Bahnsteigunglück: DB soll 35.000 Euro an Schüler zahlen

Nürnberg - Sein Fuß ist von einem Zug überrollt worden: Jetzt soll die Bahn 35.000 Euro Schmerzensgeld an den 16-jährigen Schüler bezahlen.

Statt der verlangten 60 000 Euro sollte sich der verunglückte 16 Jahre alte Schüler mit einem Schmerzensgeld von 35 000 Euro zufrieden geben, schlug das Landgericht Nürnberg am Dienstag in einem Zivilverfahren vor. Darüber hinaus sollte die Bahn dem Jugendlichen Kosten von rund 3000 Euro ersetzen. Die DB kündigte an, den Vergleichsvorschlag zu prüfen. Über die Annahme soll in den nächsten zwei bis drei Wochen entschieden werden.

Der Jugendliche war im Februar 2010 nach einem Discobesuch im Bahnhof Reichenschwand (Landkreis Nürnberger Land) verunglückt. Er war auf dem angeblich ungestreuten Bahnsteig ausgerutscht und mit seinem linken Fuß ins Gleis geraten. Ein einfahrender Zug überrollte den Fuß. Trotz sechs Operationen hatte dieser nicht gerettet werden können.

Der Anwalt des Jugendlichen warf der Deutschen Bahn vor, mit dem vereisten Bahnsteig ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt zu haben. Die Bahn bestreitet den Vorwurf, da es keine vereisten Stellen auf dem Bahnsteig gegeben habe. Zeugen berichteten dagegen, dass nur der schmale Sicherheitsstreifen zwischen einer weißen Linie und der Bahnsteigkante am fraglichen Tag geräumt gewesen sei. Da der übrige Teil des Bahnsteigs mit Schnee bedeckt gewesen sei, hätten sich die wartenden Fahrgäste auf dem schmalen Sicherheitsstreifen aufgehalten. Damit habe die Bahn ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt.

dpa

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