Schlechtes Wetter

Verkehrstote 2012: Zahl ist erneut gesunken

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Auf Deutschlands Straßen sind im vergangenen Jahr 3606 Menschen tödlich verunglückt, so wenige wie noch nie seit dem Beginn der Statistik im Jahr 1950.

Berlin - Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Tiefstand gesunken. Doch  noch immer werden zehn Menschen, laut der Statistik, am Tag im Straßenverkehr getötet.

Auf Deutschlands Straßen kamen 3600 Menschen ums Leben, das sind 10,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Nach einem Anstieg 2011 setze sich damit der langfristig positive Trend fort, sagte Bundesamts-Präsident Roderich Egeler. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht. Im Schnitt würden immer noch zehn Menschen am Tag im Straßenverkehr getötet.

Landstraßen sind gefährlich

Besonders deutlich - um 17 Prozent - sank die Zahl der getöteten jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren. Sie bleiben aber die am stärksten gefährdete Gruppe. Bei Kindern und Senioren gab es ebenfalls weniger Opfer. Die meisten Getöteten gab es weiterhin auf Landstraßen. Wichtigste Ursache tödlicher Unfälle ist zu schnelles Fahren.

Hintergrund des Rückgangs der Todesopferzahl sei das relativ nasse und kühle Wetter im vergangenen Jahr gewesen, erläuterten die Statistiker. Dann passieren zwar generell mehr Unfälle, sie sind aber tendenziell nicht so folgenschwer, da weniger ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger unterwegs seien.

Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr rund 2,4 Millionen Unfälle. Das waren 1,7 Prozent mehr als 2011.

Deutsche Autobahn: Rekorde und Mythen

REKORDE: Als älteste deutsche Autobahn gilt die Berliner Avus (Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße), erbaut zwischen 1913 und 1921. Die nur knapp 10 Kilometer lange Strecke zwischen den heutigen Ortsteilen Halensee und Nikolassee gilt damals als die weltweit schnellste Rennstrecke für Automobile. Mit ihrer geringen Länge ist sie aber eher ein Autobahn-Prototyp. © dpa
Die erste „echte“ gibt es in Deutschland seit dem 6. August 1932 zwischen Köln und Bonn, damals mit dem hübschen Namen „Nurautomobilstraße“, heute A555. Die erste Autobahn in Europa war sie aber nicht. Die bauten die Italiener 1924 von Mailand Richtung Varese (Ligurien) - schon damals mit Maut. © dpa/Wolfgang Weihs
Blick auf die erste Autobahnanschlussstelle Europas in Wesseling vor der Eröffnung (Archivfoto von 1932). © dpa
Das Archivbild des Landschaftsverbandes Rheinland zeigt die Feier zur Eröffnung von Europas erster Autobahn in Köln im August 1932. In den Bau der jetzigen A 555, die Köln und Bonn verbindet, wurden während der dreijährigen Bauarbeiten 8,6 Millionen Reichsmark investiert. © dpa
HITLERS AUTOBAHNEN: Historiker haben belegt, dass am Autobahnmythos der Nationalsozialisten („Straßen des Führers“) kaum etwas dran ist. Die vermeintliche Tatsache, dass Hitler die erste deutsche Autobahn erbaut habe, ist eine NS-Propagandalüge. Denn das war 1932 Konrad Adenauer, damaliger Oberbürgermeister von Köln. Mit den Worten „Jeben Se Jas“eröffnete Adenauer die erste Autobahn. © dpa
Zwar wurden zwischen 1933 und 1942 rund 3860 Kilometer Autobahnen medienwirksam eröffnet. Die Planungen stammten aber bereits aus den 1920er Jahren. Die Nazis hätten es auch nicht geschafft, die versprochenen 600 000 Arbeitsplätze im Autobahnbau zu schaffen, schreiben Forscher. Mehr als 250 000 Menschen seien zu keinem Zeitpunkt beschäftigt gewesen.  © dpa
LÄNGE: Unter den nationalen Autobahnen hält Australien den Weltrekord. Rund 14.500 Kilometer misst der „National Highway“, der den gesamten Kontinent umrundet. © dpa
Deutschland als Transitland punktet dagegen mit einem dichten Netz vieler Autobahnen, das heute rund 12 845 Kilometer umfasst. Obwohl Autobahnen damit nur einen Anteil von sechs Prozent an allen Fernstraßen haben, rollt über sie fast ein Drittel des Gesamtverkehrs. Zwischen 2001 und 2011 wurden in Deutschland noch einmal rund 1000 Kilometer Autobahnen für mehr als 12 Milliarden Euro neu gebaut. © dpa
KULTURGUT AUTOBAHN: Ein heiteres Denkmal setzte die Düsseldorfer Elektronik-Band „Kraftwerk“ den Autobahnen 1974. Auf dem Album „Autobahn“ machte der Titelsong Furore - gekürzt sogar bis in die US-Hitparade. Der Refrain „Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn“ hatte nicht nur Blödel-Potenzial. Er drückte auch das aus, was sich bei langen Autobahnfahrten einstellen kann: Langeweile und Monotonie. © dpa

dpa

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