Warten aufs Wechselschild

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2011 wollte die Bundesregierung Wechselkennzeichen für Kfz einführen.

Zwei Autos, ein Kennzeichen: Berlin bekommt eine einfache Sache nicht auf den Weg. Was bei unseren Nachbarn in Österreich problemlos funktioniert, wird bei uns seit Jahren diskutiert, angekündigt, geprüft – und verschoben.

Die Rede ist vom Wechselkennzeichen, mit dem verschiedene Fahrzeuge wechselweise betrieben werden könnten. Welche augenscheinlichen Vorteile dieses sogenannte W-Kennzeichen hätte, lässt sich in Felix Austria unschwer abgucken: Dort können bis zu drei Fahrzeuge unter einem einzigen Kennzeichen angemeldet werden. Da zum gleichen Zeitpunkt nur eines dieser Fahrzeuge in Betrieb sein darf, muss auch nur einmal Kfz-Steuer und Haftpflichtversicherung bezahlt werden.

Zu gute kommen könnte das W-Kennzeichen auch der Kfz-Industrie, dem Kfz- Gewerbe und letztlich sogar der Umwelt. Es könnte nämlich und zum Beispiel die Durchschnittsfamilie auf die Idee kommen, sich für den Nahverkehr ein kleines, spritsparendes Auto zuzulegen und bei der nächsten Fahrt zum Supermarkt den großen Van in der Garage zu lassen. Eine Umfrage der Dekra unter 1800 Autofahrern hat ergeben, dass sich immerhin 37 Prozent im Zuge der Einführung des Wechselkennzeichens „sehr wahrscheinlich“ ein neues Fahrzeug zulegen würden. Weitere 37 Prozent könnten sich immerhin vorstellen, ein weiteres Auto zu kaufen.

Politiker-Dienstwagen: Im Klimakiller unterwegs

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Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sieht diese Vorteile offenbar ähnlich. Der CSU-Politiker im O-Ton: „Wir wollen mit konkreten Erleichterungen bei der Fahrzeugzulassung das Kfz- Gewerbe unterstützen und die Bürger finanziell entlasten. (...) Gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft werden wir deshalb die Einführung von Wechselkennzeichen prüfen – zum Beispiel für saubere, umweltfreundliche Zweitwagen oder Elektroautos. Insbesondere die Kfz-Versicherung soll sich dann nur nach dem teureren Fahrzeug richten. Darüber hinaus prüfen wir, welche Entlastungen bei der Kfz-Steuer möglich sind.“

Gut gesprochen, Herr Minister, nur leider stammen diese schönen Worte vom 2. Februar 2010, als Ramsauer sie Vertretern des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes in München ins Ohr flüsterte.

Geschehen ist seither – nichts, jedenfalls so gut wie nichts. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums versicherte zwar gegenüber unserer Zeitung, dass der gesteckte Zeitrahmen für die Einführung des W-Kennzeichens kommendes Jahr ende, vermied es aber ausdrücklich, einen verbindlichen Termin zu nennen. Stattdessen kamen aus Berlin Allgemeinplätze: Die Abstimmungen liefen, man sei dabei, das Vorhaben „in eine Verordnung zu gießen“.

Herauszuhören ist aus dem Statement aber auch ein erstes Zurückrudern: Bei zwei Fahrzeugen mit einer Nummer nur einmal Kfz- Steuer zu erheben, sei „dem Finanzminister ein bisschen schwierig zu vermitteln“, weil der Einnahmeausfälle befürchte. Deshalb denke man jetzt vornehmlich an umweltfreundliche Elektroautos, die als Zweitwagen in der Familiengarage stehen.

Klar haben’s da Ramsauer und seine Mannen viel leichter mit der Einführung des W-Kennzeichens, weil E-Fahrzeuge bereits heute fünf Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit sind und in Zukunft wahrscheinlich sogar zehn. Auf Einnahmen verzichten soll dann also nur noch die Versicherungswirtschaft, indem sie nur beim teureren Fahrzeug Haftpflicht-Beiträge kassiert.

Top 10: Die bekanntesten Auto-Zwillinge

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Unterschiedliche Hersteller, gleiches Design: Immer mehr Auto-Zwillinge sind auf der Straße unterwegs. Sehen Sie selbst. © dpa/Hersteller
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Nummer 1: Zwillinge schon ab Werk: Der Seat Alhambra stammt aus Portugal. Sieben Sitzer und Schiebetür der Seat für die Familie sieht...  © dpa/Hersteller
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...dem VW Sharan zum Verwechseln ähnlich. © dpa/Hersteller
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Nummer 2: Der Opel Agila steht für Platz und ist ungemein praktisch. Und das Auto hat gute Beziehungen zu Japan. © dpa/Hersteller
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Auch wenn der Suzuki Splash mittlerweile in Ungarn gebaut wird. © dpa/Hersteller
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Nummer 3: Diese Drillinge haben eine technische DNA. Das Trio von Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroen C1 sind nur an Grill, Front - und Heckansicht zu unterscheiden. © dpa/Hersteller
Peugeot 107
Die Drei zählen zu den sparsamten und günstigsten Flitzern. Hier der Peugeot 107. © Peugeot
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Das Modell von Citroen: Der C1.  © Citroen
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Nummer 4: Frankreich und Japan haben auch einen Elektro-Zwilling. Der Mitsubishi i-MiEV ist ein Fünf-Türer mit Lithium-Ionen Batterie. © dpa/Hersteller
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Bei Citroen nennt sich das Elektromobil C1. © dpa/Hersteller
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Den 3,50 Meter langen Stromer gibt's bei Peugeot als iOn. © Peugeot
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Nummer 5: Bei Handwerkern und jungen Familien ist das Nutzfahrzeug sehr beliebt. Die zwei Schiebentüren und der riesige Laderaum ist perfekt für alle die viel Platz brauchen. Der Citroen Berlingo hat auch einen Zwilling. © dpa/Hersteller
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Der Peugeot Partner ist jetzt schon in der zweiten Generation mehr als nur ein Bruder. © dpa/Hersteller
Chevrolet Captiva
Nummer 6: Chevrolet Captiva hat seiner Tochter Opel einen SUV Zwilling beschert. © Hersteller
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Opel Antara und der Chevrolet Captiva rollten erstmals 2006 gemeinsam in Korea vom Band. © Opel
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Nissan Pixo (Foto) und der Suzuki Alto werden beide in Indien gefertigt. © dpa/Hersteller
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Nummer 8: Der Hyundai ix20  gehört zu den sogenannten Mini-Vans.    © dpa/Hersteller
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Kompetent in diesem Bereich ist auch die Hyundai-Tochert Kia. So soll auch der Kia Venga die Käufer überzeugen. © dpa/Hersteller
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Nummer 9: Subaru stand bis jetzt vor allem für Allradantrieb und Kombis. Das Modell Terzia ist ein Zwilling des Toyota Verso-S. © dpa/Hersteller
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Toyota baut in seinem japanischen Werk neben dem Subaru Terzia auch den Toyota Verso-S. © dpa/Hersteller
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Nummer 10: Mitsubishi Outlander ist ein Geländewagen für Einsteiger. Das Modell gibts auch bei Peugeot und Citroen.  © dpa/Hersteller
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Peugeot 4007 © dpa/Hersteller
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Citroen C-Crosser © dpa/Hersteller

Vom Tisch ist übrigens auch die von den Bikern herbeigesehnte Variante, ein Auto und ein Motorrad unter einem W-Kennzeichen betreiben zu können. Der gleichen Klasse müssten W-Fahrzeuge schon angehören, sagte der Sprecher von Ramsauer, schließlich verwende man ja bei Pkw große Nummernschilder und bei Zweirädern eher kleine.

Kleiner Trost: Der Amtsschimmel verweigert auch in Österreich das W- Kennzeichen für die Kombination Auto und Motorrad.

Michael Dürr

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