In Bamberg

Mordversuch mit Masskrug: Eifersucht als Motiv?

Bamberg - Wegen Mordversuches mit einem Bierkrug muss sich ein 24 Jahre alter Mann seit Dienstag vor dem Landgericht Bamberg verantworten.

Wegen Mordversuches mit einem Bierkrug muss sich ein 24 Jahre alter Mann seit Dienstag vor dem Landgericht Bamberg verantworten. Er soll im vergangenen August auf einem Weinfest in Unterfranken einem Bekannten den Maßkrug mit solcher Wucht gegen den Kopf geschlagen haben, dass der Krug zerbrach. Das 21 Jahre alte Opfer erlitt eine acht Zentimeter lange Kopfwunde und musste notoperiert werden.

Auslöser für den Angriff könnte ein Tattoo gewesen sein: Der 21-Jährige, der in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, zog am Dienstag während seiner Aussage die Jacke aus und zeigte dem Vorsitzenden Richter Manfred Schmidt seinen rechten Vorderarm. Darauf zu sehen war der eintätowierte Vorname einer jungen Frau, mit dem sowohl er als auch der Angeklagte bereits Beziehungen hatten.

Der 21-Jährige will die Frau nach langer Zeit zufällig wieder auf dem Weinfest in Zeil am Main getroffen haben. Sie habe wissen wollen, ob er das Tattoo noch immer trage. Er habe es ihr daraufhin gezeigt. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass der Angeklagte dies im angetrunkenen Zustand beobachtete und danach aus Eifersucht seinen Nebenbuhler mit dem Bierkrug niederschlug.

Der 24-Jährige gab die Tat beim Prozessauftakt zu. „Es tut mir sehr leid. Es war der größte Fehler meines Lebens“, sagte er. Er habe den 21-Jährigen auf keinen Fall töten wollen.

Richter Manfred Schmidt zeigte im Gerichtssaal einen massiven Maßkrug, der den Krügen auf dem Zeiler Weinfest ähnlich sah und ein gutes Kilo wog. Wer davon auf dem Schädel getroffen werde, könne tödliche Verletzungen oder bleibende Schäden davontragen, erläuterte eine Medizinerin.

Die Wunde des Opfers musste mit 42 Klammern genäht werden. Die Narbe ist auf seiner linken Kopfhälfte noch immer deutlich sichtbar. Er habe immer wieder starke Kopfschmerzen, wache nachts schweißgebadet auf und müsse Medikamente einnehmen, sagte der 21-Jährige. Er sitzt derzeit selbst eine Jugendstrafe im Gefängnis ab und musste bereits eine Drogenentziehung machen.

Der Angeklagte wiederum beschrieb sich als alkoholsüchtig. Er hofft deswegen auf eine Einweisung in eine Entziehungsanstalt anstatt in ein Gefängnis. Sein Leben habe bis zur Tat aus Partymachen und Alkohol bestanden, gab er an. Sechs bis acht Flaschen Bier am Tag habe er gut und gerne getrunken - neben Spirituosen. „Und am Wochenende habe ich bis zum Umfallen Alkohol getrunken“, sagte der Mann, der bis zu seiner Verhaftung eine Gastronomie-Ausbildung machte. Das Urteil soll Ende März fallen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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