Über 100 tote Bergsteiger

Unheimliche Todesserie am Watzmann - der Schicksalsberg der Berchtesgadener Alpen

Am Watzmann kommt es immer wieder zu Einsätzen der Bergwacht.
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Am Watzmann kommt es immer wieder zu Einsätzen der Bergwacht. (Archivbild)

Immer wieder stürzen Bergsteiger in den Alpen in den Tod. Vor allem am Watzmann häufen sich die Unglücke. Man nennt ihn nicht umsonst den Schicksalsberg.

Berchtesgadener Alpen - Der Watzmann ist mit seinen 2713 Metern der höchste Berg in den Berchtesgadener Alpen - zumindest auf der deutschen Seite. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Form gilt er als Wahrzeichen für das Berchtesgadener Land*. Wanderer und Bergsteiger können sich über Touren in allen Schwierigkeitsgraden freuen. Die Nebengipfel des Watzmann ermöglichen auch einfache Wanderungen. Die anspruchsvollste Tour ist wohl die Watzmann-Überschreitung. Diese ist allerdings „nur für wirklich erfahrene, absolut trittsichere, schwindelfreie und konditionsstarke Bergsteiger machbar“, schreibt die Gemeinde Berchtesgaden auf ihrer Website. Genau bei dieser Tour stürzen immer wieder Menschen in den Tod. Daher nennt man den Berg auch Schicksalsberg.

Zahlreiche Bergunglücke am Watzmann: Zwei Tote allein in den vergangenen Tagen

Die Ostwand des Watzmanns ist die längste durchgehende Wand der Ostalpen. Sie erstreckt sich über eine Höhe von 1800 Metern vom Königssee bis zum Gipfel der Watzmann Südspitze. Dort kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Seit der Erstbegehung 1881 kamen alleine an dieser Wand 107 Bergsteiger ums Leben, wie der BR berichtet. Genau dort stürzte auch eine 39-Jährige am Samstag 200 Meter* vom Watzmanngrat ab. Den Ermittlungen des Berchtesgadener Polizeibergführers sei die Frau wohl alleine zwischen der Mittelspitze und der Südspitze unterwegs gewesen. Auf Höhe der Wetterstation kam sie durch Nebel vom eigentlichen Weg ab und sei abgestützt.

Ein ähnliches Schicksal ereilte am Mittwochnachmittag einen 59-jährigen Bergsteiger. Der Mann stürzte aus bislang ungeklärter Ursache rund 200 Meter unterhalb der Biwak-Schachtel in den Tod. Nach Angaben der Berchtesgadener Polizei war der Mann mit zwei Begleitern auf dem Berchtesgadener Weg unterwegs. An der Unfallstelle gingen die Bergsteiger ohne Seil, da dort das Gelände im Verhältnis eher einfach ist. Die drei Männer seien der Tour „sowohl vom alpinistischen Können und als auch von der Ausrüstung und Kenntnis der Tour gewachsen“, wie das Bayerische Rote Kreuz in einer Mitteilung schreibt. Nach dem Absturz sei einer der Männer zu dem verletzten 59-Jährigen abgestiegen, konnte aber nichts mehr für ihn tun.

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Leiche eines vermissten 21-Jähriger aus Augsburg nach acht Monaten am Watzmann entdeckt

Mitte Juni fand ein Bergsteiger die Leiche eines 21-jährigen Freizeitsportlers. Seit Oktober galt der junge Mann als vermisst. Wochenlang hatten die Einsatzkräfte im Wintereinbruch nach dem Augsburger gesucht - aber vergeblich. Der viele Neuschnee und die Bewölkung ließen den Rettern keine Chance, den Mann zu finden. Nach acht Monaten, am 12. Juni, entdeckte ihn schließlich ein Bergsteiger in der oberen Wiederroute in rund 2600 Metern Höhe unterhalb der Watzmann-Mittelspitze

Da die Watzmann-Überschreitung für unerfahrene Bergsteiger extrem gefährlich sein kann, weist die Gemeinde ausdrücklich daraufhin, dass es sich bei der Tour um keinen Klettersteig handelt. „Zwar kann man sich an vielen Stellen mit einem Klettersteigset sichern, allerdings gibt es auch unversichtere und extrem ausgesetzte Passagen, die absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern!“, heißt es auf der Seite. Auch die Kondition dürfe man bei dieser Route nicht unterschätzen. Es sei eine „extrem anspruchsvolle Tour“ und nur für „konditionsstarke Bergsteiger“. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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