Vollgas über Stock und Stein

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Powerpaket: Die Kraft wird aus einem Reihenfünfzylinder-Diesel gezogen, der aus 2,5 Liter Hubraum 310 PS schöpft.

Eine Achterbahnfahrt wirkt dagegen wie ein Kindergeburtstag: Unterwegs im VW Race Touareg 3 geht es mit Volldampf über Stock und Stein. Es ist unmöglich, den Kopf ruhig zu halten.

Der Helm schlägt gegen den Türrahmen, die Wirbelsäule wird brutal gestaucht. Löcher so groß wie Badewannen sollten für ein Auto im Gelände eigentlich ein gewisses Hindernis bedeuten - eigentlich. Rallyefahrer Giniel de Villiers aber lupft nicht mal das Gaspedal, reißt den langen Schalthebel kurz nach hinten und beschleunigt weiter. Sein Wolfsburger Renn-SUV scheint über dem Boden zu tanzen, leichtfüßig wie ein Insekt. Schnee, Steine und Staub fliegen meterhoch durch die Luft.

Strapaziös: 9400 Kilometer geht es bei Hitze, Staub und Kälte durch die Pampa und über Pässe.

Wie lange halten Mensch und Maschine eine solche Tortur aus? „Bis zum Ziel“, sagt de Villiers. Der 38-jährige sympathische Südafrikaner gehört zum Werksteam von Volkswagen und spult gerade seine letzten Testkilometer im winterlichen Deutschland ab. Ernst wird es im neuen Jahr, wenn im argentinischen Buenos Aires die „Dakar“ startet, von der immer noch behauptet wird, sie sei die härteste Rallye der Welt. Wer den zehnminütigen „Taxi-Ritt“ im Touareg von de Villiers erlebt hat, wird nie wieder anderer Meinung sein. 16 Tage Vollgas bei Hitze, Staub und Kälte, 9400 Kilometer Pampa und Pässe, endlose Sand- und Schotterpisten zehren an den Kräften. Die Strekke führt durch Argentinien über die Anden nach Chile und durch die Atacama-Wüste über die Anden wieder zurück nach Buenos Aires.

Volkswagen hat sich für die Dakar 2011 nichts Geringeres vorgenommen als mit den Race Touareg zum dritten Mal hintereinander auf das Siegerpodest zu fahren. Dazu wurde der RT3 genannte Touareg in vielen Details verbessert und noch exakter dem Streckenprofil der Dakar angepasst wurde. Einer der wichtigsten Punkte war dabei die Kühlung.

Der neue VW Touareg

Der neue VW Touareg 2010

Kommandozentrale: VW-Werksfahrer Carlos Sainz zeigt das Cockpit im Race Touareg 3.

Besonders in den Dünen litt der Diesel häufig an Hitzewallungen und die Elektronik musste, um keinen Motorschaden zu riskieren, die Leistung zurücknehmen. Weniger PS aber heißt, nicht mehr Vollgas fahren zu können und so kostbare Zeit zu verlieren. Ein paar Minuten täglich summieren sich nach zwei Wochen schnell zu einer Stunde und begraben sämtliche Chancen auf den Sieg. Mit dem Serien-Touareg hat der RT3 kaum was gemein. Lediglich Blinker- und Wischerhebel sowie der Zigarettenanzünder und die Kennzeichenbeleuchtung stammen vom braven Straßenbruder. Der Rest ist pure Renntechnik, ausgelegt auf höchste Belastungen. Unter der nur 50 Kilogramm leichten Kohlefaser- Karosserie steckt ein extrem stabiler Stahlrohrrahmen, der selbst mehrfache Überschläge schadlos wegsteckt. Damit dies möglichst nicht passiert, übernehmen doppelte Dreiecksquerlenker die Arbeit am Rad, unterstützt von jeweils zwei Feder-/Dämpfer-Einheiten. Mit ihnen kann der Touareg maximal 25 Zentimeter einfedern.

Leicht überarbeitet wurde auch der Reihenfünfzylinder- Diesel. Aus 2,5 Liter Hubraum holt er nun 310 PS (zuvor 285 PS) und 600 Nm Drehmoment. Geschaltet wird fünfmal sequentiell, die Kupplung dient nur zum Anfahren und für den Wechsel in den zweiten Gang.

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