Großes Durcheinander bei der bayerischen AfD

AfD-Bundesvorstand meldet Austritt des Landeschefs - der widerspricht

München - Großes Durcheinander in der bayerischen AfD. Der Bundesvorstand verkündet den Parteiaustritt des Landesvorstandes. Doch der widersprach.

In der bayerischen AfD ist ein großes Durcheinander ausgebrochen: Der AfD-Bundesvorstand verkündete am Donnerstag den Parteiaustritt „fast des gesamten Landesvorstands um den glücklosen Vorsitzenden“ André Wächter - doch dieser widersprach: „Das ist völliger Quatsch“, sagte Wächter der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt keinen Rücktritt, ich bin noch in der Partei.“

„Ich finde das erstaunlich, wie der Pressesprecher auf die Idee kommt, ohne Rücksprache so etwas zu verschicken“, sagte Wächter dazu. Petr Bystron, ein parteiinterner Gegner Wächters im bayerischen Landesverband, sagte dagegen, sechs von sieben Mitgliedern des Landesvorstands einschließlich des Landesvorsitzenden hätten bereits am Montag ihren Parteiaustritt angekündigt.

Der bayerische Landesvorstand wird von den Anhängern der nationalkonservativen neuen Parteichefin Frauke Petry zu den Unterstützern des inzwischen ausgetretenen Parteigründers Bernd Lucke gezählt. Laut Angaben des Landesvorstands haben in den vergangenen Monaten etwa 15 Prozent der AfD-Mitglieder der Partei den Rücken gekehrt.

Der Bundesvorstand erklärte dagegen: „Austrittswelle bleibt aus“. Es seien weniger als zehn Prozent der Mitglieder ausgetreten. Denn beide Seiten sind sich uneins über die Mitgliederzahlen: Der Bundesvorstand spricht von 3 500 Mitgliedern in Bayern. Doch laut bayerischem Landesvorstand war der Höchststand bereits vor einigen Monaten mit 3060 Mitgliedern erreicht.

Der Bundesvorstand will Wächter offensichtlich loswerden: Wächter sei seit der bayerischen Kommunalwahl „innerhalb der AfD bundesweit als Wahlverlierer bekannt“, verbreitete der Berliner Pressesprecher über den Parteifreund. Wächters Wiederwahl gelte als „chancenlos“.

dpa

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