Das Netz feiert die Aktion

„Tschüss Mutti“ - Bayerische Molkerei nimmt in Berlin Abschied von Bundeskanzlerin Merkel

Mit einer humorvollen Werbeanzeige nimmt eine Molkerei aus dem Berchtesgadener Land Abschied von Angela Merkel.
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Mit einer humorvollen Werbeanzeige nimmt eine Molkerei aus dem Berchtesgadener Land Abschied von Angela Merkel.

Eine Werbeaktion einer bayerischen Molkerei löst heftige Reaktionen im Netz aus. Viele User feiern das Unternehmen für ihre Idee, andere üben heftige Kritik.

Berlin/München - In 18 Tagen tritt Deutschland an die Wahlurnen und wählt einen neuen Bundestag*. Damit endet auch eine Ära in der deutschen Politik. Nach 16 Jahren endet die Kanzlerschaft von Angela Merkel*. Und ob ihre Partei - die CDU - weiterregieren wird, ist mehr als ungewiss. Der „Mutti“, wie Merkel liebevoll, scherzhaft genannt wird, könnte es wahrscheinlich egal sein. Dennoch legte sie sich in ihrer letzten Rede im Bundestag für den Unionskandidaten Armin Laschet noch einmal ins Zeug.

Aber auch sonst hat Merkel einen großen Fußabdruck in der deutschen Geschichte hinterlassen. Neben der Finanzkrise Ende der 2000er-Jahre musste sie sich mit der Flüchtlingskrise 2015 und der Corona-Krise* 2020 herumschlagen. Grund genug, der Rekord-Kanzlerin ein Denkmal zu setzen. Eine Molkerei aus Bayern dachte sich wohl genau das. Sie widmeten der scheidenden CDU-Politikerin eine ganze Plakatwand - gespannt über eine komplette Häuserfassade. Das kam bei den Fans im Netz gut an.

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Molkerei-Werbung in Berlin: Bayerisches Unternehmen verhängt eine gesamte Häuserwand

Das Plakat im XXL-Format zeigt die typische Handhaltung der Kanzlerin - die Merkel-Raute. Doch zwischen ihre Hände hat das Unternehmen, wohl mit einem Bildbearbeitungsprogramm, ein Glas Milch geschmuggelt. Darüber prangern die zwei Worte: „Tschüss Mutti“. In ihrem Bildkommentar schreibt die Molkerei aus dem Berchtesgadener Land*: „Mit einem 323qm großen Riesenposter mitten im Herzen der Hauptstadt möchten wir die berühmteste Raute Deutschlands in den wohlverdienten politischen Ruhestand verabschieden – natürlich mit einem Glas unserer einzigartigen Milch! Die Bundeskanzlerin ist bekennende Wanderin und erkundet vielleicht schon bald die Heimat unserer Milch im Berchtesgadener Land.“

Was Merkel in ihrem Ruhestand als erstes macht, ist noch nicht bekannt. Geht es nach der Molkerei, sollte sie eine Wanderung in den Berchtesgadener Alpen ganz oben auf ihre Liste schreiben. Wohin es genau gehen soll, fragen sie ihre eigenen Follower. „Habt ihr ‚Insider Tipps‘ für Mutti, welche Alm sie besuchen, welches Schmankerl sie probieren oder welche Sehenswürdigkeit sie unbedingt bestaunen muss?“

Merkel-Werbung in Berlin: Molkerei-Fans reagieren gespalten auf die Anzeige

Ein Großteil der Reaktionen auf die Werbeaktion ist positiv. „Find ich voll gelungen“, „Super Idee!“ und „Mega“ findet sich unter dem Post. Der Molkerei weht aber auch strammer Gegenwind entgegen. Vor allem das Wort „Tschüss“ erregt die bayerischen Gemüter. „Servus hoast des“, schreibt einer. „Tschüss von Berchtsgoana is ned authentisch“, schreibt ein anderer. Und er bekommt sogar Anwort von dem Unternehmen. „Das ist natürlich richtig, aber in Berlin versteht‘s jeder.“

Viele Fans finden außerdem den politischen Kontext der Werbung nicht gelungen. Eine Userin kommentiert: „Schade das ihr auf einmal politisch werdet.“ Ein anderer fragt: „Macht ihr jetzt Wahlkampf?“ Andere wollen sich gleich ganz eine neue Molkerei suchen. „Ernsthaft? Dieses Plakat und diese Art der Werbung dient eher dazu, dass ich mich nach einer anderen Molkerei umsehe.“ Die Reaktion fällt schlicht und seriös aus. „Das Plakat hängt in Berlin und soll den Berlinern unsere wertvolle Bergbauern-Milch und die Bio-Alpenmilch nicht „bierernst“, sondern humorvoll näherbringen“, antwortet das Unternehmen. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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