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Bayerischer Jagdpräsident muss sich Herausforderer stellen

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Jagdverband wählt sein Präsidium neu
Ernst Weidenbusch, bei der Vorstellung einer Hundestaffel. © Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Wer führt die bayerischen Jäger in die Zukunft? Vor 16 Monaten schien die Frage geklärt, doch jetzt steht der damals bestimmte Präsident schon in der Kritik. Ein Herausforderer will dem Jagdpräsidenten den Posten abnehmen.

Augsburg - Erneut gibt es einen Machtkampf um die Führung des einflussreichen Bayerischen Jagdverbandes (BJV). Bei dem Landesjägertag in Augsburg steht am Samstag (12.00 Uhr) die Wahl des Präsidenten und weiterer Präsidiumsmitglieder im Mittelpunkt.

Für den Posten des Verbandschefs gab es im Vorfeld zwei Bewerber. Der vor 16 Monaten erstmals an die Spitze gewählte CSU-Landtagsabgeordnete Ernst Weidenbusch (58) muss sich einem Herausforderer stellen, der mit seiner Amtsführung nicht einverstanden ist. Der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins aus Dachau, Ernst-Ulrich Wittmann, hat kurzfristig vor der Landesversammlung seine Bewerbung erklärt.

Der 52 Jahre alte Patentanwalt wirft dem aktuellen Führungsgremium um Weidenbusch insbesondere vor, nicht ausreichend die Kreisgruppen in die Verbandsarbeit zu integrieren. Außerdem sei der BJV in wichtige Entscheidungsprozesse nicht gut eingebunden. Der Verband müsse die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen wie Bauern und der Politik verbessern. „Meiner Meinung nach müssen wir uns jetzt neu aufstellen, um eine weitere Demontage unseres BJV, wie wir ihn kennen, zu verhindern“, sagte Wittmann.

Der BJV vertritt etwa 50 000 Jägerinnen und Jäger. Er ist der Dachverband für rund 160 Kreisgruppen und Jägervereine im Freistaat. Der Verband war 2019 in Turbulenzen geraten, nachdem es Vorwürfe wegen Veruntreuung von Verbandsgeldern gegen den langjährigen Präsidenten Jürgen Vocke gab. In der Folge ermittelte auch die Staatsanwaltschaft, im Sommer 2021 wurde das Strafverfahren allerdings eingestellt. Vocke hatte im Rahmen des Verfahrens eine Geldauflage gezahlt.

Zuvor schon hatte Vocke nach einem Vierteljahrhundert seinen Posten an der BJV-Spitze geräumt. In der Folge gab es einen Machtkampf um die Nachfolge, letztlich wurde Weidenbusch neuer Präsident. Bei der Wahl im Dezember 2020 setzte sich der Jurist gegen den langjährigen Pressesprecher und bisherigen Vizepräsidenten Thomas Schreder durch. dpa

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