Bayern-Tourismus trotz Rekord vor Problemen

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Wirtschaftsminister Martin Zeil stellte am Dienstag das Tourismuskonzept vor.

München - Trotz immer neuer Gästerekorde steht die bayerische Tourismusbranche vor Zukunftsproblemen. Die größten Herausforderungen sind zweierlei.

Trotz immer neuer Gästerekorde steuert die bayerische Tourismusbranche auf erhebliche Probleme zu. Die größten Herausforderungen sind zweierlei: Stetig schärfere Konkurrenz im In- und Ausland auf der einen Seite, fehlendes Geld für Investitionen in Kommunen und Betrieben auf der anderen. Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Tourismuskonzept von Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hervor.

Dessen ungeachtet stiegen die Ankunftszahlen in- und ausländischer Gäste in den ersten acht Monaten dieses Jahres auf einen neuen Höchststand von 18,9 Millionen, wie Zeil berichtete. “Wir bauen auf einer sehr guten Grundlage auf“, betonte der FDP-Politiker nach der Kabinettssitzung. “Aber wir wollen kein Wolkenkuckucksheim und Schönfärberkonzept machen.“

Der Tourismus ist mit 310 000 Mitarbeitern nach wie vor eine wichtige Branche. In- und ausländische Gäste geben alljährlich rund 25 Milliarden Euro in Bayern aus. Im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern ist Bayern in Sachen Gästezahlen nach wie vor Nummer eins - doch hat der Freistaat seit 1994 im Vergleich den größten Rückgang seines Marktanteils verzeichnet, wie es in dem Bericht heißt.

Übernachteten 1994 noch ein Viertel aller deutschlandweit gezählten Gäste in Bayern, ist es heute nur noch ein Fünftel. Viele bayerische Hotels sind nicht sonderlich attraktiv und müssten renoviert werden. “Teilweise besteht ein erheblicher privater Investitionsstau“, stellen die Verfasser des Tourismuskonzepts fest. Und Bayerns Kommunen haben wachsende finanzielle Schwierigkeiten, ihre Infrastruktur - Kurhäuser, Wege, Parks etc. - instand zu halten. Außerdem fehlt es nach Zeils Einschätzung in manchen Urlaubsorten an der Bereitschaft, mit den Nachbarn zusammenzuarbeiten. “Wir müssen das Kirchturmdenken überwinden und alle Kräfte in größeren Teams bilden“, sagte Zeil dazu.

Und nicht zuletzt fahren die Bürger zwar nach wie vor gern in den Urlaub - geben aber nicht mehr so viel Geld aus. “Die Lust auf Urlaub ist ungebrochen, aber vielfach schwindet die Kaufkraft“, heißt es in dem Konzept. Deswegen schwindet auch die Wettbewerbsfähigkeit ganz normaler Familienhotels: Wachstum gibt es vor allem bei teuren Luxusherbergen für Wohlhabende und bei Billigunterkünften. Neue Subventionen für die Branche stellte Zeil nicht in Aussicht: “Es geht nicht darum, oben immer nur quasi trichtermäßig mehr Geld hinein zu tun.“ Die Staatsregierung will aber auf besseres Marketing und bessere Zusammenarbeit konkurrierender Kommunen drängen. Auch die Werbung und Buchungsangebote im Internet sollen ausgebaut werden. Und die Tourismusangebote sollen besser auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten werden - etwa Wellness-Urlauber, Natururlauber, Familien mit Kindern oder Wintersportler.

dpa

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