Aktionstag in Nürnberg

Diakonie fordert "Rettungspaket Pflege"

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Wie hier in Schwerin beteiligten sich auch in Nürnberg zahlreiche Beschäftigte und Auszubildende am Aktionstag der Diakonie für würdevolle Rahmenbedingungen und eine bessere Finanzierung der Altenpflege.

Nürnberg - Zu wenig Zeit für Alte und Kranke, zu wenig Geld. Pflegedienste und Heime haben mit vielen Problemen zu kämpfen. Die Diakonie hat nun auf einem Aktionstag klare Forderungen aufgestellt.

Die Diakonie Bayern hat dazu ein "Rettungspaket Pflege" gefordert. "Wir brauchen jetzt endlich den großen Sprung nach vorn", sagte Präsident Michael Bammessel anlässlich eines deutschlandweiten Aktionstags am Montag in Nürnberg. "Wir wollen, dass eine nachhaltige, durchgreifende Pflegereform geschmiedet wird."

Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus

Die Pläne der Bundesregierung gingen zwar in die richtige Richtung, seien aber zu zaghaft. Die vorgesehene Beitragserhöhung zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte reiche nicht aus, um Kostensteigerungen auszugleichen, mehr Personal einzustellen und höhere Löhne zahlen zu können.

Hohe Kosten und überlastete Pflegekräfte

In den vergangenen 20 Jahren seit der Einführung der Pflegeversicherung seien die Kosten zwar kontinuierlich gestiegen, die gezahlten Sätze jedoch weitgehend konstant geblieben, erläuterte Bammessel. Als Folge steige zum einen der von den Pflegebedürftigen und ihren Familien zu zahlende Eigenanteil. Zum anderen aber hätten die Pflegekräfte immer weniger Zeit, sich um ihre Schützlinge zu kümmern. Sie müssten von Dokumentationsaufgaben entlastet werden.

Pflegeberuf soll attraktiver werden

Dem stimmt auch Bayerns Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) zu. "Wir brauchen in der Pflege eine Entbürokratisierung", teilte sie anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden mit. "Pflegekräfte brauchen Zeit für die Arbeit an den Menschen." Neben einer angemessenen Bezahlung sei daher auch mehr Personal vonnöten. "Der Pflegeberuf muss deutlich attraktiver werden."

Demonstrationszug durch die Nürnberger Innenstadt

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege riefen Pflegekräfte aus ganz Bayern zu einem Demonstrationszug durch die Nürnberger Innenstadt auf. Nach Ministeriumsangaben gibt es im Freistaat derzeit rund 1600 Pflegeheime, in denen rund 90 000 Pflegekräfte etwa 125 000 Menschen versorgen.

dpa

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