16-Jähriger seit Anfang Juni vermisst

Kraftwerks-Mitarbeiter findet Leiche im Lech-Kanal - dahinter steckt eine traurige Geschichte

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Badeunfälle: DLRG warnt vor Gefahren beim Schwimmen

Seit Anfang Juni wird in Augsburg ein 16-Jähriger vermisst. Jetzt hat ein Kraftwerksmitarbeiter im Lechkanal bei Gersthofen eine Leiche entdeckt.

Augsburg - Mittlerweile steht fest: Bei dem Toten handelt sich um den 16-Jährigen, der vor gut einer Woche zusammen mit einem gleichaltrigen Freund in Höhe der „Griesle Kleingartenanlage“ in den Lech gestiegen war. Beide wurden sofort von der starken Strömung abgetrieben. Während sich sein Freund noch aus eigener Kraft ans Ufer retten konnte, fehlte von dem 16-Jährigen seitdem jede Spur.

Augsburg: 60 Helfer suchen nach dem Vermissten im Lech

Der Badeunfall im Lech löste im Raum Augsburg einen Großeinsatz von Wasserwacht, DLRG und der Polizei aus. 60 Helfer suchten auch mit einem Hubschrauber auf einer Strecke von rund 20 Kilometern flussabwärts nach dem vermissten Jugendlichen - ohne Erfolg. 

Augsburg: Vermisster Jugendlicher ist im Lech-Kanal ertrunken

Am Dienstagmorgen machte ein Mitarbeiter des Wasserkraftwerks Gersthofen im Lech-Kanal die grausige Entdeckung: Der leblose Körper des Jugendlichen trieb regungslos im Wasser - etwa zehn Kilometer von der Stelle entfernt, an der der 16-Jährige in Augsburg in den Lech gestiegen und abgetrieben worden war. Wie die Polizei bestätigt, ist der Jugendliche ertrunken. 

Rotes Kreuz setzt am Lech-Wehr bei Gersthofen sogar eine Drohne ein

Bei der Suche nach dem Vermissten hat das Rote Kreuz sogar eine Drohne eingesetzt. Das Fluggerät verfügt über eine hochauflösende Kamera mit Wärmebildfunktion. Damit, so der Geschäftsführer des Roten Kreuzes im Landkreis Augsburg, Thomas Haugg, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, könne man in der Regel sogar bis ins Wasser hineinschauen. Die Suche mit der Drohne begann am Lech-Wehr bei Gersthofen. Unter die Lupe genommen wurden etwa 200 Meter flussauf- und flussabwärts, weil dieses Areal von Booten aus nur schwierig abgesucht werden kann. Insbesondere achtete die Drohnen-Besatzung auf den Wehr- und Uferbereich.

DLRG und Wasserwacht waren vor Eis-Wasser und reißender Strömung

Wasserwacht und DLRG warnen nach dem Badeunfall im Lech bei Augsburg davor, derzeit zum Schwimmen in die Flüsse zu steigen. Nach den unwetterartigen Niederschlägen der vergangenen Tage ist die Strömung in den Flüssen reißend und deshalb auch für gute Schwimmer besonders gefährlich. Ebenfalls gefährlich ist die Kombination aus hohen Außentemperaturen und dem sehr kalten Wasser in den Flüssen.

Badeunfälle: 2018 kommen in Bayern 89 Menschen ums Leben

Im Vergleich der Bundesländer wurden in Bayern im vergangenen Jahr erneut die meisten Badetoten registriert. 89 Menschen kamen in Flüssen und Seen ums Leben. In Nordrhein-Westfalen wurden 63 und in Niedersachsen 61 Badetote gezählt. In Hamburg waren es 16 und in Bremen nein.

Badeunfälle: Nicht alle Menschen können wirklich schwimmen

Bundesweit sind 2018 mindestens 504 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Das sind, so die DLRG, 100 mehr gewesen als im Vorjahr. Der Grund für den Anstieg ist laut DLRG nicht etwa das herausragende Sommerwetter 2018 gewesen. „Es können leider nicht alle Menschen schwimmen. Zudem überschätzen sich viele oder unterschätzen die Gefahren in Gewässern“, sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese.

Badeunfälle: Ertrinken ist offenbar ein männliches Problem

Die allermeisten Badetoten, nämlich 407, waren männlich. Dagegen sind „nur“ 92 Frauen ertrunken. Bei den übrigen Todesfällen konnte die DLRG das Geschlecht nicht klären. „Ertrinken scheint ein männliches Problem zu sein“, sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese.

Badeunfälle: Jung und Alt sind gleichermaßen gefährdet

Bei Badeunfällen verunglücken (Nicht-)Schwimmer aus allen Generationen. In Ingolstadt starb ein 78-Jähriger im Schafirrsee. Im Landkreis Traunstein kam ein 34-Jähriger offenbar nach einer Wette ums Leben. Er sprang in einen Weiher - und ertrank. Aus einem Badesee in Neufahrn konnten Feuerwehr-Taucher am Pfingstsonntag einen 19-Jährigen zunächst noch lebend bergen - doch der junge Mann starb wenig später im Krankenhaus.

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