Bayreuther Opernhaus für Welterbe nominiert

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Das Bayreuther Opernhaus.

Bayreuth - Vor einem Jahr wurde das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth noch nicht bei der Wahl des Weltkulturerbes berücksichtigt. Jetzt haben die Kultusminister das prachtvolle Barocktheater offiziell bei der UNESCO vorgeschlagen.

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth sowie die Kurfürstliche Sommerresidenz in Schwetzingen sind von der Kultusministerkonferenz für den begehrten Titel des Weltkulturerbes der UNESCO nominiert worden. Über die zum Stichtag am Dienstag in Paris eingereichten Anträge wird das Welterbekomitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur voraussichtlich im Jahr 2012 entscheiden. Bis dahin werden unabhängige Denkmal-Experten die Gesuche prüfen.

Das zwischen 1744 und 1748 errichtete Opernhaus ist das einzige im ursprünglichen Zustand erhaltene große Barocktheater Deutschlands. Es bildet nach Angaben der Kultusministerkonferenz heute das europaweit wichtigste Zeugnis einer untergegangenen Kulturform. Bauherrin des Markgräflichen Opernhauses war die kunstsinnige Bayreuther Markgräfin Wilhelmine, eine Schwester Friedrichs des Großen. Den Innenraum des ganz aus Holz gefertigten Logentheaters entwarf der Italiener Giuseppe Galli Bibiena. Er war einer der bedeutendsten Theaterarchitekten seiner Zeit.

Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für die Aufführung seiner Tetralogie “Der Ring des Nibelungen“ besichtigte auch Richard Wagner das prachtvolle Haus im April 1871. Das Gebäude war aber für Wagners wuchtiges Werk zu klein. Das Opernhaus und die Markgrafenstadt beeindruckten den Operndichter jedoch so sehr, dass er sich entschloss, sein Festspielhaus auf dem “Grünen Hügel“ von Bayreuth zu errichten.

Bayreuth und die Bayerische Schlösserverwaltung hatten schon vor einem Jahr gehofft, dass das Opernhaus in die Vorschlagsliste aufgenommen wird. Damals schlug die Kultusministerkonferenz aber das Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld zusammen mit fünf besonders naturnahen Buchenwäldern vor. Die Entscheidung über diesen Antrag soll im Juni dieses Jahres im Golfstaat Bahrain fallen.

In Bayreuth wurde die Nominierung am Dienstag mit Erleichterung und Genugtuung aufgenommen. “Wir haben mit dem Markgräflichen Opernhaus ein einzigartiges architektonisches Kleinod, das es verdient hat, ins Welterbe aufgenommen zu werden“, erklärte Oberbürgermeister Michael Hohl (CSU). Das Thema Weltkulturerbe sei für Bayreuth ein echtes Zukunftsprojekt und von großer Bedeutung für die weitere Stadtentwicklung. Schwetzingen steht nach Überzeugung der Kultusministerkonferenz für das am authentischsten erhaltene Beispiel einer Sommerresidenz in der Tradition des 18. Jahrhunderts in Europa. Der Schlossgarten gilt als die vollkommene Verbindung der konträren Gartenstile dieser Zeit. In Schloss und Garten konnte der gesamte Bestand an Bauwerken und Kleinarchitekturen erhalten werden. Die weitläufige Anlage umfasst einen Park in englischem und französischem Stil mit zahlreichen Bauten wie der Orangerie, dem Badhaus und der Gartenmoschee.

In die UNESCO-Welterbeliste werden Kultur- und Naturstätten aufgenommen, die in ihrer Art einzigartig sind und für die Menschheit einen außergewöhnlichen Wert haben. Deutschland ist auf der UNESCO-Liste bislang 33 Mal vertreten. Weltweit sind 911 Kultur- und Naturstätten in 151 Ländern als Welterbe eingestuft. Davon sind 704 Kulturdenkmäler und 180 Naturdenkmäler. Weitere 27 Denkmäler gehören sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe an.

dpa

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