Bergwanderer lag fünf Tage lang verletzt am Hang

Oberstdorf - Was Lothar B. duchgemacht hat, ist kaum zu beschreiben: Fünf Tage und Nächte lag der 55-jährige Wanderer schwerverletzt in einem Steilhang der Höfats in den Allgäuer Alpen.

Bis er dann zufällig entdeckt wurde - von seinem eigenen Sohn! Das Bergdrama mit dem glücklichen Ende begann am Freitag vor einer Woche: Lothar B. - der aus dem Schwarzwald stammt - bricht zu einer Tour auf die Höfats (2259 Meter) auf, er sagt seiner Pensionswirtin noch, wie sehr er sich auf den Ausflug freut.

Doch Lothar B. kommt nicht zurück. Am Samstagmorgen alarmiert die Frau die Oberstdorfer Polizei. Die sucht auch sofort nach dem Wanderer - mit Hubschraubern und Suchtrupps. Vergebens. Von Lothar B. fehlt jede Spur. Ist der Mann abgestürzt? Was ist geschehen? Lothar B. ist ein trainierter Sportler, läuft sogar Marathon. Doch die Helfer wissen: Mit jedem Tag sinkt die Chance, den Mann noch lebend zu finden. Die Zeit der Ungewissheit ist auch für die Verwandten des Wanderers im Schwarzwald kaum zu ertragen. Und so beschließt der Sohn von Lothar B. am Mittwoch ins Allgäu zu fahren. Eine Entscheidung, die seinem Vater das Leben retten wird …

Denn als der Mann sich bei der Polizei meldet, bietet diese ihm an, das Suchgebiet mit einem Allrad-wagen aufzusuchen. So könne der Sohn einen Eindruck von dem Gebiet gewinnen, in dem sein Vater verschwunden ist. Und dann passiert das Unglaubliche: Als die Polizei den Weg in Richtung Dietersbacher Alp fährt, entdecken die Männer plötzlich den Körper von Lothar B. am Wegesrand. Und: Er ist zwar schwerverletzt, aber bei Bewusstsein. Sofort wird er mit Wasser versorgt und wenig später mit dem Helikopter ins Klinikum gebracht. Was war ihm nur passiert? Vieles deutet daraufhin, dass Lothar B. oberhalb der Alp abgestürzt ist und sich dann mit eigenen Kräften bis zu dem Weg geschleppt hatte. Auch Friedrich Hummel, Chef der Oberstdorfer Polizei, kann da nur ungläubig den Kopf schütteln: „

Es grenzt an ein kleines Wunder, was sich hier abgespielt hat. Es wurde intensiv gesucht - das Gebiet wurde an mehreren Tagen mit dem Hubschrauber abgeflogen, es waren Hundeführer, die Bergwacht und Alpinbeamte zu Fuß an der Suche beteiligt - und dann entdeckt der eigenen Sohn den Vater.“

AGE

Rubriklistenbild: © fkn

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