Gewalt gegen Polizeibeamte

Mann will von der Polizei endlich die Wahrheit erfahren - die antwortet daraufhin „ganz offen“

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Gewalt gegen Polizisten - auch in Bayern ein zunehmendes Problem. Auf diesem Foto wurde von Beamten nur der Einsatz von Pfefferspray geübt.

Ein Bürger wollte die Polizei dazu bringen, endlich die Wahrheit über Gewalttaten auszusprechen. Doch die schaut anders aus, als er annahm. 

Nürnberg - Über Twitter wollte ein Bürger von der Polizei die Wahrheit erfahren. Er versuchte sich sogar mit den Beamten gegen die da oben zu solidarisieren, die Politiker. Doch da machte die Polizei Mittelfranken nicht mit - und konterte seinen Tweet eiskalt.

Es begann damit, dass das Social-Media-Team der Polizei über Twitter eine erschreckende Statistik teilte. Demnach ist auch in Mittelfranken die Gewalt gegen Polizisten stark angestiegen. Allein 2018 waren es 961 Delikte, 362 Beamte wurden verletzt. Die allermeisten Delikte gab es bei Einsatzlagen im tagtäglichen Dienst, weitere 147 bei besonderen Einsätzen, wie zum Beispiel Demos.

Gewalt gegen Polizisten in Bayern: Twitter-User glaubt die typischen Täter zu kennen

Diese Statistik rief einen Twitter-User auf den Plan. Wahrscheinlich dürfe die Polizei darüber nicht reden, mutmaßte der Mann, aber die „Fachkräfte“, wie er sarkastisch Migranten bezeichnete, würden doch sicher einen „erheblichen Teil“ der Täter ausmachen, die Übergriffe auf Polizisten ausüben. Die Beamten müssten das „täglich neu ausbaden“ und seien somit Opfer der Politik.

Polizisten als Opfer von Gewalt: Die Mehrheit der Täter sind deutsch, weiß und alkoholisiert

Tatsächlich bekam der Bürger eine Antwort der Polizei. Die fiel jedoch anders aus, als er vermutlich erhoffte: „Wir können ganz offen darüber reden. Der größte Anteil ist männlich, weiß, deutsch und stark alkoholisiert.“ 

Der Twitter Dialog mit der Polizei Mittelfranken.

Auch die Polizeistatistik deckt sich mit der Aussage dieses Tweets. Von den Tatverdächtigen im Raum Mittelfranken waren im Jahr 2018 rund 86 Prozent männlich, 69 Prozent standen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Die Polizei wünscht sich daher ein „respektvolles Miteinander“ - sicherlich von allen Bevölkerungsgruppen, nicht nur von Migranten. 

Gewalt gegen Polizeibeamte in Bayern - Zweidrittel der Tatverdächtigen waren Deutsche

2018 hat die Zahl der Attacken auf Polizisten in Bayern einen neuen Höchststand erreicht. Im Juli stellte Innenminister Joachim Herrmann die alarmierenden Statistiken vor, wie Merkur.de* meldete.  Es gab 7.689 Fälle, bei denen insgesamt 17.367 Beamte beleidigt, bespuckt, bedroht, geschlagen oder verletzt wurden. Die Zahl der Opfer ist höher als die Fallzahl, weil bei einer Tat oftmals mehrere Beamte gleichzeitig betroffen sind. Bayernweit waren 28,7 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer - über Zweidrittel somit Deutsche.  

Ein Einzelfall von vielen: Aus einem Routineeinsatz ist für zwei Polizisten in Vogtareuth eine lebensgefährliche Situation geworden: Ein Betrunkener griff die Beamten mit dem Messer an und schrie „Ich stech‘ euch ab!“, wie Merkur.de* berichtete.

In Starnberg wollten Schüler nach einer Abschlussfeier sogar ein Polizeirevier stürmen. Die Ermittler sichteten nun Video- und Bilddateien (Merkur.de*).

Ähnlich heftiger Fall im Sommer in Regensburg: Eine Gruppe lautstark feiernder junger Leute hat auf dem Domplatz Polizisten mit Pflastersteinen beworfen. Ein junger Mann kam in Untersuchungshaft (Merkur.de*).

Der Landesverband der Gewerkschaft der Polizei in Bayern fordert deshalb eine höhere Sicherheitszulage für Polizisten wegen der zunehmenden Gewalt. Konkret sollen es 300 Euro sein, vermeldete Merkur.de*.

Wie eine Studie der Ruhr-Universität Bochum nun zutage gebracht hat, kommt es in Deutschland häufiger zu Fällen rechtswidriger Gewalt bei Polizeieinsätzen, als bislang vermutet wurde. 

mag

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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