Aigner will Firmen bei Pensionsrückstellungen entlasten

Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Foto: Sven Hoppe/Archiv
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Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Foto: Sven Hoppe/Archiv

Niedrige Zinsen sind für Sparer schlecht. Das merken auch die Unternehmen - wegen fehlender Zinserträge müssen sie sehr viel mehr Geld für ihre Pensionsverpflichtungen zurücklegen. Die Staatsregierung fordert Gegenmaßnahmen.

München (dpa/lby) - Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will die Unternehmen von einem Begleitschaden der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase entlasten. Die CSU-Politikerin forderte am Montag den Bund auf, den starken Anstieg der Rückstellungen für die Pensionsverpflichtungen schnellstmöglich zu bremsen. Für die Unternehmen werde es immer teurer, ihre Pensionszusagen einzuhalten, sagte Aigner am Mittwoch.

Aigner greift damit ein Problem auf, das den Finanzchefs vieler Unternehmen seit Jahren Kopfschmerzen bereitet: Für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen dient der Durchschnittszins der vergangenen sieben Jahre. Je niedriger dieser Rechnungszins, desto mehr Geld müssen die Firmen in die Rücklagen stecken.

Denn der Effekt ist der gleiche wie beim Sparbuch: Je niedriger die Zinsen, desto geringer der Ertrag in der Zukunft. Um ihre Pensionsverpflichtungen noch einhalten zu können, müssen die Unternehmen somit insgesamt mehr Geld auf die hohe Kante legen.

Nach Berechnungen der Unternehmensberatung Towers Watson Willis waren die Pensionsverpflichtungen allein der Dax-Konzerne im ersten Quartals 2015 auf über 424 Milliarden Euro gestiegen - im Vergleich zur Situation vor der Finanzkrise 2008 in etwa eine Verdopplung. Betroffen sind aber keineswegs nur große Dax-Konzerne, sondern auch der Mittelstand.

Das Geld für die Pensionsverpflichtungen fehlt dann an anderer Stelle, wie Aigner argumentiert. Weil zusätzliche Mittel aus dem laufenden Geschäft in die Rückstellungen flössen, verringere das die Investitionsmöglichkeiten des Mittelstands. Außerdem sinke die Bereitschaft der Firmen, ihren Mitarbeitern neue Betriebsrenten zuzusagen.

Auch die SPD hatte Gegenmaßnahmen verlangt. Die Bundesregierung hat bereits eine Verlängerung des Berechnungszeitraums für den Durchschnittszins von sieben auf zehn Jahre beschlossen. Doch das reicht nach Aigners Ansicht nicht aus. Der Bund soll schnellstmöglich eine Lösung präsentieren.

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