Behörden im Visier

Bayern-Ei-Affäre: Razzia im Landratsamt

Straubing - In der Salmonellen-Affäre um das Unternehmen Bayern-Ei aus Niederbayern gerät nun auch die zuständige Behörde ins Visier der Ermittler.

Es seien Räume des Landratsamtes Straubing-Bogen durchsucht und Unterlagen sichergestellt worden, sagte Theo Ziegler von der Regensburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag. „Es wird gegen einen Mitarbeiter des Landratsamtes ermittelt, dem Pflichtverletzung vorgeworfen wird“, erläuterte Ziegler. Weitere Details sollen am Freitag bekanntgegeben werden. Die „Passauer Neuen Presse“ (Freitag) hatte zuerst über die Razzia berichtet.

Auf Anweisung des Verbraucherschutzministeriums in München wurde der Mitarbeiter, der bereits in Untersuchungshaft sitzt, mit sofortiger Wirkung suspendiert. „Wir werden bei kriminellem Verhalten mit allen rechtlich möglichen Disziplinarmaßnahmen durchgreifen“, teilte Ministerin Ulrike Scharf (CSU) mit.

Bayern-Ei hatte nach derzeitigem Stand mehrfach mit Salmonellen verseuchte Eier verkauft. Der frühere Geschäftsführer sitzt in Untersuchungshaft. Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erkrankten allein in Österreich zwischen Juni und September 2014 insgesamt 78 Menschen an einer Magen-Darm-Entzündung. Ein 94-Jähriger starb.

In einem Gutachten zur Salmonellenaffäre hatte am Dienstag ein Experte massive Vorwürfe gegen die Staatsregierung erhoben. Der Hamburger Lebensmittelrechtsprofessor Martin Holle kommt in seiner für die Landtags-SPD erstellten Expertise zu dem Schluss, das die Lebensmittelüberwacher die Bürger über die bei Bayern-Ei festgestellten Salmonellenfälle hätten informieren müssen. Dass es keine Warnung der Öffentlichkeit gab, sei wegen des Infektionsrisikos eindeutig rechtswidrig. Verbraucherschutzministerin Scharf hatte den Vorwurf von Rechtsverstößen stets zurückgewiesen.

Rubriklistenbild: © dpa

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