Studie

Trend zu PS-starken Autos geht weiter

Der seit Jahrzehnten anhaltende Trend zu immer stärker motorisierten Autos in Deutschland ist ungebrochen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
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Der seit Jahrzehnten anhaltende Trend zu immer stärker motorisierten Autos in Deutschland ist ungebrochen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Während die Debatte um Tempolimits auf den Autobahnen anhält, setzen die deutschen Autofahrer auf immer stärkere Motoren. Grund dafür könnten auch die günstigen Spritpreise sein.

München (dpa) - Der seit Jahrzehnten anhaltende Trend zu immer stärker motorisierten Autos in Deutschland ist ungebrochen. Der durchschnittliche Neuwagen hatte nach Angaben des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer im vergangenen Jahr bereits 159 PS.

In diesem Jahr waren die zwischen Januar und Mai zugelassenen Fahrzeuge im Schnitt sogar 166 PS stark. Zugleich sank der Anteil der Kleinwagen an den Neuzulassungen weiter von 20 auf 18 Prozent.

Selbst in Krisenzeiten wie der Rezession nach der Wiedervereinigung 1993 und der Eurokrise 2012/13 stiegen die PS-Zahlen der Neufahrzeuge. Hatte der durchschnittliche Neuwagen in Deutschland 1990 noch 92 PS, wuchs die Motorleistung bis zur Finanzkrise 2008 kontinuierlich auf 131 PS.

Den einzigen Rückgang in den vergangenen 30 Jahren gab es laut Dudenhöffer 2009, als die Abwrackprämie den Anteil der Kleinwagen an den Neufahrzeugen auf 34 Prozent hochschnellen ließ und die durchschnittliche Motorleistung auf 118 PS sank. Aber schon im folgenden Jahr war das vorherige Niveau wieder erreicht, und seither geht der PS-Zuwachs Jahr für Jahr weiter.

Dudenhöffers Prognose: "Auch nach der Covid-19-Pandemie werden die PS-Zahlen der Pkw-Neuwagen in Deutschland steigen." Bei den derzeitigen Spritpreisen sei der Anreiz gering, "das Auto eine Nummer kleiner zu kaufen". Höhere Kaufpreise würden nach einer gewissen Zeit akzeptiert. Die Motoren würden klimafreundlicher, "aber PS-stärkere Autos werden mit hoher Wahrscheinlichkeit unser Straßenbild auch in Zukunft prägen. Das lassen lange Datenreihen aus der Vergangenheit vermuten."

© dpa-infocom, dpa:200629-99-602126/2

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