Bis zu 1000 feiernde Personen

Corona-Partys in ganz Bayern arten aus - Städte mit drastischen Maßnahmen

In ganz Bayern muss die Polizei fast täglich Ansammlungen feiernder Menschen auflösen. Keine Abstände, keine Masken und insbesondere die Lärmbelästigung der Anwohner sind die Probleme.

Bayern - Nach der schier endlosen tristen Zeit im Lockdown sorgen die steigenden Temperaturen und sinkenden Corona*-Infektionszahlen für eine lange nicht dagewesene Aufbruchsstimmung in der Bevölkerung. Besonders junge Menschen genießen die zurückgewonnenen Freiheiten. Vielerorts allerdings erlangen die Partys Ausmaße, die die Polizei auf den Plan rufen. Täglich müssen die Beamten im Freistaat Gruppenansammlungen von feiernden Menschen auflösen. Viele Städte reagieren nun wieder mit strengeren Vorschriften, um die Situation in den Griff zu bekommen und Anwohner zu entlasten.

Münchner Türkenstraße: Bis zu 1000 feiernde Personen

Ein beliebter Hotspot der Feiernden ist das Uni-Viertel in der Landeshauptstadt München. Dort, wo die Räume der Fakultäten teilweise seit Monaten keine Studenten mehr beherbergten, musste die Polizei in den vergangenen Wochen häufig größere Menschenansammlungen auflösen. Bei steigendem Alkoholpegel rücken die geltenden Hygieneregeln zur Bekämpfung des Coronavirus, wie beispielsweise Abstand halten oder das Tragen einer FFP2-Maske*, bei den jungen Menschen offenbar immer mehr in den Hintergrund. Nach Angaben der Münchner Polizei versammeln sich an den Wochenenden teilweise bis zu 1000 feierwütige Personen an beliebten Orten wie der Türkenstraße.

Neben dem Missachten der Corona-Schutzmaßnahmen leiden besonders die Anwohner unter den regelmäßigen Massen-Partys. Handyaufnahmen, die Sat.1 Bayern zugesendet worden waren, zeigen offensichtlich angetrunkene Personen die an das Eingangstor einer Schule urinieren. Steigt der Alkoholpegel, sinkt offenbar die Hemmschwelle. Der zurückgelassene Müll lockt zudem mittlerweile sogar Ratten an, wie weitere Aufnahmen zeigen.

Bald ist die Gegend hier dann so unbewohnbar wie der Mond

Anwohner des Münchner Uni-Viertels

Die Anwohner des Uni-Viertels haben nun genug und gehen in den Gegenangriff über. Sie haben eine Petition gestartet. Darin fordern sie ein Alkoholverbot sowie die Schließung der Außengastronomie ab 22 Uhr. Ein verärgerter Anwohner berichtet Sat.1 Bayern gegenüber: „Wenn wir keine Unterstützung von der Stadt erhalten, ist das hier kaum auszuhalten. Bald ist die Gegend hier dann so unbewohnbar wie der Mond.“ Damian Kania, von der Münchner Polizei, sagt: „Wir beobachten die Situation in der Türkenstraße mit Argusaugen.“ Mit steigendem Alkoholkonsum steige auch die Aggression der Menschen, so Kania.

Bamberg: Polizei räumt Untere Brücke

Doch nicht nur in München kämpfen die Beamten mit den Auswirkungen von Massen-Partys. Die immer noch geschlossenen Nachtclubs und eine frühe Sperrstunde treibt die jungen Menschen nach draußen auf die Straßen. Vergangenen Sonntag räumte die Polizei die Untere Brücke in Bamberg*. Dort hatten 300 Personen ausgelassen gefeiert.

Auch in Würzburg* kam es in den vergangenen Wochen häufig zu großen Feiern am Mainufer. Die Stadt reagierte nun und sperrte Teile davon in den Nächten am Wochenende. Christian Weiß, Pressesprecher der Stadt Würzburg, äußert sich gegenüber Sat.1 Bayern deutlich: „Es war aus Infektionsschutzgründen sowie aus Nachbarschaftsschutzgründen nicht mehr tragbar. Wir haben deshalb den Mainkai ab 22 Uhr gesperrt*.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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