor Ort“, sagt Autofahrerclub-Sprecher Haider.

dpa

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