Trotz Schutzmaßnahmen

Nach massivem Corona-Ausbruch bei Amazon: Verdi erhebt schwere Vorwürfe - und stellt eindeutige Forderungen

Amazon-Pakete auf dem Fließband.
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Nach Corona-Ausbrüchen bei Amazon, stellt die Gewerkschaft Verdi nun klare Forderungen für die Mitarbeiter.

Corona-Ausbruch bei Amazon in Bayreuth: In einem Verteilerzentrum des Unternehmens hat sich rund ein Viertel der Mitarbeiter infiziert. Die Ursache ist noch unklar.

  • Die Corona-Zahlen in Bayern steigen.
  • In einem Amazon-Verteilerzentrum in Bayreuth hat sich rund ein Viertel der Beschäftigten infiziert.
  • Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Unternehmen nun vor, etwa Hygiene und Abstand zu vernachlässigen.
  • Hier finden Sie die Corona-News aus Bayern. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen im Freistaat.

Update vom 17. Dezember, 15.38 Uhr: Am Mittwoch wurde bekannt, dass sich rund 61 Amazon-Mitarbeiter in einem Verteilerzentrum in Bayreuth mit dem Coronavirus infiziert haben. Auch an Standorten in Hannover und Niedersachsen haben sich Amazon-Angestellte mit dem Virus angesteckt. Schnell wurden Vorwürfe über einen angeblich mangelhaften Gesundheitsschutz laut. Diese Anschuldigungen hat das Unternehmen nun zurückgewiesen.

Corona-Ausbruch bei Amazon in Bayreuth: Unternehmen weist Anschuldigungen von Verdi zurück

Gerade im Weihnachtsgeschäft sollten sich die Bedingungen für die Mitarbeiter des Online-Riesens verbessern. So die Forderung der Gewerkschaft Verdi an die Gesundheitsämter. Die konkrete Kritik der Gewerkschaft: Hygiene, Abstandhalten und Sauberkeit würden bei dem Konzern vernachlässigt.

Die Reaktion des Online-Händlers ließ nicht lange auf sich warten. Am Donnerstag wies eine Amazon-Sprecherin darauf hin, dass das Unternehmen bei seinen Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 teilweise über Länderregelungen hinausgehe. „Bei uns gilt zum Beispiel der Mindestabstand von zwei Metern“, betonte die Amazon-Mitarbeiterin.

Nach Corona-Ausbruch bei Amazon: Unternehmen gibt keine Auskunft zur Anzahl der infizierten Mitarbeiter

Von den 250 Beschäftigten im Amazon-Verteilerlager in Bayreuth haben sich aktuell 61 Angestellte infiziert. Das gab das örtliche Landratsamt bekannt. Dabei handele es sich jedoch nur um Mitarbeiter, die in Stadt und Landkreis Bayreuth leben.

Ob darüber hinaus weitere Amazon-Angestellte des Standorts in Oberfranken positiv getestet wurden, blieb offen. Der Online-Händler selbst macht - unter Verweis auf den Datenschutz - keine Angaben zur Anzahl seiner infizierten Angestellten.

Ursprünglicher Artikel vom 16. Dezember:

Bayreuth - In einem Amazon-Verteilerzentrum in Bayreuth haben sich 61 Mitarbeiter mit dem Coronavirus* infiziert. Das sind rund ein Viertel der Beschäftigten. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). Das Unternehmen sowie das zuständige Landratsamt bestätigten die Infektionen auf BR-Nachfrage. Wie es dazu kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Amazon verweist auf 150 Maßnahmen zum Infektionsschutz.

Corona-Ausbruch bei Amazon in Bayreuth: Ein Viertel der Mitarbeiter infiziert

Das Verteilerzentrum hatte erst im Oktober dieses Jahres seinen Betrieb aufgenommen. In der Vorweihnachtszeit sind dort eigenen Angaben zufolge circa 250 Mitarbeiter beschäftigt. Im Rest des Jahres rund 100. Wie eine Amazon-Sprecherin dem BR sagte, werde der Betrieb trotz der hohen Anzahl an Corona*-Infektionen aufrechterhalten.

Aus dem Landratsamt heiße es demnach, nicht alle der mit dem Coronavirus* Infizierten seien beim Versandhändler angestellt. Amazon habe ebenfalls bestätigt, dass es sich bei den Infizierten sowohl um eigene Mitarbeiter handle als auch um Angestellte von Partnerbetrieben. Aktuell werden laut BR die Kontaktpersonen ermittelt. Wie viele Personen in Quarantäne müssen, sei noch unklar. Bereits am Dienstag habe eine Begehung des Verteilerzentrums durch das Gesundheitsamt stattgefunden. Man habe dem Bericht zufolge zwar „kleinere Verbesserungen“ des Hygienekonzepts angeregt, aber kein größeren Mängel feststellen können.

Bayreuth (Bayern): Corona-Ausbruch bei Amazon - Ursache noch unklar

„Die lokalen Gesundheitsbehörden in Deutschland bestätigen uns, dass wir für unser Team wirksame Schutzmaßnahmen eingerichtet haben“, erklärte eine Sprecherin von Amazon dem BR zufolge. Seit dem 12. Dezember würden zudem an allen Standorten täglich kostenlose Corona*-Tests angeboten. In Absprache mit den Gesundheitsämtern habe man 150 Maßnahmen ergriffen, um den Infektionsschutz zu gewährleisten.

Corona-Lockdown in Bayern: Söder erklärt knallharte Regeln

„Allein in Deutschland haben wir mehr als 470 Millionen Einheiten Desinfektionsmittel für die Hände, 21 Millionen Paar Handschuhe, 19 Millionen Masken, Gesichtsschilder oder anderen Mund-Nase-Schutz und 39 Millionen Packungen desinfizierende Wischtücher bestellt“, erklärte die Sprecherin von Amazon weiter, wie auch hna.de* berichtet. Wie es trotzdem zu der hohen Infektionszahl bei Amazon kommen konnte, ist noch unklar. Landratsamt und Unternehmen wollen sich dazu derzeit laut BR nicht äußern. (kam) *Merkur.de und hna.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Ab Mittwoch ist Bayern wieder im harten Corona-Lockdown. Welche Regeln dann gelten, welche Geschäfte bleiben geöffnet und was zu Weihnachten und Silvester erlaubt ist, erfahren Sie hier.

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