Ärztepräsident: Bayern hat im Organspende-Skandal versagt

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Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery.

Berlin/Regensburg - Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat die bayerische Staatsregierung und Justiz wegen des Organspende-Skandals scharf kritisiert.

Im rbb-Inforadio wies er am Freitag darauf hin, dass der unter Verdacht stehende Oberarzt aus Regensburg bereits 2005 ins Visier geraten war. „In Bayern haben gerade die staatlichen Gremien versagt, denn wir haben damals mit der Selbstverwaltung diesen Fall aufgedeckt. Wir haben mit den bayerischen Institutionen gesprochen. Niemand hatte auch nur die Spur eines Interesses, diesen Fall damals zu verfolgen“, sagte Montgomery.

Nach Angaben des Regensburger Uniklinikums waren damals verbotenerweise jordanische Patienten auf eine Warteliste für europäische Transplantationspatienten gesetzt worden. Außerdem war illegalerweise eine Leber in Jordanien transplantiert worden. Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl hatte am Donnerstag erklärt, nach den damaligen Ermittlungen sei das Verhalten des Arztes nicht strafbar gewesen, sondern möglicherweise eine Ordnungswidrigkeit. Es habe keinen Anlass für weitere Ermittlungen gegeben.

In der Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag) betonte Montgomery: „Ich halte überhaupt nichts von einer staatlichen Aufsicht oder von staatlichen Gremien.“ Denn „weder das bayerische Wissenschaftsministerium noch die Strafverfolgungsbehörden haben ein Interesse gezeigt“, die Unregelmäßigkeiten an der Uniklinik Regensburg vor sieben Jahren aufzuklären.

dpa

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