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Bambergs OB Starke schließt Rücktritt nach Strafbefehl aus

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Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) schließt nach einem Strafbefehl gegen ihn einen Rücktritt aus. „Ein Rücktritt ist keine Option. Punkt!“, sagte er dem „Fränkischen Tag“ (Freitagsausgabe). „Ich stelle mich der Herausforderung und werde natürlich dafür sorgen, dass über die bereits gezogenen Konsequenzen hinaus weitere Entscheidungen getroffen werden, um aus dem Vorgang zu lernen.“

Hof/Bamberg - Die Staatsanwaltschaft Hof hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass gegen Starke ein Strafbefehl in Höhe von 24.000 Euro ergangen ist. Er soll städtische Gelder veruntreut haben. Neben Starke hätten drei weitere Mitarbeiter der Bamberger Stadtverwaltung Geldstrafen in Höhe von mindestens 9000 Euro erhalten. Die Strafbefehle werden nur rechtskräftig, wenn dagegen kein Einspruch erhoben wird. Andernfalls kommt es zur mündlichen Hauptverhandlung vor Gericht.

Ob er Einspruch einlegen will, ließ Starke im Interview mit der Zeitung offen: „Für eine Entscheidung ist es noch zu früh. Erst brauche ich eine Analyse der Begründung des Strafbefehls. Dazu werde ich mich auch anwaltlich beraten lassen.“ Er wolle seine „Entscheidung vor allem vor dem Hintergrund des Wohls der Stadt treffen“.

Starke soll städtischen Bediensteten erhebliche Summen für Überstunden ausgezahlt haben. In einem Prüfbericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes wurde das Vorgehen bemängelt. Die Stadt soll von 2011 bis 2017 unzulässig Überstunden, Zeitzuschläge und Prämien ausgezahlt haben. Der Stadt Bamberg sei ein Schaden in Höhe von insgesamt 275.000 Euro entstanden. Die Staatsanwaltschaft Hof nahm bereits 2020 zusammen mit der Kriminalpolizei Coburg die Ermittlungen auf und durchsuchte zwischenzeitlich auch Räumlichkeiten der Stadtverwaltung.

„Das ist äußerst unangenehm, hat mich sehr berührt und ist nicht spurlos an mir vorübergegangen“, sagte Starke. „Aber ich gehe selbstkritisch damit um und überlege natürlich auch: Was hätte ich anders machen können, welchen Einfluss hätte ich anders ausüben können. Demut trifft es gut.“ dpa

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