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Arbeitslosenquote in Bayern auf „Vorkrisenniveau“

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Agentur für Arbeit
"Agentur für Arbeit" hängt über dem Eingang der Bundesagentur. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wie üblich im Winter, wenn viele Baustellen ruhen, ist die Arbeitslosigkeit in Bayern angestiegen. Dennoch blicken Experten optimistisch auf die neuesten Zahlen zum Arbeitsmarkt.

Nürnberg - In Bayern sind zu Jahresbeginn mehr Menschen arbeitslos gemeldet gewesen als im Dezember. Dieser Anstieg sei aber saisonüblich und zudem in diesem Jahr geringer ausgefallen als in den Vorjahren, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Dazu kommt: Die Arbeitslosenquote für den Januar liege mit 3,3 Prozent erstmals wieder auf „Vorkrisenniveau“, sagte Ralf Holtzwart, Chef der Regionaldirektion. Im Januar 2021 war die Quote 0,9 Prozentpunkte höher ausgefallen.

Im Januar waren im Freistaat 253.528 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 30 671 mehr als im Dezember, aber knapp 62.000 weniger als zu Beginn des Jahres 2021. Im Winter liegt die Arbeitslosenzahl höher, weil in einigen Branchen wie dem Baugewerbe witterungsbedingt weniger gearbeitet werden kann.

Weitere Folgen der Corona-Pandemie sind nach Holtzwarts Einschätzung vorerst am Arbeitsmarkt noch nicht zu sehen. Jedoch hätten viele Unternehmen vorsorglich Kurzarbeit angezeigt: „Die Kurzarbeit bleibt für einen Teil der Unternehmen ein rettender Anker.“

Hoch sei die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften, sagte Holtzwart weiter. Im Januar seien mehr als 22.000 neue Stellenmeldungen eingegangen, das seien 36,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitsmarkt-Daten stimmten „hoffnungsvoll“, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft: „Dennoch stehen die Unternehmen insgesamt vor großen Herausforderungen infolge von Materialmangel, Lieferengpässen und Pandemie. Es fehlt ihnen die Planungssicherheit, weshalb die Kurzarbeiterregeln aus unserer Sicht nochmals verlängert werden müssen.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Bayern blickte vor allem auf die Langzeitarbeitslosen. Mehr als 50 Prozent der Langzeitarbeitslosen verfügten über keinen beruflichen Abschluss. Fast zwei Drittel würden dem Helferniveau zugeordnet, teilte der DGB mit. „Gerade ältere und schwerbehinderte Menschen sind überproportional von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Wir erwarten, dass sich die Arbeitgeber ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung stellen und auch diesen Personengruppen eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen“, sagte der bayerische DGB-Chef Bernhard Stiedl.

Arbeitsministerin Carolina Trautner (CSU) betonte, dass eine „passgenaue Beratung“ notwendig sei, um Langzeitarbeitslose erfolgreich zu vermitteln. „Die Hilfen müssen ganzheitlich ansetzen und das gesamte Umfeld der Arbeitslosen in den Blick nehmen.“

Zufrieden mit den Daten vom Arbeitsmarkt zeigte sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). „Jetzt gilt es nicht nachzulassen, dem Pandemiegeschehen zum Trotz“, erklärte er.

Der Blick in die Regionen zeigt, dass Unterfranken und Schwaben mit 3,0 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote in Bayern vorweisen können. Die höchste Quote verzeichnet Mittelfranken mit 3,8 Prozent. Auf Kreisebene schaffte erneut Eichstätt die niedrigste Quote mit 1,7 Prozent. dpa

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