VW Sharan: Der Platzhirsch kehrt zurück

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Um 22 Zentimeter ist der neue VW Sharan gewachsen.

Fünfzehn lange Jahre lief die erste Generation des VW Sharan und seiner Schwestermodelle Seat Alhambra sowie Ford Galaxy im portugiesischen Palmela vom Band...

...nur unterbrochen von einer Modellpflege im Jahr 2000 und dem Abschied von Ford aus dem Joint Venture.

Solches Beharrungsvermögen ist auf dem sich schnell drehenden Neuheiten-Karussell der Autobranche eine Seltenheit. Und obwohl die Konkurrenz sich jede erdenkliche Mühe gab, dem betagten Wolfsburger den Rang abzulaufen, schien er unangefochten seine Kreise zu ziehen – als Inbegriff des soliden Familien-Vans.

VW Sharan 2.0 TDI BlueMotion DSG

Leistung: 103 kW/140 PS

Drehmoment: 320 Nm

0-100 km/h: 10,9 s

Spitze: 191 km/h

Verbrauch: 5,7 l Diesel/100 km

CO2: 149 g/km

Preis: ab 33.450 Euro

Im vergangenen Jahr schlug endlich die Stunde der zweiten, offiziell dritten Generation, anders als der 600.000-fach verkaufte Vorgänger mit zwei seitlichen Schiebetüren ausgestattet, die den Zustieg in engen Parklücken erträglich machen. Hinzu kam ein stattliches Wachstum in der Länge um 22 Zentimeter, um Platz für bis zu sieben Passagiere und Gepäck zu schaffen. Die Sitze der zweiten und dritten Reihe ergeben nach Umklappen praktischerweise eine ebene Ladefläche und müssen nicht mehr umständlich ausgebaut und gelagert werden. Man muss dazu nur einen zentralen Hebel bedienen, nach dessen Betätigung die Rückenlehnen der Einzelsitze nach vorn klappen, während sich die Sitzfläche zum Fahrzeugboden absenkt.

Der neue VW Sharan ist da: Der Favorit unter den Familienautos hat nun erstmals Schiebetüren im Fond.

Den Zustieg in die dritte Reihe erleichtern um 160 Millimeter in der Länge verschiebbare Sitze mit Easy-Entry-Funktion. In Reihe zwei fühlen sich Erwachsene wohl, dahinter sitzt man bei ausreichender Kopffreiheit beengt. Wer lange Beine zu verstauen hat, muss noch immer kompromissbereit sein.
Nach Umlegen der dritten Reihe stehen 809 Liter Fassungsvermögen im Kofferraum zur Verfügung. Klappt man auch noch die zweite Reihe um und belädt den Sharan dachhoch, passen sogar 2.430 Liter hinein. Der Zugang zum Kofferraum ist über die weit öffnende Klappe leicht möglich, Schienen und ein stabiles Netz erhöhen neben den laut Hersteller 33 Ablagen, die wir nicht alle nachgezählt haben, die Alltagstauglichkeit. Sieben Airbags inklusive Knie-Airbag sind wie ESP, Fensterheber, Radio und Klimaanlage serienmäßig. Am Steuer findet man sich sofort zurecht. Das Instrumentarium wirkt aufgeräumt und eher funktional als verspielt, wie von VW gewohnt. Eine leicht erhöhte Sitzposition und große Fensterflächen vermitteln ein großzügiges Raumgefühl.

Der neue VW Sharan

VW Sharan Modell 2010
Der neue VW Sharan ist da: Der Favorit unter den Familienautos hat nun erstmals Schiebetüren im Fond. © Hersteller
VW Sharan Modell 2010
Der Familienvan hat eine Rundum-Erneuerung hinter sich. Nur noch die Sonnenblende ist, laut Hersteller, mit der im Vorgänger Modell identisch. © Hersteller
VW Sharan Modell 2010
TDI- und TSI-Motoren (103 kW / 140 PS bis 147 kW / 200 PS) und Getriebe (optional DSG) sind neu an Bord. © Hersteller
VW Sharan Modell 2010
Der 140 PS starke Sharan 2.0 TDI erreicht mit 5,3 l/100 km den niedrigsten Verbrauchswert aller Vans diese Klasse. © Hersteller
VW Sharan Modell 2010
Tsicherheit und Technik: Automatische Fernlichtsteuerung Light Assist, Bi-Xenonscheinwerfer mit LED-Tagfahr- und Positionslicht. © Hersteller
VW Sharan Modell 2010
Automatische Parkhilfe - der neue Sharan lots sie automatisch in kleine Palrklücken. © Hersteller
VW Sharan Modell 2010
Den neuen Sharan soll es  auch wieder mit einem Allradantreib geben. Spätestens Anfang Herbst ist der neue Sharan auf dem Markt.   © Hersteller
VW Sharan Modell 2010
Sieben auf einen Streich: Im neuem VW Sharan können sieben Personen Platz nehmen´. © Hersteller
VW Sharan Modell 2010
 © Hersteller

Annehmlichkeiten hat der Wolfsburger Portugiese viele zu bieten. Sein straffes, aber komfortbetontes Fahrwerk meistert Autobahnetappen ebenso wie Stadtfahrten. Die Lenkung ist erfreulich direkt und gibt gute Rückmeldung. Elektronische Dreingaben wie eine automatische Einparkhilfe, die sogar zuverlässig in Lücken quer zur Fahrtrichtung navigiert, erleichtern das Rangieren im urbanen Verkehr. Bei gebotenem Abstand, da der Wendekreis recht groß ausfällt.

Unter ökonomischen Gesichtspunkten ist die Kombination von Sechsgang-Direktschaltgetriebe, 140-PS-Dieselmotor, Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung sicher ein Gebot der Stunde. Verbräuche von unter sieben Liter lassen sich auf diese Weise realisieren. Sportlich ambitionierte Fahrer sollten sich jedoch nach einer anderen Variante umsehen. In dieser Hinsicht hat der immerhin 1,8 Tonnen schwere Siebensitzer nicht übermäßig viel zu bieten.

CARSTEN MÜLLER

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