Prozessbeginn

Liebeskummer war Motiv für simulierten Amoklauf

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Ein junger Mann zielt auf einem Sportplatz in Memmingen mit einer Waffe (Foto vom 22.05.12). Acht Monate nach dem Amokalarm an einer Memminger Schule muss sich von Dienstag (22.01.13) an der Schütze vor Gericht verantworten.

Memmingen - Acht Monate nach einem Amokalarm an einer Schule in Memmingen hat der Prozess gegen den Täter (15) begonnen. Liebeskummer soll das Motiv für den simulierten Amoklauf gewesen sein.

Die 13-jährige Freundin des Täters habe am Tag zuvor Schluss gemacht, sagte ein Justizsprecher am Dienstag im Landgericht Memmingen. „Er hat sich von ihr ungerecht behandelt gefühlt.“ Zum Prozessauftakt habe der 15 Jahre alte Angeklagte in der nicht-öffentlichen Verhandlung die Tat eingeräumt und auf das Ende der Beziehung verwiesen.

Der Jugendliche hatte am 22. Mai 2012 mit Waffen seines Vaters zuerst an seiner Schule und später auf einem Sportplatz mehrere Schüsse abgegeben. Verletzt wurde niemand. Der Schüler ist unter anderem wegen zwölffachen versuchten Totschlags angeklagt. Er habe bei seiner Aussage „gefasst aber verschlossen“ gewirkt und betont, er habe keine Tötungsabsichten gehabt, berichtete der Sprecher.

Der Prozess hatte am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit begonnen. Hinter einer eigens für ihn aufgebauten Schutzwand wurde der Schüler streng abgeschirmt in den großen Sitzungssaal des Memminger Landgerichts geführt. Der Prozess vor der Jugendkammer ist wegen des Alters des Angeklagten nicht öffentlich.

Dem Schüler werden vor der Jugendkammer des Landgerichts Memmingen außerdem Nötigung und unerlaubter Waffenbesitz zur Last gelegt. Der zur Tatzeit noch 14-jährige Achtklässler soll aus dem Waffenschrank seines Vaters Pistolen genommen und in seiner Schule einen Schuss abgefeuert haben. 280 Schüler verschanzten sich mit ihren Lehrern in ihren Klassenzimmern. Dann verschwand der Mitschüler mit seinen Waffen. Einige Stunden später tauchte er auf einem Sportplatz wieder auf und schoss um sich. Stundenlang widersetzte er sich seiner Festnahme. Es gab keine Verletzten.

Im Falle einer Verurteilung droht dem Schüler eine bis zu zehnjährige Jugendstrafe. Für den Prozess wurden fünf Verhandlungstage angesetzt. 80 Zeugen und fünf Sachverständige sind geladen.

dapd/dpa

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