Bayerns Polizei übt künftig mit Laserwaffen

Vorstellung des neuen Lasertrainingssystems
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Ein Polizist demonstriert das neue Lasertrainingssystem, welches vorne am Gewehr angebracht ist.

Ein modernes Lasersystem soll das Training der Bayerischen Polizei verbessern. Die Methode ist bundesweit bislang einzigartig - und hat laut Bayerns Innenminister Herrmann viele Vorteile.

Nürnberg - Die Bayerische Polizei kann künftig ihren Umgang mit Schusswaffen mit einem modernen Lasertrainingssystem (LTS) üben. „Damit trainieren unsere Polizistinnen und Polizisten noch besser und realitätsnäher die Lösung von Einsatzsituationen bis hin zu lebensbedrohlichen Lagen wie Amokläufe oder terroristische Angriffe“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Systems in Nürnberg. Die Polizei im Freistaat sei die erste Polizei in Deutschland, die ein solch modernes Trainingssystem verwende.

Anstelle eines scharfen Schusses könnten die Schüsse nun auch auf elektronischer Basis abgegeben werden. „Die Trefferanzeige sei dadurch sehr genau und der Trainingseffekt optimal“, sagte Herrmann über das voraussichtlich rund 630 000 Euro teure System.

Die mit dem neuen Lasermodul ausgestatteten Trainingswaffen sind nach Angaben der Polizei für Einsatzkräfte und Umgebung ungefährlich und sollen künftig das Training in allen Verbänden der Bayerischen Polizei ergänzen. „Fortan kann an jeder Örtlichkeit auch außerhalb von Schießplätzen trainiert werden, beispielsweise an Schulen und in Einkaufszentren“, hieß es.

Das LTS ermöglicht laut Herrmann den Polizisten auch das Trainieren von praxisnahen Einsätzen: „Zum ersten Mal ist die Simulation eines Schusses durch eine Glasscheibe darstellbar“, sagte der Innenminister. Ein solches Szenario könne vorkommen, wenn die Polizei in oder aus einem Auto heraus die Schusswaffe einsetzen müsse.

Und: Das Schießtraining auf lange Distanzen mit etwa der sogenannten Mitteldistanzwaffe könne nun unabhängig von speziellen Schießanlagen durchgeführt werden. „Denn mit dem LTS ist das Trainieren von Schussdistanzen bis 120 Metern bei nahezu vergleichbarem Schießverhalten problemlos möglich“, so Herrmann.

Außerdem könnten die Kräfte in ihrer regulären Einsatzkleidung trainieren. „Eine spezielle Schutzkleidung mit Helm wie bei der Nutzung von Farbmarkierungsmunition ist nicht erforderlich.“

Darin sieht der CSU-Politiker einen großen Vorteil: „Blickkontakt, Mimik und Kommunikation werden mit unserem neuen Lasertrainingssystem nicht eingeschränkt.“ Dies sei wichtig, da Einsätze vor allem kommunikativ und deeskalierend gelöst werden sollen. dpa

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