Gericht entscheidet über Kindesschicksal

Kurioser Namensstreit um Augsburger Baby: Keine Gnade für Tejay

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Noch merkt Tejay nichts von dem Trubel um seinen Namen. (Symbolfoto)

Eine unüberlegte Namensgebung kann schwerwiegende Folgen haben und zu Problemen führen. Eine Mutter aus dem Kreis Augsburg musste diese Lektion auf die harte Tour lernen. 

Augsburg- Tejay bleibt Tejay - so entschied die Erste Kammer des Verwaltungsgerichts Augsburgs unter Vorsitz von Richter Dr. Nikolaus Müller am Dienstag. Eine junge Mutter hatte den Vornamen ihres erst eineinhalbjährigen Sohns von „Tejay Romeo Myron Jamal Kaiser“* zu „TJ Romeo Kaiser“ ändern wollen, aus Sorge, dass er später unter dem Namen leiden würde. 

Als Grund für die Änderung nannte sie Diskriminierung: Scheinbar hätten viele Deutsche Probleme mit der Aussprache des Namen, was die Mutter laut der Augsburger Allgemeinen in dem Ausmaß nicht erwartet habe. Außerdem gäbe es in der Familie amerikanische Wurzeln und in den USA sei „TJ“ ein geläufiger Name. 

Gründe für Namensänderung müssen schwerwiegend sein

Eigentlich hatte die Mutter den Sohn bereits nach seiner Geburt „TJ Romeo“ nennen wollen, der zuständige Standesbeamte hätte ihr dies jedoch verboten. Auch jetzt hatte sie mit ihrem Antrag, den sie schon im November 2017 stellte, kein Glück. Während das Landratsamt die Streichung zweier Vornamen genehmigte, darf Tejay nicht zu TJ geändert werden. 

Damit eine Namensänderung vor Gericht genehmigt wird, müssen schwerwiegende Gründe, wie seelische Belastung und schwerwiegende Beeinträchtigung vorliegen. Verwaltungsgerichtspräsident Müller ist der Meinung das dies auf Tejay nicht zutrifft.

„Wenn das Kind gehänselt wird, ist es schon zu spät“

In Deutschland gibt es kein Gesetz, das die Zulässigkeit von Vornamen regelt,dennoch sollte natürlich darauf geachtet werden, dass das Wohl des Kindes nicht durch den Namen gefährdet wird. 

Doch welche Namen Kinder beeinträchtigen ist häufig Interpretationssache. Staatsbeamte sind heute schon deutlich lockerer bei der Genehmigung von Namen, als früher: „Dschihad“ „Xantippe“ und „Schneewittchen“ seien Namen, die in Deutschland erlaubt sind. 

Klaus Holub, der Vorsitzende des Fachverbands der bayerischen Standesbeamten kennt die Probleme der Namensgebung und -änderung. Er rät Eltern sich den Namen, den sie ihrem Kind geben, gut zu überlegen. „Wenn der Nachwuchs im Kindergarten oder in der Schule gehänselt werde, ist es meist schon zu spät“, erklärte Holub der Augsburger Allgemeinen

Niklas Winter ist im Herbst mit einem Wingsuit vom Watzmann gesprungen. Doch nun droht ihm dafür ein Bußgeld. Denn er hat gegen ein Verbot verstoßen. (Merkur.de*)

Der Aushang an einem Bayreuther Restaurant sorgte für Aufsehen. Dem Lokal wurde Diskriminierung vorgeworfen. Die Chefin wehrt sich - doch der Vorfall hat bereits Auswirkungen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

*Name geändert.

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