Beschluss des Stadtrats

Schluss mit kostenlosem Parken in der Nürnberger Altstadt

Blick auf die Altstadt von Nürnberg (Bayern) mit der Kaiserburg (hinten), der St. Sebald Kirche (M) und dem Rathaus (vorn rechts).
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In Nürnbergs Altstadt gibt es bald keine kostenlosen Parkplätze mehr.

Überall Parktickets wo zuvor noch kostenloses Parken möglich war: Die Stadt Nürnberg sagt den Autofahrern den Kampf an.

Nürnberg - Schon länger gab es nur wenige Gratis-Parkplätze in Nürnberg. Doch auch diesen seltenen Geheimtipps wurde nun der Garaus gemacht. Bei der Nürnberger Stadtratssitzung im Verkehrsausschuss wurde beschlossen, dass kostenloses Parken in der Innenstadt nicht mehr möglich sein soll. Das sei nicht zu verwechseln mit einem Parkverbot: „Es wird dann behauptet, es gibt keine Parkplätze mehr. Das stimmt so nicht, es gibt nur keine kostenlosen Stellplätze mehr. Wir haben sie auf null reduziert“, so Bau- und Planungsreferent Daniel F. Ulrich (parteilos) laut nordbayern.de.

Diese Wende kommt jedoch nicht aus heiterem Himmel: Bereits 2018 hatte die Stadt beschlossen, dem kostenlosen Parken den Kampf anzusagen. Parken nur gegen Gebühr wurde daher nach und nach in der Altstadt verbreitet. Bei der Umsetzung sei mittlerweile das Bewohnerparkgebiet C dran.

Parken in Nürnberger Altstadt: Nur noch Anwohner dürfen kostenlos parken

Anwohner haben dabei jedoch nichts zu befürchten: Laut Ulrich sollen alle bisherigen Bewohnerparkplätze „in der Summe“ erhalten bleiben. Dafür werde die Regelungszeit fürs Parken auf Montag bis Sonntag von 8 bis 20 Uhr geändert. Alle anderen Autofahrer, ohne Anwohnerparkausweis, müssen dagegen ein Parkticket bezahlen. Diese Art der Regelung wurde nun auch auf die wenigen übrig gebliebenen Gratis-Parkplätze ausgeweitet. Die bisherigen Kurzzeit-Parkplätze kosten weiterhin.

Nürnberg* versuche laut Ulrich die Besucher der Stadt dadurch zur Nutzung alternativer Verkehrsmittel, wie etwa den Öffentlichen* zu bewegen und gleichzeitig den Anwohnern mehr Parkplätze zu verschaffen. Laut dem Bau- und Planungsreferenten sei dabei ein weiterer positiver Aspekt, dass Einkäufer künftig kürzer nach einer Parkmöglichkeit suchen müssen: „Wir haben einen schnelleren Umschlag, das heißt die Leute, die in der Stadt einkaufen wollen, finden schnell einen Parkplatz.“

Parken in Nürnberger Altstadt: Kostenpflichtiges Parken soll Verkehrsaufkommen senken

Ein weiterer Vorteil sei laut ihm eine Minderung des Verkehrsaufkommens in der Innenstadt*. Denn die Menge an Autos, die auf Parkplatzsuche sind, werde dadurch weiterhin reduziert. Und dieser Parksuchverkehr sei laut Ulrich nicht zu unterschätzen, denn er mache „einen erheblichen Teil des Verkehrs in der Altstadt aus“.

Viele Bürger gaben sich überrascht von der Neuerung und übten Kritik. Doch Ulrich machte klar, dass die Stadt sowohl durch die eigenen Informationskanäle als auch die Presse seit 2018 auf die Änderungen hingewiesen habe: „Manchmal würde ein Zeitungs-Abo helfen“, sagt der Referent in Richtung der überraschten Kritiken. Außerdem seien ja auch noch die Parkhäuser mit genügend Möglichkeit zum Parken vorhanden, wies Ulrich hin.

Parken in Nürnberger Altstadt: Nachholbedarf bei Parkhäusern für Anwohner

In den Parkhäusern der Nürnberger Altstadt gibt es momentan über 4000 Stellplätze, dazu fast 200 In der Augustinerhof Tiefgarage. Der CSU-Verkehrsexperte Max Müller wünscht sich jedoch in den Parkhäusern Verbesserungen für Anwohner, denn diese müssen oft, genau wie Fahrer von außerhalb, den vollen Preis bezahlen. Nur selten gebe es Spezialtarife - und auch bei diesen ist meist das Wochenende ausgeschlossen: „Das Problem ist aber der Samstag. Da möchten die Parkhäuser stundenweise vermieten“, so Müller. Hier gebe es noch Nachholbedarf.

Harald Dix (SPD) schlug daher vor, mit Kaufland zu verhandeln. Da die Stadt das U-Bahn-Geschoss bei der Lorenzkirche - und damit einen der Eingänge des Supermarktes - verschönere, wäre von deren Seite ein Angebot zum Parken für Anwohner in ihrem Parkhaus wünschenswert.*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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